¡Rezension!: Flüsterherz

VanaVanille


Titel: Flüsterherz
Autor/in: Debora Zachariasse
Verlag: Coppenrath
Originaltitel: Het Fluisterboek (niederl.)
Seitenzahl: 352
Preis: 14,95 € (D)
ISBN:
978-3-8157-5301-9




Klappentext

In meinem Kopf herrscht noch immer Stille, aber ich spüre wieder etwas. Plötzlich sehe ich Tibby vor mir, mit ihrem warmen Lachen, bei dem die Sonne aufgeht. Und Easys meergrüne Augen, in denen ich nur zu gern versinke. Doch jetzt ist Tibby fort und ich frage mich, ob ich sie hätte zurückhalten können. Alles, was bleibt, ist diese Stille und die Erinnerung an einen magischen Sommer.

Erste Gedanken

Zugegeben, bei "Flüsterherz" hat mich zuallererst das Cover angesprochen, welches wirklich gut gelungen ist. Durch die hübschen Zeichnungen am Rand und den geschriebenen Text wurde ich sofort angezogen und dazu verleitet mir den Klappentext durch zu lesen.
Auch wenn ich die Inhaltsangabe nicht allzu aussagekräftig fand, weckte sie dennoch Interesse in mir. Ich erwartete ein Buch, welches in Richtung "Eine wie Alaska" gehen würde (so Unrecht hatte ich gar nicht, finde ich zumindest), aber trotzdem konnte ich mir nichts Genaueres vorstellen. 

Meine Meinung

Unsere Protagonistin Anna ist genau das, was die meisten wohl "Musterschülerin" nennen würden. Sie schreibt ausgezeichnete Noten, lebt in einem ordentlichen Haushalt und hat gut verdienende Eltern, die ihr Geigenunterricht und Hockeytraining bezahlen. Nur hin und wieder scheint sie ihre Zunge nicht im Zaum halten zu können und sagt Dinge, die man besser für sich behalten sollte. Aus diesem Grund kriegt sie des Öfteren Ärger mit den Lehrern - die sie mit ihren üblen Kommentaren fast zur Weißglut treibt -, lernt aber auch ihre neue Freundin Tibby kennen, welche ihr eine ganz neue Welt zeigt. Tibby wohnt zusammen mit ihrer viel beschäftigten Mutter, ihrem ständig reisenden Vater und vier Katzen in einem schäbigen Haus am Stadtrand. Ihr Leben scheint so vollkommen anders als Annas zu sein, die sich mit ganzem Herzen in das Heim ihrer Freundin verliebt. Hier kann sie tun und lassen, was sie will und erlebt gemeinsam mit Tibby einen der schönsten Sommer ihres bisherigen Lebens. Erst viel später merkt sie, dass ihre neue Schulkameradin es nicht ganz so leicht hat, wie es zuvor den Anschein gehabt hat und Anna versucht mit aller Kraft Tibby zu helfen, um nicht all das wieder zu verlieren, was sie in den letzten Wochen so lieb gewonnen hat.

Die Geschichte wird aus Annas Sicht erzählt, wobei sie allerdings mehrmals zwischen Gegenwart und Vergangenheit wechselt. Ich muss sagen, dass mir von den gegenwärtigen Passagen die erste und die letzte gereicht hätten, weil die anderen meist zu viel vorweg nahmen und das Ende des Romans dadurch immer durchsichtiger wurde. Jedoch vermute ich, dass dies von der Autorin so beabsichtigt war. Der Leser sollte sich von Anfang an bewusst sein, um was für eine Art von Geschichte es sich handelte, damit er die Bedeutung und Relevanz gewisser Situationen verstehen konnte. Sonst ließ sich der Roman fast wie ein Tagebuch lesen und sorgte mit seinem lockeren Erzählstil für einen angenehmen und schnellen Lesefluss.

Wie schon erwähnt, hat mich das Buch hier und da ein bisschen an "Eine wie Alaska" erinnert, denn in beiden Büchern findet man sich im Kopf eines Teenagers wieder, dessen Leben sich durch eine einzige Person schlagartig ändert. Wie auch Alaska war Tibby zu Anfang der Erzählung ein sehr aufgewecktes Mädchen, was ihre Umwelt mit einem Lächeln verzaubern konnte und Anna total für sich einnahm. Sie war temperamentvoll, lässig und auf ihre eigene Art schön, doch verbarg sich in ihr eine Traurigkeit, die nur nach und nach zum Vorschein kam. Ich konnte mich kaum entscheiden, ob mein Mitleid mehr ihr galt, oder Anna, die vergeblich versuchte ihr zu helfen, allerdings kläglich scheiterte. 

Es ist schwer solch ein Buch in Worte zu fassen und noch schwerer dabei nicht zu viel zu verraten. Klar ist nur, dass die Autorin mit Tibby und Anna zwei sehr glaubwürdige und gefühlvolle Charaktere geschaffen hat, die den Leser mitreißen und ganz besonders mitfühlen lassen. Schnell wird einem klar, dass die Frau Ahnung hat von dem, was sie beschreibt. Sie hat ein Buch geschrieben, was sich mit der Thematik Depression und Suizid befasst, ohne dabei zu dramatisch oder aufgesetzt zu wirken. Trotz Kummer und Schmerz kommen normale Dinge wie das erste Verliebtsein, Schulprobleme und Beziehungen zu anderen Menschen nicht zu kurz, was die Geschichte nur noch authentischer macht und dem Leser verdeutlicht, dass neben all der Trauer auch ein Mensch existiert, der Freude am Leben hat.

Mein Urteil
 
Das Jugendbuch "Flüsterherz" ist ein ernst zu nehmender Roman, der sich mit der Thematik Suizid und dessen Verarbeitung befasst. Mit viel Gefühl werden Charaktere und Situationen beschrieben, die dafür sorgen, dass man das Buch kaum mehr weglegen mag.
Trotz des heiklen Themas bleibt die Autorin authentisch und verleiht ihrem Roman keine gekünstelte Dramatik. Ihre Botschaft ist deutlich: Wenngleich die Welt aus den Fugen gerät, gibt es immer noch Hoffnung und mindestens 5 Lösungen.

4 Kommentare:

  1. Mensch, doch so gut, hätte ich nicht erwartet... jetzt bin ich doch ein klein wenig versucht mir dieses zuckersüße Cover zuzulegen ;)

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  2. Ja, ich fand es wirklich ziemlich gut, muss allerdings sagen, dass es sicherlich wieder eine Geschmackssache ist. Also bitte nicht mir die Schuld geben, wenn es dir nicht gefallen sollte ;D
    Dafür ist ja jedenfalls das Cover schön, hehe.

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  3. Klar bist du schuld, falls ich es lesen sollte und doof finde ;D Aber das Cover könnte dich entschädigen.

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  4. Hehe. Na da bin ich ja erleichtert, dass es noch Hoffnung gibt x)

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