¡Rezension!: Melina und die vergessene Magie

VanaVanille


Titel: Melina und die vergessene Magie
Autor/in: Susanne Mittag
Verlag: Ueberreuter
Originaltitel: -
Seitenzahl: 238
Preis: 9,95 € (D)
ISBN:
978-3-8000-5612-5




Als Neue hat man es in der Schule nie leicht. Das lässt man auch Melina spüren, als sie von ihrer gemeinen Mitschülerin Lisa im Keller eingesperrt wird. Doch was zuerst wie eine komplizierte Situation erscheint, wird bald darauf zu einem magischen Abenteuer, denn das Mädchen findet in ihrem Gefängnis eine verborgene Tür ins Land Lamunee. Dort begibt sie sich auf die Suche nach einem Ausgang in ihre alte Welt, muss dafür aber dem Land selbst helfen, denn eine dunkle Magierin versucht jegliche Macht an sich zu reißen um nicht nur Lamunee, sondern auch Melinas eigene Welt zu bezwingen.

Der Punkt, der einem als Bücherwurm als allerersten ins Auge springt, ist der unglaubliche Ideenreichtum der Autorin, denn In Lamunee warten auf den Leser die skurrilsten und magischsten Wesen, die man sich nur wünschen kann. Da sich die Frau Mittag viele ihrer Kreaturen selbst ausgedacht und zum Leben erweckt hat, kann man sich als Fantasybegeisterter auf neuartige Ideen und geniale Figuren freuen, die einem dieses fantastische Land wahrlich schmackhaft machen.
Doch nicht nur die Bewohner Lamunees waren einen zweiten Blick wert, sondern auch die verschiedenen Orte, die Melina auf ihrer Reise besucht. Wie es bei fantasievollen Büchern so üblich ist, werden detailreich Paläste, Wirtshäuser und geheime Unterschlüpfe beschrieben, die besonders junge Leser verzaubern sollen.

Leider muss ich bei all dem Lob sagen, dass sich Susanne Mittag zwar sehr kreativ ausgelebt hat, die Protagonistin dafür aber umso langweiliger war. Melina wollte mir schon zu Beginn der Geschichte nicht zusagen und konnte auch im weiteren Verlauf nicht punkten. Sie blieb für mich die ganze Zeit eher flach und inhaltslos, sodass ich in ihr nie eine charakterstarke Persönlichkeit sah. Zwar beschrieb der Erzähler die meisten Kapitel aus ihrer Sicht, dennoch blieb für ihre Gedanken und Gefühle kaum Platz. So erweckte er in mir das Bild einer stillen Beobachterin, die erst am Ende des Romans überhaupt eine Rolle spielte. Die ganze restliche Zeit war sie ihren Begleitern nur ein Klotz am Bein und hatte nicht viel zu sagen. Auch ihre Handlungen und Vermutungen waren an der ein oder anderen Stelle nicht wirklich nachvollziehbar und machten sie unglaubwürdig. Gerade als junges Mädchen hätte ich gerne eine Protagonistin mit der ich mich identifizieren könnte, das wäre mir als Kind bei ihr allerdings schwer gefallen, denn außer der Liebe zu Pferden hatte sie keine herausstechende Charaktereigenschaft.

Auch die anderen Personen im Buch konnten mich nicht wirklich von sich überzeugen. Sie hatten keinen tieferen Charakter und blieben, genauso wie Melina, eine leere Hülle, die man weder lieben, noch hassen konnte. Aus diesem Grund würde es mir hier auch schwer fallen sie weiter zu beschreiben, denn sie hatten leider nicht das Potential im Kopf des Lesers zu bleiben.

Um das Buch spannender zu machen, entschied sich die Autorin dafür ab und zu in die Perspektive einer anderen Figur namens Lianna zu wechseln, durch die der Leser viele Informationen zu Melinas Gegenspielern sammeln konnte. Sie sorgte damit zwar für abwechslungsreiche Unterhaltung, konnte mich aber auch hier nicht wirklich begeistern, denn statt am Ende mit einer überraschenden Auflösung zu glänzen, verriet sie bereits in der Mitte des Buches wichtige Dinge und schaffte es somit nie Neugier in mir zu wecken.


Mein Urteil

Alles in allem ein nettes, magisches Kinderbuch, was zwar mit fantasievollen und kreativen Ideen, aber nicht mit überzeugenden Personen glänzen kann. Lesern, die auf tiefgründige Charaktere Wert legen, würde ich den Roman aus diesem Grund nicht empfehlen.

3 Kommentare:

  1. Hallöchen, ist das Buch für eine 8 Jährige empfehlenswert? Ich suche die ganze Zeit nach einer passenden Urlaubslektüre die den "Sieben Magiern" ähnlich ist...

    AntwortenLöschen
  2. @dyabollo: Also von "Sieben Magier" war ich ja total begeistert und aus diesem Grund muss ich leider sagen, dass "Melina" diesem Buch leider nicht gleichkommt. Als Lektüre für eine 8Jährige würde ich es allerdings trotzdem empfehlen.

    AntwortenLöschen
  3. Ich möcht euch beiden gerne etwas hierlassen, was euch hoffentlich besser gefällt als "Melina" :D
    http://leselurch.blogspot.com/2011/06/neue-awards.html

    AntwortenLöschen

Ich liebe Kommentare, oh ja, ich liebe sie wirklich. Aber bitte schreibt keine nichtssagenden Einzeiler und verlinkt danach auf euren Blog. Die Kommentarfunktion soll nicht als Werbetafel, sondern für Diskussionen und nette Gespräche dienen.

Ich danke,
Cherry