¡Rezension!: Letterland - Die Diamantenquelle

VanaVanille


Titel: Letterland - Die Diamantenquelle
Autor/in: Johanna Trommer
Verlag: Baumhaus
Originaltitel: -
Seitenzahl: 587
Preis: 14,99 € (D)
ISBN:
978-3-8339-3911-2




Ich sollte vielleicht gleich zu Anfang sagen, dass mich "Letterland" sehr enttäuscht hat und ich mich wirklich durch das Buch kämpfen musste. Es brauchte keine 10 Seiten da wusste ich bereits, dass meine Erwartungen viel zu hoch waren und der Roman diese nie erfüllen könnte. Zwar spürte man klar und deutlich das Potential der Geschichte und der Figuren, aber es gab immer etwas, was meine Begeisterung hemmte und es mich so niemals wirklich genießen ließ.

Tinka war eigentlich eine sehr sympathische Protagonistin, die durch ihren hilfsbereiten Charakter und ihre grenzenlose Liebe zu Büchern überzeugte. Leider nahm diese erste Sympathie im Laufe der Geschichte immer weiter ab, denn ihre Persönlichkeit erschien mir irgendwann unglaubwürdig perfekt und viel zu gutmütig. Ihre Handlungen wurden aufopfernd und unvernünftig, was irgendwann zu theatralisch und aufgesetzt wirkte, als dass es von einem Kind hätte stammen können.

Viel lieber waren mir dann doch die anderen Figuren im Buch, die meist aus der fantastischen neuen Welt Grammaton kamen. Mit viel Kreativität und Ideenreichtum hatte die Autorin hier neue Wesen erschaffen, die mich vom ersten Moment an begeistern und verzaubern konnten. Ob nun geflügelte, elfengleiche Kreaturen oder Geschöpfe, die in Form eines Buchstabens anzutreffen waren, jede dieser Figuren hatte etwas Schönes an sich. So kann ich sagen, dass ich jedenfalls in dieser Hinsicht nicht enttäuscht wurde.

Aber was bringt einem eine so atemberaubende Welt, wenn sich der Rest der Story nur schleppend fortbewegt? Der Schreibstil der Autorin konnte mich jedenfalls an keiner Stelle fesseln und führte sogar manchmal dazu, dass ich mit meinen Gedanken ganz woanders war. Vielleicht nahm ich mir dabei ein Vorbild an den Charakteren des Romans, die ebenfalls oft mit ihren Überlegungen total vom Thema abkamen und irgendwelche unwichtigen Informationen an den Leser weitergaben, der währenddessen nur darauf wartete, dass die Geschichte endlich weitergeht. In etlichen Situationen verlief die Autorin sich in belanglosen, viel zu detailreichen Beschreibungen der Umgebung und fand scheinbar selbst den Ausweg aus diesem endlos erscheinenden Labyrinth nicht mehr.

Ich hätte nicht geglaubt, dass ich irgendwann so etwas sage, aber ich denke, dass dem Buch ein paar Seiten weniger gut getan hätten. Würde man alle unbedeutenden Details und irrelevante Beschreibungen aus dem Roman streichen, wäre wahrscheinlich nur die Hälfte davon übrig geblieben, welche allerdings vollkommen ausgereicht hätte. Das Buch hätte sich fließender lesen lassen, man hätte keine Zeit gehabt mit den Gedanken ab zu schweifen und auch die Spannung hätte nicht so sehr gelitten, wie es jetzt der Fall ist. Hätte, hätte hätte...!

Etwas verkrampft war deswegen auch mein Jubel, als ich vom zweiten Teil erfuhr (man möge es kaum glauben, aber auch "Letterland" ist eine Trilogie). Ich glaube einfach, dass man die ganze Geschichte in ein einziges Buch hätte schreiben können und daraus sicherlich ein schönes Abenteuer geworden wäre.


Mein Urteil

Die Autorin hat in "Letterland" eine fantasievolle neue Welt erschaffen, die mich oft an "Tintenherz" erinnerte und mit ihren kreativen Wesen den Leser verzaubern könnte. Leider stand der Euphorie dabei meist der langatmige und viel zu detailreiche Schreibstil im Weg, sodass man sich nur wünschen kann, dass dieser im zweiten Teil verbessert wird. 


4 Kommentare:

  1. @Lurchi: Danke, hab mich auch sehr darüber gefreut ;)

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  2. schade, dass das buch nicht deinen erwartungen entsprach

    lg kerry

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  3. http://leselurch.blogspot.com/2011/03/aktion-schoggi-spende-fur-japan.html

    Schokolädchen von Lurchi =)

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