¡Rezension!: Easy

VanaVanille


Titel: Easy
Autor/in: Christoph Wortberg
Originaltitel: -
Seitenzahl: 240
Preis: 7,95 € (D)
ISBN:
  978-3-407-74241-4




Alex, der von seiner Oma immer Easy genannt wurde, hat es nicht einfach im Leben. Gemeinsam mit seinen zwei jüngeren Brüdern und ihrer Mutter lebt er in einer Hochhaussiedlung und muss sich ohne Vater und finanziellen Mitteln durch das Leben schlagen. Als seine Mutter dann auch noch gefeuert wird und sie ohne Arbeitsplatz wahrscheinlich ihre Kinder an das Jugendamt abgeben muss, verliert sie vollkommen die Lust am Leben und versteckt sich in ihrem Zimmer.

Genau an dieser Stelle beginnt Alex' Geschichte, denn plötzlich trägt der 14jährige die volle Verantwortung und muss sich wie ein Erwachsener verhalten. Vollkommen auf sich allein gestellt, bringt er seine beiden Brüder in die Schule, wehrt skeptische Fragen der Lehrer und Nachbarn ab und lässt sich die unmöglichsten Dinge einfallen, damit seine Pläne aufgehen.
Er erwies sich dabei als wirklich clever und kreativ und versuchte stärker zu wirken, als er eigentlich war. Gerührt verfolgte ich die Absichten des jungen Protagonisten und musste dabei mit ansehen, wie selbstlos und optimistisch er an alles heran ging, selbst dort, wo andere längst aufgegeben hätten. Als "Held" eines Jugendbuches machte er sich deswegen ausgezeichnet und konnte mich zusätzlich auch noch mit frechen Sprüchen für sich gewinnen, die den pubertierenden Teenager hinter der reifen Fassade durchscheinen ließen.

Angenehm lesen ließ sich allerdings nicht nur Alex' Humor, sondern auch der Rest des Buches. Durch die unkomplizierte Sprache und den zügigen Verlauf der Geschichte konnte man es in wenigen Stunden durchlesen und verspürte an keiner Stelle Langeweile. Aus diesem Grund - und natürlich auch wegen der Thematik - hatte ich oft das Gefühl, dass sich der Roman auch als Schullektüre eignen würde und selbst Jugendliche, die nicht gerne lesen, ihre Freude daran hätten.

Erschreckend realistisch an diesem Buch waren besonders die heuchlerischen Menschen, die sich dem Jungen in den Weg stellten und meinten, nur Gutes zu wollen, obwohl sie absolut nichts verstanden. Der Autor gibt dem Leser durch seine Dialoge und Beschreibungen die Chance seine eigenen Erfahrungen in die Geschichte mit einfließen zu lassen, denn solche falschen, verlogenen und unfreundlichen Personen begegnen fast jedem mindestens einmal im Leben und lassen die Welt so furchtbar ungerecht erscheinen, wie es auch hier der Fall war. Damit bringt Wortberg einem die Geschichte nicht nur näher, sondern schafft es auch Gefühle wie Wut und Ärger zu wecken, die einen inne halten und nachdenken lassen. Wären wir in dieser Situation eigentlich besser? Würden wir dem Jungen helfen können?
Erleichternd ist es dann zu sehen, dass es auch gute Personen gibt, die Alex unterstützen, ohne etwas von ihm zu verlangen.

Einziges Manko des Buches war für mich das Ende der ganzen Geschichte. Es ging mir schließlich alles zu schnell, zu einfach und friedlich aus, als dass ich es hätte ernst nehmen können. Die ganzen Probleme, die sich vorher aufgebaut hatten, ob nun die Depressionen der Mutter, der Ärger mit dem Jugendamt oder die missliche finanzielle Lage, all das schien sich mit einem Mal in Luft auf zu lösen, nur weil ein Punkt in Alex' Plan funktioniert. Auch wenn natürlich nicht alles mit einem Mal perfekt ist, war es für mich doch eher ein "Happy End", was ich weder erwartet, noch erhofft hatte. Mir wäre ein anderer Ausgang der Story lieber gewesen, einer, der besser zum Rest gepasst und nicht die gesellschaftskritische Einstellung gleich wieder mit einer Alles wird gut-Illusion zerstört hätte.


Mein Urteil

Christoph Wortberg hat einen harten aber ehrlichen Roman geschrieben, der sich wegen der realistischen Thematik und des hoffnungsvollen Protagonisten auch sehr gut als Schullektüre eignen würde. Ich hätte mir zwar gewünscht, dass der Autor mehr auf das Thema Depressionen eingehen würde, aber schlussendlich hat sich das Buch - trotz ernüchterndem Ende - gelohnt.


2 Kommentare:

  1. Irgendwie gut.
    Habe jetzt Lust das zu lesen :)
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  2. @Ruth: Irgendwie gut? *lol* Aber schön wenn meine Rezension einen dazu bringt Lust auf das Buch zu kriegen ^^

    AntwortenLöschen

Ich liebe Kommentare, oh ja, ich liebe sie wirklich. Aber bitte schreibt keine nichtssagenden Einzeiler und verlinkt danach auf euren Blog. Die Kommentarfunktion soll nicht als Werbetafel, sondern für Diskussionen und nette Gespräche dienen.

Ich danke,
Cherry