¡Rezension!: Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele [Hörbuch]

VanaVanille


Titel: Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele [Hörbuch]
Autor/in: Suzanne Collins
Sprecher/in: Maria Koschny
Verlag: Oetinger
Originaltitel: The Hunger Games 1. The Hunger Games
Seitenzahl:
414
Preis: 17,90 € (D)
ISBN:
978-3-7891-3218-6




Klappentext

Nordamerika existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. Alljährlich finden grausame Spiele statt, bei denen nur ein Einziger überleben darf. Als die sechzehnjährige Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester ausgelost wurde, meldet sie sich an ihrer Stelle und nimmt Seite an Seite mit dem gleichaltrigen Peeta den Kampf auf. Wider alle Regeln rettet er ihr das Leben. Katniss beginnt zu zweifeln – was empfindet sie für Peeta? Und kann wirklich nur einer von ihnen überleben?
Eine faszinierende Gesellschaftsutopie über eine unsterbliche Liebe und tödliche Gefahren, hinreißend gefühlvoll und super spannend. New York Times Bestseller!


Erste Gedanken
 
Jugendliche, die sich in einem riesigen Camp gegenseitig umbringen müssen bis nur noch einer übrig bleibt? Das kannte ich doch. Und ja, ich muss an dieser Stelle jeden enttäuschen der dachte, dass die "Hunger Games" eine absolut neue Erfindung wären, denn diese Idee gab es bereits bei einem Manga, der sich "Battle Royale" nennt und auch verfilmt wurde. Den Film habe ich übrigens vor Jahren einmal gesehen und deswegen stellte ich mir den Inhalt des Buches so ähnlich vor. Blut, Tote, Gemetzel.... aber irgendwie verwarf ich den Gedanken dann wieder, denn ich konnte mir kaum vorstellen, dass der Roman so viele Fans hat, wenn nicht irgendwie ein Stück Kitsch mit hinein fließen würde. Der Klappentext bestätigte meine Vermutung nur, aber da ich so viel Lob gehört hatte, stöpselte ich mir den I-Pod in die Ohren und begann zu lauschen.


Meine Meinung

Katniss ist sechszehn und muss sich schon verhalten wie eine Erwachsene, da sie nach dem Tod ihres Vaters die einzige Ernährerin ihrer kleinen Familie - bestehend aus ihr, ihrer jüngeren Schwester Prim und ihrer Mutter - ist. Ihr Charakter verwunderte mich deshalb nicht sonderlich, denn sie ist hilfsbereit, zuvorkommend, aufopfernd und verantwortungsbewusst. Ich fand, dass dies einmal eine schöne Abwechslung war zu all den anderen weiblichen Protagonisten, denen man sonst in Jugendbüchern begegnet (natürlich nicht in allen). Sie hatte etwas sehr Dominantes an sich, so kam es mir jedenfalls vor, was sie zu einem starken und ernst zu nehmenden Charakter machte. Ich muss sagen, dass sie mir auf Anhieb gefiel.
Was die Beschreibung ihrer Gedankengänge betraf, so konnte man ihre Ängste und Gefühle gut nachvollziehen und litt mit, wenn es ihr schlecht ging. Nur an manchen Stellen zweifelte ich ein wenig an ihr, denn was das System und die Gesellschaft betrifft, war sie doch sehr zurückhaltend und nahm fast alles so hin, wie es eben war. Es gab sogar Stellen, da vergaß sie die bevorstehende Gefahr einfach und widmete sich lieber neuen Kleidern und der Aufmerksamkeit des Publikums. Zu anpassungsfähig für eine innere Rebellin, um es kurz zu fassen.

Peeta, der männliche Tribut an ihrer Seite, war dagegen vernünftiger und dachte viel mehr nach. Seine Einstellung zu der ganzen Show und der öffentlichen Hinrichtung von Jugendlichen war, für mich, nachvollziehbarer und auch realistischer. Seine eigentliche Rolle war zwar nicht immer klar, aber doch wurde schon vor dem Ende deutlich, dass er der Anflug von Liebesgeschichte sein sollte. Irgendwie tat er mir fast Leid, denn ich konnte ihn als "Loverboy" nicht ein einziges Mal ernst nehmen. Da schon zu Beginn die ganze Zeit von einem anderen Jungen die Rede war, hatte sich in meinem Kopf ein anderes Bild - was Katniss späteren Partner betraf - eingebrannt, und so blieb er für mich eine traurige Seele. Vielleicht wollte die Autorin ja solch einen Zwiespalt erreichen, wie es schon in "Biss zum Morgengrauen" der Fall war, aber bei mir ist dies nicht gelungen. (Was andere Leser betrifft, kann ich nicht sagen.)

Neben diesen beiden Figuren gibt es allerdings noch etliche andere Charaktere, von denen mir einige sehr gut, andere dagegen weniger gefielen (so wie es sein muss). Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass viele in diesem Roman sterben - ist nun einmal der hauptsächliche Inhalt des Buches - und bei der ein oder anderen Stelle war es doch schon verdammt traurig und emotional. In solchen Situationen wird einem die Grausamkeit des ganzen Systems immer bewusster und das Buch gewinnt zusätzlich an Spannung.

Auch wenn mir diese halb gespielte, halb echte Liebesgeschichte ein wenig lächerlich vorkam und ich glaubte, dass sie nur funktionierte, weil Katniss sich in großer Gefahr befand, kam das Blut und die Mörderei nicht zu kurz. Ich hatte ja anfangs befürchtet, dass die Autorin sich nicht trauen würde ins Detail zu gehen, aber ich irrte mich, denn das tat sie zu Genüge. Ich war jedenfalls begeistert und am Ende wollte ich einfach nur mehr haben und hören/lesen, wie es weitergeht.

Um zum Schluss noch auf die akustische Gestaltung des Hörbuchs zu sprechen zu kommen, so kann ich nur sagen, dass ich die Sprecherin großartig fand. Ihr klare, deutliche Stimme und die Betonung der Worte passten einfach perfekt zu Katniss Charakter. Ich konnte sie mir durch den Klang sogar noch besser vorstellen. Zwar ist Frau Koschny nicht die beste Stimmenverstellerin, aber für die wenigen Dialoge hat es gereicht. Da die meiste Zeit eh die Protagonistin das Wort hatte, bekam man dieses Manko nicht sonderlich oft mit.
Ich denke, dass bei der Begleitmusik des Hörbuchs die Meinungen allerdings auseinander gehen. Zuerst wusste ich auch nicht, ob ich sie dramatisch und passend, oder eher lächerlich finden sollte. Irgendwann mochte ich sie, weil sie die wilde Stimmung ans Ohr brachte und sie irgendwie meine Nerven ein wenig in Schwung hielten. Wie gesagt, wird dies aber nicht für jeden etwas Angenehmes sein, trotzdem sollten die kurzen Einspieler sich nicht als störend erweisen, da sie nur als Übergang und nie als Hintergrundmusik zum Text genutzt wurden.

Mein Urteil

Alles in allem ein gelungenes und hörenswertes Hörbuch auch wenn die Geschichte an sich weder neu noch perfekt ist. Die Protagonistin und die Spannung sorgen allerdings für ein wahrliches Vergnügen und deshalb bin ich froh es gehört zu haben. Den zweiten Teil werde ich jedoch selbst lesen, damit ich sehen kann, ob auch der Text mich so mitreißt, wie die gesprochenen Worte.


12 Kommentare:

  1. Ich habe mir das deutsche Hörbuch später auch noch mal angehört und fand es wirklich gut gelesen (leider gekürzt), die Zwischenmusik fand ich auch passend, manchmal nur etwas zu lang.

    Was die Cover angeht, finde ich die deutschen wirklich gut. Sie heben sich von den anderen Mädchengesichtcovern doch deutlich ab. Die englischen gefallen mir auch nicht allzu gut. Aber der goldene Mockingjay Pin auf dem US-Cover hat im Verlauf der Trilogie noch eine große Bedeutung, deshalb finde ich ihn ganz passend auf dem Cover.

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  2. @Miss Bookiverse: Mich erinnert das deutsche Cover allerdings sehr an "Die Einsamkeit der Primzahlen".

    Ist das schwarze Cover mit dem Pin das Cover des ersten Teils? Ich weiß es nämlich nicht genau =/
    Wie gesagt, das passt schon, aber im ersten Teil hat das gute Stück noch nicht sooo viel aus zusagen, wie es mit den anderen Teilen aussieht, werde ich ja bald lesen ^^

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  3. Stimmt, die Ähnlichkeit ist da, aber ich finde das Panem Cover sieht "glatter" und moderner aus.

    Ja, das schwarze ist die US-Ausgabe des 1. Teils. Das, was du daneben gepostet hast (mit Peeta) ist das UK-Cover.
    Wie gesagt, ich finde die US-Cover auch nicht so doll (die UK auch nicht), aber wenn man die ganze Geschichte kennt und die Entwicklung der Cover inhaltlich mitverfolgen kann, gewinnen sie ein bisschen an Glanz.

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  4. Siehste, da driftet unser Geschmack mal wieder auseinander ;)
    Aber sonst wäre es ja auch langweilig ;)

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  5. @Strawberry: Magst du die Tribute von Panem nicht? Oder war das auf was anderes bezogen?

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  6. @ Miss Bookiverse - Ja ich meinte die Tribute von Panem ;)
    Ich musste mich durch dieses Buch kämpfen. Ich hab es dann nochmal angelesen, weil ja alle so begeistert davon zu sein schienen, aber irgendwie ist das kein Buch für mich.
    Deswegen war ich auch überrascht, dass die Kirsche es mag. Wir haben halt nicht immer den selben Buch Geschmack xDDD

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  7. @Strawberry: Wow, ich glaube du bist auch die erste, von der ich höre, dass sie das Buch nicht mochte. War es dir zu brutal?

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  8. @ Miss Bookiverse
    Ich glaube auch O.o deswegen sage ich in diesem Fall meine Meinung lieber mit bedacht xD Nicht das ich dann die ganzen Panem-Fans gegen mich habe xDDD

    Mir war es keinesfalls zu brutal. Es hat mich einfach nicht interessiert. Weder die Story noch die Charaktere.
    Mit uns sollte es einfach nicht sein :D

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  9. @Strawberry: So ist das halt manchmal. Ich kann bei vielen Bestsellern auch nicht verstehen, was alle daran so toll finden (Gut gegen Nordwind, Die Frau des Zeitreisenden und mehr).

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  10. @Miss Bookiverse: xD das ist jetzt lustig, weil "Gut gegen Nordwind" eines der Lieblinge der Erdbeere ist. Aber das bestätigt mal wieder die These ^^
    Geht mir in einigen Fällen genauso.

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  11. @Cherry - Ja ja, ganz doll lustig xDDDD
    Ich mag das Buch halt. Ich finde, dass Glattauer eine schöne Schreib - und beobachtungsweise hat ;)

    Aber wie gesagt, alles Geschmackssache ;)

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  12. Haha, da hab ich ja genau das richtige Beispiel getroffen ;D

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