¡Rezension!: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand

VanaVanille


Titel: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
Autor/in: Jonathan Stroud
Verlag: blanvalet
Originaltitel: The Bartimaeus Trilogy: Vol.I: The Amulet of Samarkand
Seitenzahl: 544
Preis: 12,00 € (D)
ISBN:
978-3-442-36402-2




Klappentext

Der Dschinn Bartimäus bekommt eines Tages in London den Auftrag, dem hochnäsigen Zauberschüler Nathanael zur Seite zu stehen: ein Auftrag, der Bartimäus zunächst alles andere als glücklich macht. Doch schon bald stecken die beiden in einem Abenteuer, das sie wie Pech und Schwefel zusammenschweißt. Nathanael versucht sich am mächtigen Zauberer Simon Lovelace zu rächen und ihm das berühmte Amulett von Samarkand zu stehlen. Und mit Bartimäus’ Hilfe könnte ihm das auch gelingen ...


Erste Gedanken

Nach vielen Jahren des Überlegens und der Lobhymnen hatte ich mich entschlossen endlich auch einmal einen Blick in die "Bartimäus"-Trilogie zu werfen. Man hatte mir von seinem sarkastischen Witz und spannenden Abenteuer erzählt und das machte mich dann doch neugierig, obwohl ich mich in den Buchhandlungen nie überwinden konnte, es mit zu nehmen. Allerdings befürchtete ich bereits, dass es mir trotz vieler Empfehlungen nicht so gut gefallen würde, wie ich es erhoffte.


Meine Meinung

Meine Zweifel haben mich nicht getäuscht und ich bin erleichtert, dass ich wirklich das ganze Buch durchlesen konnte, ohne aufzugeben (was ich zwischendurch schon vorhatte). Man darf zwar nicht behaupten, dass alle Lobreden total falsch waren und sich nichts Gutes bestätigt hätte, aber durch den ganzen Hype und den hohen Erwartungen konnte ich ja nur enttäuscht werden.

Zuerst sollte man erwähnen, dass das Buch abwechselnd aus der Sicht von Bartimäus und Nathanel geschrieben wurde. Allerdings unterscheiden sich zwischen den beiden Erzählweisen auch noch Erzählperson und Erzählzeit. Während Bartimäus immer in der Ich-Form spricht und genau das wiedergibt, was er gerade erlebt, übernimmt ein Er-Erzähler Nathanaels Part und spricht nicht nur über die Gegenwart, sondern auch über seine Vergangenheit. Auch wenn das jetzt vielleicht etwas verwirrend erscheint, so kann ich sagen, dass es eigentlich nicht schwierig zu verstehen ist und es beim Lesen so gut wie nie gestört hat.

Kommen wir aber nun lieber zu meinem Hauptkritikpunkt: Den Charakteren. Es kann sein, dass meine Einstellung dazu einfach zu eng ist und andere diese Tatsache nicht stören würde, aber im Buch haben mir eindeutig die Nebenfiguren gefehlt, die mich in anderen Romanen immer total begeistern. Es gab keine Freunde der Protagonisten auf die man näher hätte eingehen können, keine Verbündete, die irgendetwas Besonderes an sich hatten, nein, es gab - wenn man es hart ausdrücken will - nur die beiden Protagonisten, die in irgendeiner Weise interessant waren (dafür leider nicht unbedingt sympathisch). Dafür gab es allerdings so viele Bösewichte, dass man gar nicht wusste vor wem man sich am meisten in Acht nehmen sollte. Schon aus diesem Grund sollten das Buch und ich keine Freunde werden.

Um euch zu erklären, was ich genau damit meine, möchte ich mit Bartimäus selbst anfangen. Ich kann nicht leugnen, dass sein Sarkasmus und Humor die ganze Geschichte etwas aufgefrischt haben, aber ihm die ganze Zeit zuzuhören und lesen zu müssen, was er macht, war auf Dauer doch anstrengend. Er eignete sich für mich nicht als Protagonist, sondern eher als kleine Nebenfigur, die immer wieder auftaucht und seine bösen Kommentare abgibt. Wenn es so gewesen wäre, dann hätte ich auf alle Fälle Gefallen an ihm gefunden, aber leider kam es ganz anders. Er beschrieb seine Umgebung, die meist überhaupt keine Rolle spielte, sehr genau und das sorgte so für ewige Langeweile. Wenn er allein unterwegs war, passierte so gut wie nie etwas wirklich Spannendes und sein ganzer Text wurde dann noch von Fußnoten unterbrochen, die eine halbe Seite für sich beanspruchten. Natürlich hätte man diese einfach ignorieren können, aber dann hätte ich nicht von mir behaupten dürfen, wirklich das ganze Buch gelesen zu haben. So quälte ich mich durch die kleinen Zeilen, die zwar hin und wieder lustige Sachen enthielten, allerdings nicht weiter von Belang waren (außer es wurden fremde Figuren erklärt).

Da gefielen mir die Kapitel aus Nathanaels Sicht schon besser, auch wenn ich den Jungen selbst nicht gut leiden konnte. Mit seinen zwölf Jahren war er mir zu stolz, zu temperamentvoll und zu begabt, sodass er ein eher uninteressanter Charakter war auf den auch nicht näher eingegangen wurde. Die einzigen Gefühle, die man wirklich von ihm mitbekam, waren Angst, Wut und Hass. Kurzzeitig war auch Trauer dabei, die mir allerdings viel zu schnell in Wut wechselte. Natürlich muss man dazu sagen, dass der Junge es nicht einfach hatte, da er von allen Seiten unterschätzt und gedemütigt wurde, aber seine oft so negativen Gefühle machten ihn zu einer Figur mit der man nicht mitfühlen konnte. Man kann also sagen, dass Bartimäus ihm ruhig etwas von seinem Witz hätte abgeben können.
Trotz dessen waren Nathanaels Kapitel aufschlussreicher und spannender, weil man immer mehr über die Zaubererwelt erfuhr in der man sich befand. Sie erinnerte mich an einigen Stellen ein wenig an Harry Potter, wenn man einmal das Ministerium aus Zauberern und den Schauplatz London betrachtet. Allerdings möchte ich hier nicht in die Irre führen, denn im Allgemeinen handelt es sich um eine ganz andere Art der Fantasywelt von der sicherlich andere begeisterter sein werden als ich es war.


Mein Urteil

Schlussendlich kann ich sagen, dass mich Bartimäus leider nicht so fesseln konnte, wie es mir andere versprochen hatten. Sarkasmus und Witz waren zwar zur Genüge vorhanden, machten die Charaktere allerdings auch nicht sympathischer. Der Autor hätte sich die detailreichen Bemerkungen zur Umgebung sparen und sein Können lieber in seine Figuren legen sollen, dann wäre die Geschichte auf jeden Fall besser geworden. Was die Welt betrifft, so hat er allerdings etwas wirklich Schönes und Neues erschaffen, was mir auch sehr gefallen hat. Trotzdem machte diese Tatsache die Langatmigkeit und Langeweile nicht wett.


2 Kommentare:

  1. Nach deiner fast vernichtenden (wenn man das so sagen darf) Zwischenbilanz bin ich doch ziemlich überrascht. Doch noch ganze 2,5 Früchte? Hätte wirklich weniger erwartet xD

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  2. Hehe, naja die Ideen und den Rest fand ich ja auch ganz gut, aber wenn der Schreibstil so langweilig ist... tja =/
    Trotzdem, die Geschichte an sich fand ich nicht schlecht.

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