¡Rezension!: Die Rebellion der Maddie Freeman

VanaVanille


Titel: Die Rebellion der Maddie Freeman
Autor/in: Katie Kacvinsky
Verlag: Boje
Originaltitel: Awaken
Seitenzahl: 368
Preis: 15,99 € (D)
ISBN:
978-3-414-82300-7




Wir schreiben das Jahr 2060. Die 17jährige Maddie Freeman lebt zusammen mit ihren Eltern in einer modernen Gesellschaft, die ihre Zeit lieber vor dem Bildschirm eines Computers, als im direkten Kontakt mit Menschen verbringt. Alles geschieht online, egal ob es Spaziergänge, Einkäufe oder normale Unterrichtsstunden sind. Das Vertrauen zu den Mitmenschen ist viel zu klein, als dass sich noch Massen von Personen auf die Straße trauen würden. Lediglich eine kleine Zahl von Demonstranten versucht gegen dieses techniklastige Leben anzukämpfen und beginnt seine eigene Gesellschaft aufzubauen.
Durch den sehr reifen Justin lernt auch Maddie diese alte - aber für sie doch so fremde - Welt kennen und muss sich bald eingestehen, dass die Dinge, für die ihr Vater kämpft, auf vollkommen falschen Tatsachen beruhen. Aber wird sie es wagen zu rebellieren?

Was mir zuerst bei Maddie Freeman auffiel, war, dass es sich diesmal nicht um eine typische Dystopie handelte, die durch Naturkatastrophen oder Ähnlichem zustande kam. Es war ein vielmehr gesellschaftskritisches Buch, was davon berichtete, wie unser Leben aussehen könnte, wenn wir unsere Zeit mehr und mehr dem Internet verschreiben (was ja auch heutzutage schon geschieht). Die Bequemlichkeit der Menschen siegt, die Angst übernimmt die Oberhand und langsam kapseln sich immer mehr Personen ab, sodass man sich den Begriff einer "sozialen Gesellschaft" sparen kann. Erschreckend, aber dennoch real, setzte die Autorin diese Idee um.
Trotzdem ging der ein oder andere Fehler nicht an mir vorbei und ließ mich beim Lesen immer auf eine Antwort hoffen. Wenn es nur Kunstbäume gibt, woher kommt dann der Sauerstoff zum Leben? Die Autorin nahm sich viel Zeit für die Beschreibungen des "sozialen" Lebens, ließ dadurch aber auch viele Lücken übrig.

Leider ist es bei Jugendbüchern allerdings so, dass schnell auch eine Liebesgeschichte mit eingebaut wird, die die spannenden Stellen einfach vertreibt und keinen Platz mehr für ein ernst zu nehmendes Buch lässt. Die Beziehung zwischen Maddie und Justin ging mir deshalb schon kurz nach Beginn der Story auf die Nerven und zog den sonst sehr unterhaltenden Inhalt in eine unbrauchbare Länge. Eben wurde noch seriös diskutiert, da driftet das vernarrte Mädchen wieder in einen lächerlichen Flirt ab und versucht vergeblich ihren Herzbuben für sich zu gewinnen. Muss ein Jugendbuch mit solch ernsten Themen unbedingt eine durchgekaute Lovestory enthalten oder darf es auch mal etwas Anderes sein?
Ich für meinen Teil glaube, dass sich Frau Kacvinsky damit keinen Gefallen getan hat und ihrer Protagonistin beruhigt etwas Reife hätte geben können.

Dabei war Maddie eigentlich nicht unbedingt das naive kleine Mädchen ohne Plan vom Leben. Sie hatte schon ihre intelligenten Seiten, die sie hin und wieder auch interessant erscheinen ließen. Dann gab es allerdings wieder solche, bei denen ich ihre Dummheit nicht fassen konnte. Warum versteht sie den Unterschied zwischen Mensch und Computer nicht? Wieso kann sie sich mit geschlossenen Augen keinen Strand vorstellen?
Einige dieser Fragen könnte man auf ihren fragwürdigen, "verkabelten" Lebensstil schieben, aber doch nicht alles!? So war oft auch nicht klar, welche Meinung sie denn eigentlich vertrat?
Ein wenig Erleuchtung brachten dabei nur ihre Tagebucheinträge, die im Roman verteilt waren. Diese gaben dem Leser einen besseren Einblick in ihre Gedanken und sorgten so auch für Antworten auf gewisse Fragen, die sich im Laufe der Geschichte stellten.

Wie so oft handelt es sich auch hier nur um den ersten Teil einer Serie. Wenn ich richtig liege, ist bisher allerdings nur ein zweiter Teil geplant, der sich im englischen Middle Ground nennt. Leider muss ich sagen, dass ich nicht unbedingt die Lust verspüre mir dieses Buch auch noch anzutun.


Mein Urteil

Nach dem ganzen Trubel erwies sich Die Rebellion der Maddie Freeman als eine enttäuschend mittelmäßige Dystopie, die zwar sozialkritisch schön bearbeitet, durch die ausgelutschte Liebesgeschichte aber oft ins Lächerliche gezogen wurde.  



10 Kommentare:

  1. wow, das ist ja keine durchweg positive Kritik. wirklich unglaublich, wie sehr die Meinungen bei Büchern auseinander gehen können ^^
    aber ich werde es mir (irgendwann) auch noch holen und lesen ^^

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  2. @Jessi: Ich muss sagen, dass meine Rezi, im Gegensatz zu manch anderer, noch recht harmlos ist ;)

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  3. Danke für diese Rezension, du hast mich vor einer Enttäuschung bewahrt! Denn so etwas in der Art hatte ich schon befürchtet, als ich den Klappentext des Buches las. Schade eigentlich, dass da nicht mal was Neues kommt und immer so viel Wert auf die Liebesbeziehung gelegt wird.

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  4. @Windfänger: Nichts zu danken. Ich war wegen dieser überwiegenden Liebesgeschichte auch sehr enttäuscht. Es war zwar nicht so, dass die beiden sich sofort in die Arme fielen, aber der ernst zu nehmende Inhalt ging durch ihre Anwesenheit leider oft verloren.

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  5. Huhu Cherry

    Mich hat ja allein das Cover schon abgeschreckt.

    Ich werde meine Nase wohl nicht in dieses Buch stecken, außer es überkommt mich irgend so ein Gedanke: "Ich hab jetzt genug Geld und will mir selbst meine Meinung über das Buch bilden" xD

    LG Sumpflicht

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  6. @Sumpflicht: Ist auch absolut kein Muss-Buch ^^

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  7. Hey Cherry,

    eine schöne Rezi und wir denken mal wieder ähnlich. Bei mir hat das Buch auch nur 3 Punkte bekommen. Dabei fand ich die Liebesgeschichte eigentlich recht süß. Nur eben leider auch zu Vordergründig und mich stört der ständige optische Perfektionismus. Ach, sind die alle hübsch. Da muss man ja förmlich füreinander schwärmen. Nee! Das mit den Bäumen und dem Sauerstoff ging mir genauso! Und hinfort mit dem Büchlein (wurde schon getauscht). :D

    Liebe Grüße
    Reni

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  8. @Reni: Haha, das mit der "Schönheit" hat mich auch sehr genervt. Am Anfang stellt sie sich noch als Mauerblümchen dar, und plötzlich soll sie die schönste Sexbombe überhaupt sein? Das war wirklich nur merkwürdig und überflüssig. Da kann man "Liebe" gar nicht glauben.

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  9. Mich stören auch oft diese Liebesbeziehungen. Das passt einfach manchmal nicht und stört nur die Handlung ^^ Bei Filmen finde ich es sogar noch schlimmer.

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  10. @katrin.books: Wenn es ein Liebesroman/film ist, dann solls ja ruhig etwas kitschig sein, aber wenn es sich um ein ernstes Thema handelt, von dem man gerne mehr lesen/sehen will, da regt mich so etwas auf. Aber schön, dass es nicht nur mir so geht ;)

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Cherry