¡Rezension!: Eine wie Alaska

VanaVanille


Titel: Eine wie Alaska
Autor/in: John Green
Verlag: dtv
Originaltitel: Looking for Alaska
Seitenzahl:
304
Preis: 8,95 € (D)
ISBN:
978-3-423-62403-9




Klappentext

Miles hat die Schule gewechselt. Auf dem Internat verknallt er sich in die schöne Alaska. Sie ist das Zentrum ihres Sonnensystems, der magische Anziehungspunkt des Internats. Wer um sie kreist, ist glücklich und verletzlich gleichermaßen, euphorisch und immer nah am Schulverweis. Alaska mag Lyrik, nächtliche Diskussionen über philosophische Absurditäten, heimliche Glimmstängel im Wald und die echte wahre Liebe. Miles ist fasziniert und überfordert zugleich. Dass hinter dieser verrückten, aufgekratzten Schale etwas Weiches und Verletzliches steckt, ist offensichtlich. Wer ist Alaska wirklich?


Erste Gedanken

Ich hatte John Greens Geschichte in "Tage wie diese" gelesen und war von seinem Schreibstil hin und weg. Sein Humor und die Darstellung der Charaktere gefiel mir auf Anhieb und deswegen hatte ich auch vor mehr seiner Bücher zu lesen. Nach mehreren Empfehlungen griff ich dann zu "Eine wie Alaska" und meine Erwartungen stiegen ins Unermessliche.

Meine Meinung

Vielleicht waren genau diese Erwartungen mein Problem, denn leider muss ich sagen, dass ich von dem Buch etwas enttäuscht bin. Zwar verstehe ich gut, dass viele es sehr mögen, da es einen philosophischen Kontext hat, der durch die Geschehnisse noch dramatischer wirkt, aber irgendwie hat mich der Roman nicht so fesseln können, wie ich es gern gehabt hätte. Vielleicht lag es auch daran, dass ich in letzter Zeit zu viel solcher Bücher gelesen habe, da mich Miles, der Protagonist, mal wieder sehr an Holden (Fänger im Roggen) und Ed (Der Joker) erinnerte und ich die Sichtweise eines heranwachsenden, leicht depressiven Mannes langsam Leid werde. Wenn ich den Roman also in einer anderen Stimmung, zu einer anderen Zeit gelesen hätte, wäre mein Urteil wahrscheinlich anders ausgefallen, aber da es nun einmal nicht so war, werde ich meine jetzigen Eindrücke schildern.

Zuerst einmal kann ich sagen, dass ich mit einem ganz anderen Mädchen gerechnet hatte. Der Klappentext auf meinem Taschenbuch unterscheidet sich leider sehr zu dem, der auf der Homepage des dtv's steht und somit konnte ich nicht ahnen, was für eine Art weibliche Figur auf mich zukam. Ich erwartete ein eher stilles Mädchen, verträumt, geheimnisvoll und speziell, aber ich bekam ... Alaska: Laut, euphorisch, temperamentvoll, lustig und frech. Man merkte ihr an, dass sie nur eine Fassade aufbaute, die innerlich etwas ganz Anderes versteckt hielt, aber Miles schien das erst viel später zu bemerken, denn er war erst einmal damit beschäftigt nur von ihr zu schwärmen. Nun ja, schieben wir das auf das erste Verliebtsein, trotzdem konnte ich seine sofortige Leidenschaft zu ihr nicht nachvollziehen und war deswegen etwas skeptisch.

Im Laufe der Geschichte wechselte meine Einstellung zu Alaska weiterhin zwischen "Ach naja, eigentlich ist sie ja ganz süß und ich mag ihre philosophischen Gedanken" und "Wieso macht sie dem armen Kerl solche Hoffnungen, die blöde Kuh?". Zuerst befürchtete ich, dass ich zu empfindlich wäre, aber irgendwann sprachen andere Charaktere des Romans genau diese Probleme an und aus diesem Grund hegte ich eine größere Sympathie für die Nebenfiguren, die, meiner Meinung nach, einfach vernünftiger (was nicht heißen soll, dass sie nicht auch ihre Macken hatten) waren und das wechselhafte Mädchen schneller durchschauten. 

Auch der Verlauf der Geschichte war vorhersehbar - allerdings kann man vermuten, dass das mit den Titeln der einzelnen (ich nenne es hier einmal) Kapitel vermutlich beabsichtigt war - und brauchte erst seinen Anlauf um endlich wirklich spannend zu werden. Zum Beispiel hatte ich persönlich irgendwann kein Interesse mehr dem schulischen Leben zu folgen, weil es mich an einigen Stellen doch langweilte. Es kam mir manchmal fast wie ein Dramendreieck vor, was sich langsam aufbaut, sich durch einen Vorfall plötzlich wendet und dann langsam wieder abfällt (mit Ausbleiben der Katastrophe). Selbst die Erkenntnis über Alaska war nicht so schockierend, wie ich vermutet hätte. Zwar ist ihr Fall traurig und zerstörend, aber kein Grund für ihre Vielschichtigkeit. Ich weiß nicht, ob ich sie nicht hätte besser leiden und verstehen können, wenn nicht Miles der Erzähler der Geschichte gewesen wäre, sondern jemand, der nicht so besessen von ihr war.

Mein Urteil

John Green hat mich in seiner Schreibweise nicht enttäuscht, denn der Roman war lustig und hielt die Interessen der Jugend - Alkohol, Sex, Drogen  - perfekt fest, ohne dabei zu vergessen tiefer in Charaktere einzugehen und sie dem Leser näher zu bringen. Wie schon gesagt, mochte ich die Nebencharaktere sehr, was auch daran lag, dass irgendwie jeder seine eigenen kleinen Macken hatte, die ihn noch liebenswürdiger machten.
Auch die Idee hinter seinem Roman war ansprechend, was hauptsächlich an den philosophischen Aussagen der Figuren lag, aber auch an der Traurigkeit, die die Geschichte mit sich zog. Zwar finde ich andere philosophische Jugendbücher wie "Nichts - Was im Leben wichtig ist" lesenswerter, aber dennoch kann ich nicht bestreiten, dass das Buch seinen Reiz hatte und sehr schön erzählt wurde.


2 Kommentare:

  1. Schade, dass es dich nicht so begeistern konnte. Ich fand das Buch so toll. Ist auch schon lange her, dass ich es gelesen habe, aber ich hab das Event in der ca. Mitte nicht kommen sehen, mich nur immer gewundert was das mit den Zeitangaben zu bedeuten hat. Und Alaska ist wirklich ein schwieriger Charakter, aber ich konnte das gut hinnehmen. Ich finde man muss nicht immer 100% verstehen, warum ein Mensch in einen anderen verliebt ist. Das ist im wahren Leben ja auch so und die Liebe macht blind, also hat Miles sicher einige unanehme Charakterzüge an Alaska einfach übersehen.

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  2. Ja, ich kann es gut verstehen, dass Miles ein bisschen eingeschränkt war in seinem Denken, aber beim Lesen hat es mich halt leider öfter gestört. Ich hätte die Geschichte aus einer anderen Perspektive deshalb wahrscheinlich besser gefunden, aber das ist natürlich Geschmackssache.
    Das mit den Zeitangaben fand ich allerdings ziemlich eindeutig, weil die Thematik sooft angesprochen wurde, dass ich mir nur das eine Geschehnis denken konnte.

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