¡Rezension!: Wie ein einziger Tag

VanaVanille


Titel: Wie ein einziger Tag
Autor/in: Nicholas Sparks
Verlag: Heyne
Originaltitel: The Notebook
Seitenzahl: 208
Preis: 7,95 € (D)
ISBN:
978-3-453-72216-3




Ich sag es lieber gleich: Alle, die den Film "Wie ein einziger Tag" schon zu kitschig fanden, sollten lieber die Finger vom Buch lassen. Es übertrumpft die Verfilmung nämlich nicht nur in Sachen Traurigkeit und Dramatik, sondern auch in Liebesschwüren und Romantik. Wer also mit den Darstellern und Charakteren im Film vollkommen zufrieden war und es sich auch nicht anders gewünscht hätte, der kann beruhigt dabei bleiben und einfach vergessen, dass diese eigentlich auf einem Roman basieren. Alle anderen können allerdings getrost zum Buch greifen und schon einmal die Taschentücher bereit legen.

Nicholas Sparks entführt mit "Wie ein einziger Tag" in eine wunderschöne und gleichzeitig dramatische Liebesgeschichte, wie sie bewegender kaum sein kann. Nach Jahren voller Ungewissheit und Nostalgie begegnen sich die beiden Protagonisten Noah und Allie wieder, die sich gemeinsam an einen Sommer aus ihrer Jugend erinnern. Alte Gefühle kommen dabei wieder ans Tageslicht und scheinen nie wirklich fort gewesen zu sein, doch hinter dieser vermeintlich harmlosen und romantischen Geschichte verbirgt sich eine traurige und schockierende Wahrheit, die dem Leser mit jeder Seite deutlicher wird.

Keine Frage, Herr Sparks besitzt eine Art zu schreiben, die einen an sein Buch fesselt und neugierig macht. Mit poetischen Versen und Gedanken weiß er seinen Leser um den Finger zu wickeln und spart dabei keinen noch so lieblichen Ausdruck aus. Natürlich merkt man sofort, dass sein Roman eher an die weibliche Masse gerichtet ist und deswegen setzt er auf viel Gefühl und (wie sollte es anders sein) Liebe, wo auch immer sie gerade passt. Selbstverständlich ist man da als Frau auch an manchen Stellen zu Tränen gerührt und wünscht sich selbst solch eine bedingungslose Liebe, aber dennoch muss ich sagen, dass er in vielen Dialogen einfach übertrieben hat. Er packt in einigen Situationen viel zu viel Kitsch auf einen Haufen und ruiniert dann die Szene, die er vorher mit so viel Emotion und Fingerfertigkeit aufgebaut hat. Mir fehlte dann oft die Zärtlichkeit und das langsame Herantasten, was man bei zwei Personen, die sich seit Ewigkeiten nicht gesehen haben, aber dennoch etwas füreinander empfinden, eigentlich erwartet. Doch die Vorsicht, die ich mir gewünscht habe, wurde ganz einfach übersprungen, sodass alles auf Anhieb funktionierte, kaum ein Tag vergehen musste und die beiden wieder voll und ganz ineinander aufgingen. Wenn der Autor schon so rasant vorgeht, hätte ich mir jedenfalls vorher mehr Inhalt ihres Sommers gewünscht. Mehr Informationen, dass man als Leser auch hätte sagen können: oh ja, das mit den beiden ist wirklich etwas Besonderes. So kam es mir leider nur vor als würden die beiden ihre ganze Hoffnung in eine Beziehung legen, die sehr unreif und auf jugendlicher Schwärmerei aufgebaut war (Was sie ja eigentlich überhaupt nicht war!).

Doch lassen wir das beiseite, denn da würden mir sicherlich einige ins Wort fallen und etwas wie Wahre Liebe erkennt sich nun einmal sofort. erzählen und deswegen lasse ich nun diese Menschen in ihrem Glauben und komme zum nächsten Punkt, der mich außerdem gestört hat.
Denn leider muss ich sagen - und das kann nun wirklich an meinem persönlichen Geschmack liegen - dass mir Noah zwar sehr sympathisch war, Allie dagegen überhaupt nicht. Es schien sogar meist so, dass Noah zart, liebenswert und nachdenklich für beide war um damit Allies egoistischen und von sich selbst überzeugten Charakter zu überspielen. Sie hat mich jedenfalls, ob Künstlerin oder nicht, an vielen Passagen in den Wahnsinn getrieben, weil sie viel zu sicher und überlegen auftrat. Das änderte sich Gott sei Dank mit der Zeit, aber anfänglich regte es mich doch sehr auf und versperrte mir sozusagen eine emotionale Bindung zu Allie.

Da allerdings nicht nur die Geschichte ihres Kennenlernens eine Rolle im Buch spielte und diese eigentlich von einer viel wichtigeren und traurigeren Story umfasst wurde, gewann der Roman mich doch noch für sich. Denn genau diese Haupterzählung ist das, was die Tränen nur so fließen lässt und einen innerlich dermaßen berührt, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass irgendwer, der schon einmal geliebt hat, nicht von dieser drückenden Stimmung erfasst wird. Das Ende war einfach zu schön und hätte alleinstehend schon die beste Bewertung verdient.


Mein Urteil

Ein trauriger Roman, der über die Stärke und Macht einer Liebe erzählt, die viel zu schön ist um wahr zu sein. Voller Gefühl, Melancholie und Poesie, auch wenn Herr Sparks doch manchmal zu Übertreibungen und ja, auch zum Kitsch neigt.

Unsere Seelen waren eins, du weißt es,
und werden nie und nimmer trennen sich;
es strahlt das Antlitz voll des Morgenglanzes-
berühr’ ich Dich so find’ ich immer mich.
[S. 176]



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