¡Rezension! - Arkadien brennt

Erdbeere


Titel: Arkadien brennt
Autor/in: Kai Meyer
Verlag: Carlsen
Originaltitel: -
Seitenzahl: 400
Preis: 19,90 € (D)
ISBN:
3551582025




Klappentext

Menschen, die sich in Tiere verwandeln. Blutfehden zwischen Mafiaclans. Die verbotene Liebe zu Alessandro ... Rosa braucht dringend Abstand zu den Ereignissen auf Sizilien. Auf den Spuren ihres alten Lebens reist sie zurück nach New York. Aber auch dort kommt sie nicht zur Ruhe. Die mächtigen Stellvertreter der amerikanischen Clans erwarten sie bereits. Dann stößt Rosa auf beunruhigende Details über ihre Vergangenheit. Und über ihren toten Vater. Aber warum spielt dabei immer wieder Alessandro eine Rolle? In Rosa keimt ein schrecklicher Verdacht...


Erste Gedanken


Schon der erste Band hat mir gut gefallen, jedoch nicht so sehr, dass ich dem Erscheinungsdatum entgegen gefiebert hätte. Ich genieße ein Mittelbuch in einer Trilogie nun einmal mit Vorsicht. Allerdings war ich gespannt darauf zu erfahren, wie es mit Rosa, Alessandro und der geheimnisvollen Organisation TABULA weitergehen würde. So ging ich mit mehr oder weniger niedrigen Erwartungen an das Buch heran und war letzten Endes selbst überrascht…


Meine Meinung

Kai Meyer versteht es, seinen Leser in die Irre zu führen, den Spannungsbogen ganz hoch anzusetzen und mit Wort und Witz zu beeindrucken. Selten habe ich eine Trilogie gelesen, dessen Geschichten von Buch zu Buch besser wurden. Meyer hält die Geschichte stets in einer guten Balance zwischen Fantasy und Realismus, was dem Buch einen besonderen Reiz gibt. Und so ist auch der zweite Teil der Arkadien – Trilogie ein reines Lesevergnügen.

Gleich zu Beginn der Geschichte reist Rosa, nunmehr die Chefin eines Mafiaclans, zu ihrer Mutter nach New York, um dort etwas über die Geheimorganisation TABULA in Erfahrung zu bringen. Kai Meyer hält den Leser also nicht mit einer unnötigen Einleitung auf, sondern setzt die Geschichte gekonnt fort. Daher ist es, meines Erachtens, ratsam, den ersten Teil gelesen zu haben um der Geschichte folgen zu können.
In New York angekommen, findet Rosa jedoch mehr als sie erhofft hatte, nämlich Spuren ihrer Vergangenheit. Dunkle Erinnerungen kehren zurück und Menschen, die man einst geliebt hat, entpuppen sich als falsch und enttäuschend. Da Rosa den Ärger magisch anzieht, trifft sie auch gleich auf die amerikanischen Carnevares. Unnötig zu sagen, dass diese Begegnungen alles andere als friedlich endet. Denn zwischen den Carnevares und den Alcantaras herrscht seit jeher eine verbitterte Feindschaft, welche auch nicht vor der anderen Seite des Atlantiks halt macht.
Wie schon im ersten Teil zu vermuten war, dreht sich Arkadien brennt diesmal um die Frage wer oder was TABULA ist.Doch steht diese Handlung nie direkt im Vordergrund, sondern ist von vielen, kleinen Handlungssträngen umgeben. Dabei kommen immer mehr und sehr schockierende Wahrheiten ans Licht. Wahrheiten, die man so nicht vermutet hätte. Kai Meyer schafft es immer wieder den Leser zu überraschen und seine Vermutungen und Theorien zu überdenken.

Bei ihrer Suche zieht Rosa so manche Aufmerksamkeit auf sich und stößt dabei nicht nur auf Freunde. Ferner kommt ihr immer wieder ihre Vergangenheit in die Quere. Generell steht Rosas Vergangenheit diesmal im Vordergrund. So kommt es wieder zu einer Begegnung zwischen ihr und ihrer Freundin Valerie aus New York, ein geheimnisvolles Video taucht auf und sie lernt etwas über ihren verstorbenen Vater…

Die Beziehung zwischen Alessandro und Rosa scheint in diesem Teil auch verstärkt, doch haben sie weder sich noch ihre Hormone unter Kontrolle – was jedes Mal entweder peinlich und lustig endet. Kai Meyer setzt ihre Liebe gekonnt um, ohne sie zu dominant in den Vordergrund zu drängen. Dass ihre Verbindung nicht gern gesehen wird, ist gewiss. Doch ihre seltenen gemeinsamen Momente sind schön und intensiv beschrieben. Allerdings wird ihr Glück schnell getrübt, denn ihre Familien würden die beiden lieber tot als zusammen sehen und zudem hat Rosa den Verdacht, dass Alessandro ihr Dinge verschweigt. Dinge, die vielleicht etwas mit TABULA und den mysteriösen Morden an den New Yorker Carnevares zu tun haben. Kann Rosa noch irgendwem trauen?

Kai Meyer hat eine Geschichte geschaffen, die an Spannung kaum zu überbieten ist. Sie gönnt sich kaum Atempausen, sondern offenbart dem Leser Geheimnisse am laufenden Band. Man ist schon leicht überfordert, bei der Menge an Neuigkeiten die einem entgegen gebracht werden. Viele Fragen werden beantwortet, es werden aber ebenso viele neue gestellt. Was ich an Kai Meyer bemerkenswert finde, ist, dass er die Dinge beim Namen nennt. Er scheut sich nicht, alles offen darzulegen oder die brutalen Szenen real zu beschreiben, auch wenn vieles der Fantasie des Lesers überlassen bleibt.

Arkadien brennt ist kein niedliches Jugendbuch, sondern es werden vielmehr die Probleme des Einzelnen wiedergegeben. Das liegt allen voran an Rosa. Ich finde, Kai Meyer ist mit Rosa ein sehr schöner und vielseitiger Charakter gelungen. Ein Charakter, der wirklich viel durchmachen musste und sich trotzdem in allen Lebenslagen zu helfen weiß.  Anders als im ersten Teil empfinde ich Rosa aber diesmal etwas weicher. Natürlich ist sie immer noch tough und sehr selbstbewusst, doch haben sie die Verantwortung, die sie jetzt trägt, und vor allem das Video etwas einknicken lassen. Aber dadurch wurde Rosa nur noch menschlicher. Mein heimlicher Star des Buches war allerdings Iole. Das junge Mädchen ist sehr clever, gerissen und immer für Überraschungen gut, sodass es mit ihr häufig ein paar Lacher gab. Alessandro sehe ich dagegen als einen sehr undurchsichtigen Charakter. Ich kann mich bis heute nicht entscheiden, ob ich ihn mögen soll oder nicht. Insgesamt haucht der Autor mit seinen wunderbaren und flüssigen Schreibstil seinen Figuren viel Leben und Persönlichkeit ein.

Mein Urteil

Im Nachhinein war ich positiv überrascht und konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Meyer weiß zu fesseln, nie vorausschauend zu sein und die vielen Geheimnissen und unerwarteten Wendungen machen Arkadien brennt zu einem lesenswerten Buch. Es bietet alles, was ein modernes Jugendbuch braucht: Spannung, Geheimnisse und ein Hauch Romantik.


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