¡Rezension!: Wired

VanaVanille


Titel: Wired
Autor/in: Robin Wasserman
Verlag: script5
Originaltitel: -
Seitenzahl: 384
Preis: 16,90 € (D)
ISBN:
978-3-8390-0115-8




Lia ist ein Mech - ein Skinner - und somit kein Org mehr. Mit dieser Tatsache hat sie sich nun abgefunden. Aber was ist mit dem Rest der Welt? Wird irgendwann jeder einsehen können, dass nur der Geist eines Menschen und nicht seine körperliche Beschaffenheit ausschlaggebend dafür sind, ob er als Lebewesen oder Maschine angesehen wird? Lia kämpft für diese Einsicht, doch bald stellt sich heraus, dass selbst ihre engsten Angehörigen diese Ansicht nicht teilen.
Plötzlich wird das Mech-Mädchen mit einem undurchsichtigen Netz aus Verschwörungen konfrontiert, was sie nicht nur einmal vollkommen aus der Bahn wirft.

Sehr langsam beginnt der finale Teil der Trilogie um Lia Kahn, die sich in diesem dritten Buch nun vollends mit ihrem Dasein als Mech abgefunden hat. Statt sich ihr altes Leben als normaler Mensch wieder herbei zu wünschen, kämpft sie diesmal selbst für die Rechte ihrer Art und tut alles dafür, um endlich jedem klar zu machen, dass sie genauso handeln und denken kann, wie ihre organischen Mitmenschen.
Trotz dieser geistigen Entwicklung der jungen Protagonistin, die sie im Laufe der Geschichte eindeutig verändert hat, blieb sie dennoch eine sehr nachdenkliche, selbstbewusste und harte Persönlichkeit, die emotional immer eine gewisse Distanz bewahrte. Statt sich ihren Gefühlen völlig hinzugeben - wie es bei einem Mech sowieso nur selten der Fall ist - beschrieb sie ihre Gedanken immer sehr ehrlich und direkt, sodass selbst die Liebesgeschichte, die bereits im zweiten Band der Trilogie begonnen hatte, nie zu sehr die Überhand gewann.

Neben Lia traten auch wieder die altbekannten anderen Nebenfiguren auf, die man in Skinned und Crashed bereits kennen lernen durfte. Auch die Figuren, die im zweiten Teil eher in Vergessenheit gerieten, bekamen diesmal wieder eine größere Rolle und trugen einen wichtigen Teil zu der Geschichte mit bei. Man bekam als Leser einen wirklich guten Draht zu ihnen, da auch sie unter vielen Schicksalsschlägen zu leiden hatten und somit an Charakter und Tiefsinn gewannen. Genauso wie die Protagonistin waren sie nicht so geradlinig und durchschaubar, wie es bei vielen Nebenfiguren aus anderen Jugendbüchern der Fall ist, was auch hier für viele Überraschungen und unvorhersehbaren Wendungen sorgte. 

Im Allgemeinen hatte das Buch einiges an erstaunlichen Erkenntnissen und Aufdeckungen zu bieten, die mich doch an der ein oder anderen Stelle haben schlucken lassen. Es war grausam, traurig und sehr oft so erschütternd, dass man nicht anders konnte als mit Lia mitzufiebern und dieser schrecklichen, dystopischen Gesellschaft ein schnelles Ende an den Hals zu wünschen. Umso gelungener empfand ich den Schluss, auf den ich hier nicht weiter eingehen will, der mir aber sehr gut gefiel.
Nur eines darf schon gesagt sein: es kommt alles anders als erwartet und es werden viele mit diesem Ende nicht zufrieden sein.


Mein Urteil

Ein wunderbares Finale, was eher langsam in Fahrt kommt, dann aber so viele Geheimnisse ans Licht bringt, dass man kaum mehr dazu kommt irgendwo eine Pause einzulegen. Spannend, mitreißend und genial findet Lia Kahns Geschichte hier ihr Ende, bleibt im Kopf des Lesers aber weiter bestehen. 



3 Kommentare:

  1. Tolle Rezi!
    Schön, dass dir das Ende doch gefallen hat :) Ich war leider total enttäuscht davon...

    ( Meine Rezi zu Wired: http://mupha.blogspot.com/2011/07/rezension-wired-von-robin-wasserman.html )

    LG, Lisa

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  2. @Lisa: Ja, ich kann verstehen, wieso man vom Ende enttäuscht sein könnte, aber mir hat es überraschenderweise gut gefallen. Das lag auch daran, dass ich darauf absolut nicht gefasst war.

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  3. Ich bin schon gespannt darauf, wie es mir gefallen wird. Die ersten beiden Teile fand ich ja super.

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