¡Rezension! - The secret year

Erdbeere


Titel: The secret year
Verlag: Penguin Group
Originaltitel: -
Seitenzahl: 192
Preis: 5,99 € (D)
ISBN:
978-0142417799




Es gibt Bücher, in denen die Charaktere einem Buch Leben einhauchen, den Leser immer mehr ins Geschehen hineinziehen und mit ihren Handeln, Eigenschaften oder mit ihrer Sprache faszinieren. Kurzum: gute Bücher. Dann gibt es wiederum welche, deren Figuren  ein ganzes Buch komplett versauen können. So geschehen bei „The secret year“.  Was als „forbidden romance“, „secret journal“ und „unforgettable love“ angepriesen wurde, entpuppte sich schnell als eine arm-reich-Geschichte, die weder verboten, geheim noch unvergesslich war.

Julia ist tot. Mit dieser Information wird der Leser gleich zu Beginn konfrontiert. Nun liegt es an Colt, Julias heimlicher Liebhaber seit einem Jahr, diese Tatsache zu verarbeiten. Er kann sich weder mit seinen Freunden aussprechen, noch seine Trauer in der Öffentlichkeit zeigen, denn eigentlich kennen sich die beiden überhaupt nicht – so glaubt man. In „The secret year“ erzählt Jennifer R. Hubbard die Geschichte von Colt und Julias Liebe. Dabei versucht sie so authentisch wie möglich das Jahr der beiden zu rekonstruieren. Leider ist ihr das nur minder gut gelungen. Ihr Schreibstil war für mich die ganze Zeit über sehr platt und oberflächlich.

Kommen wir zum wohl größten Kritikpunkt des Buches: Julia und Colt. Wo war die Liebe? Wo die Intimität? Und wo, um Himmelswillen, die Trauer? Meiner Meinung nach verbanden die beiden nichts mehr als Sex. Ich konnte überhaupt nicht nachvollziehen, wie sich die beiden überhaupt ineinander verliebten. Dabei fand ich es überaus unrealistisch, warum sie ihre Beziehung geheim halten wollten. Für mich war es nichts weiter als an den Haaren herbeigezogene Gründe. Leider verstrickt sich Hubbard hier derart in Klischees, dass ich es nur lachhaft fand. Ich dachte, in der heutigen Zeit haben wir weitaus schlimmere Probleme als dass der Partner arm sei und auf der anderen Seite der Stadt wohne. Aber wenn man auf eine amerikanische High School geht, ist das wohl anders. Mit dem Protagonisten Colt hatte ich ein großes Problem. Das ganze Buch über versucht er, über Julia hinweg zu kommen. Er verschwendet mal hier und da einen Gedanken an sie und liest ihr Tagebuch, in dem alles über ihre Beziehung geschrieben steht, aber so richtig kommen seine Gefühle nicht rüber, wenn sie überhaupt jemals richtig da waren. Nach einem Jahr Beziehung stört es ihn nicht, dass Julia eigentlich einen Freund hat und sie Colt verleugnet. Das gibt dem Leser zu bedenken, welche Form von Liebe das wohl zu sein scheint. Vielleicht mag es auch daran liegen, dass das Buch gerade mal eine Dicke von 192 Seiten hat und ich bezweifle, dass man auf den wenigen Seiten die geballte Ladung Gefühle wiedergeben kann. Gerade bei dem Thema Tod ist dies schwierig. 

Ich, als Leser, hatte stets das Gefühl, Hubbard berichte nur über das Leben eines pubertären Jungen, der sich einmal verliebt hat und schiebt zwischendurch, als eine Art Auflockerung, ein paar Tagebucheinträge von Julia dazwischen. Dies hat das Buch allerdings auch nicht mehr herausgerissen. Leider blieben die Figuren farblos und die Story lahm. Schade, dabei habe ich so gehofft.


Mein Urteil

Hier liegt ein typischer Fall von gute Idee, schlechte Umsetzung vor. Die Figuren waren nur Schatten ihrer selbst und auch der Schreibstil der Autorin konnte nicht fesseln. Viele Passagen des Buches waren langatmig oder unnötig. Schade!


2 Kommentare:

  1. Okay, ich hatte das Buch sowieso nicht ins Auge gefasst - Aber dann weiß ich ja, dass ich es nicht kaufen sollte (auch wenn es mich irgendwann mal interessieren sollte).

    Hat Jennifer Hubbard schon was auf deutsch veröffentlicht? Mir kommt der Name so bekannt vor...

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  2. Soweit ich weiß, hat sie noch nichts auf deutsch veröffentlicht. Amazon spuckt auch nichts dazu aus. ;)

    Ja, ich denke auch nicht, dass es dir gefallen würde ;) Aber wer was schnelles, oberflächliches mag, der ist hier vielleicht richtig. *g*

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