¡Rezension!: Land ohne Lilien - Geraubt / Totentöchter

VanaVanille


Titel: Totentöchter / Land ohne Lilien - Geraubt
Autor/in: Lauren Destefano
Verlag: cbt
Originaltitel: The Last Chemical Garden 1- Wither
Seitenzahl: 400
Preis: 16,99 € (D)
ISBN:
978-3-570-16128-9




Als wäre das Waisenleben von Rhine und ihrem Bruder Rowan nicht schon schwer genug, wird die 16Jährige auch noch von einem "Hauswalters"-Vater entführt und zur zukünftige Braut seines Sohnes ernannt. Gemeinsam mit ihren zwei Mitstreiterinnen, die ebenfalls mit dem jungen Linden verheiratet werden, beginnt für sie ein luxuriöses und schillerndes Leben, eingesperrt in einer prunkvollen Villa. Während zwei von ihnen diese neue Welt scheinbar genießen, versucht Rhine irgendeinen Weg zu finden diesem Grauen zu entkommen, was sich als sehr schwierig erweist. Muss sie nun die letzten 4 Jahre ihres Lebens mit einem Mann verbringen, den sie überhaupt nicht liebt?

Viele Dystopien erwecken in einem Entsetzen, Bestürzung und Fassungslosigkeit. Sie erzählen von zerstörten Welten und einer neuen Form der Gesellschaft, wie man sie sich nur schwer vorstellen kann. Allerdings kann ich mich nicht daran erinnern von einem Roman des Genres jemals so geschockt zurückgelassen worden zu sein, wie es bei Totentöchter der Fall war. Ganz anders als sonst, sprach die Autorin von keinen Naturkatastrophen und Kriegen, sondern nahm sich die Thematik Genmanipulation als Auslöser ihres verstörenden Buches vor und ließ es damit in eine ganz andere Richtung einschlagen.

Die junge Protagonistin Rhine erwies sich schnell als sehr reif und vernünftig für ihr Alter. Sie hielt nichts von hoffnungsvollen Fantasien und blieb immer auf den Boden der Tatsachen, was sie zu einer sehr cleveren Ich-Erzählerin machte. Ihre Gedanken waren oft melancholisch und düster, passten somit aber perfekt zu der Stimmung des ganzen Inhalts, der einen oft einen Schauder den Rücken hinunter laufen ließ.
Trotz ihrer Wut und der ständigen Angst vor dem Tod, der für sie doch schon so nahe stand, behielt sie die ganze Geschichte über einen klaren Kopf und ließ ihre Emotionen nie das Steuer übernehmen. Wo andere geschrien, getobt oder einfach aufgegeben hätten, blieb sie standhaft.

Das Buch ließ sich unglaublich gut lesen und zog mich direkt in seine Welt. Selbst wenn ich gerade nicht lesen konnte, behielt mich die Geschichte in ihrem Bann und konnte mich auch immer wieder schnell für sich gewinnen. Diese faszinierende Mischung aus Rebellion, dunklen Geheimnissen, Drama und Liebesgeschichte wollte mich einfach nicht loslassen und hielt mich bis zur letzten Seite fest. Wahrscheinlich war es gerade dieser Mix, der mich so verzauberte, denn oft vergaß man zusammen mit Rhine was hinter den Mauern der majestätischen Villa lag und genoss das Leben und die Menschen dort, auch wenn man von diesen besonders hin- und hergerissen war. Zum Teil grausam, lustig, liebevoll und immer wieder überraschend musste ich einfach selbst ein Part dieses Hauses werden und genoss jede Minute dort, egal wie verstörend der Lebensstil eigentlich war.

An dieser Stelle kann ich nur hoffen, dass man sich mit der Übersetzung des zweiten Teils nicht allzu viel Zeit lässt, denn ich kann es kaum erwarten weiter zu lesen. Zwar kann ich mir kaum vorstellen, dass der nächste Band auch so gut wird wie der erste, aber trotzdem werde ich ihn mir auf alle Fälle vornehmen. Vielleicht werden dort dann auch endlich die Hintergrundinformationen zu dieser erschreckenden Gesellschaft erklärt, die mir bei Totentöchter noch gefehlt haben.


Mein Urteil

Ein packender Roman, der sich von den gegenwärtigen Jugenddystopien abhebt und mit seiner packenden Atmosphäre überzeugt.


8 Kommentare:

  1. Ich-will-das-lesen!! Klingt riiiichtig gut, du Anfixerin. ;)

    LG, Sarah

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  2. @sarahmiriam: Also ich fands klasse, haha, tut mir leid, dass ich dich damit zum Lesen angestachelt habe ;D

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  3. Danke, du hast mich überzeugt, es mir endlich auch zu kaufen.
    Dieses Entsetzen, von dem du hier sprichst, hatte ich ganz besonders bei The Declaration von Gemma Malley. Das einfach alle Neugeborenen als die Wurzel allen Übels dargestellt werden, hat mich echt schockiert.
    Vielen Dank für die Vorstellung und liebe Grüße.

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  4. @Friedelchen: Wow, dann werde ich mir "The Declaration" vielleicht auch mal zulegen. In diesem Buch ist es ja genau andersherum. Es wird dafür gesorgt, dass immer mehr Kinder geboren werden und zwar so schnell hintereinander wie es nur geht. Wie man dann allerdings mit ihnen umgeht, ist fraglich. Aber ich werde jetzt nichts weiter verraten, also viel Spaß beim Lesen ;)

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  5. Ich habe große Hoffnungen, was die Fortsetzung angeht. Hast du dir den Klappentext dazu schon angeschaut? Ich sag nur "twisted carnival", das klingt doch super :D

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  6. Ach du wirst mir immer sympathischer. Was habe ich bisher schon negative Rezis zu diesem Buch gesehen ... aber du machst Mut! Wieder einmal sehr schön geschrieben und die aufgeführten Punkte gefallen mir recht gut, das Buch hoffentlich auch. *Endlich haben will*. :D

    Liebe Grüße
    Reni

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  7. @MB: Bisher hatte ich es noch nicht gewagt mir den Klappentext zum zweiten Teil anzusehen, auch weil ich dann befürchtete es nicht mehr aushalten zu können ;) "Twisted Carnival" klingt allerdings sehr vielversprechend ... hach nun bin ich ja doch schon so gespannt drauf. Böse böse MB! :D

    @Reni: Na dann hoff ich doch, dass ich dir nicht zu viel Hoffnung gemacht habe. Irgendwie bin ich mit der Allgemeinheit nur selten einer Meinung, aber naja, das muss es ja auch mal geben ;)

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  8. Das wusste ich ja nicht, Cherry, sei froh, dass ich nur 2 Worte verraten hab ;)

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