¡Rezension!: Ludvig meine Liebe

VanaVanille


Titel: Ludvig meine Liebe
Autor/in: Kataria von Bredow
Originaltitel: Syskonkärlek (schwed.)
Seitenzahl: 256
Preis: 6,00 € (D)
ISBN:
978-3-407-74265-0 




Wenn Amanda Aktbilder Ludvigs malt, dann zieht sich in ihr alles zusammen. Sie liebt ihn, wie sie ihn nicht lieben dürfte, denn Ludvig ist ihr Bruder. Doch diese Zuneigung beruht auf Gegenseitigkeit und so stürzen sich die beiden in eine leidenschaftliche Beziehung, immer auf der Hut vor den Augen, die sie entlarven könnten. Aber wie lang kann die Sache zwischen den beiden noch gut gehen?

Ludvig meine Liebe ist eigentlich ein sehr langer, von Amanda im Jahre 2021 verfasster Brief an die Welt, in der sie ihre und Ludvigs Geschichte erzählt. Der Leser bekommt dabei nur ihren Blick auf die Geschehnisse geboten, erhält Zugang zu all ihren Gefühlen und kann hin und wieder ein Auge auf ihr altes Tagebuch werfen, dessen Seiten sie ab und zu mit einbringt.
Amanda machte für mich schon von Anfang an einen sehr reellen Eindruck, der durch diese Tagebucheinträge noch verstärkt wurde. Da sie an keiner Stelle ein Blatt vor den Mund nahm, ihren Emotionen freien Lauf ließ und alles so detailreich wie möglich wiedergab, fiel es einem schwer zu glauben, dass es sich bei dieser Geschichte nur um Fiktion handelte.

Neben dieser Glaubwürdigkeit der Figuren fand ich allerdings auch die Beziehung der Geschwister bemerkenswert gut durchdacht. Die Autorin behielt dabei immer das Alter der Betreffenden im Auge und ließ deren jugendliche Triebe spielen. So ging es in dem Roman des öfteren mehr um Sex als um romantische Liebesschwüre oder Kuscheleinheiten. Ich empfand dies als sehr erfrischend und viel realistischer als die meisten amerikanischen Jugendbücher, die versuchen gekonnt um dieses Thema herum zu tanzen. Dabei spielen gerade im Alter von 16 und 17 Jahren die Hormone vollkommen verrückt und lassen die Lust meist an erster Stelle stehen.

Um das Buch nun aber nicht wie einen Softporno wirken zu lassen, muss ich natürlich erwähnen, dass auch die Gefühle, egal ob Freude, Trauer, Verzweiflung, Sehnsucht, Wut oder sonstiges, nicht zu kurz kamen. Da man die Story aus Amandas Augen betrachtete, durchlitt man besonders ihre Achterbahnfahrt der Gefühle. Sie weinte, zweifelte, sehnte sich nach Ludvig und versuchte dann irgendwann ohne ihn auszukommen und sich selbst zu trösten.
Auch hier war es wieder erstaunlich, wie real sich das Leben der Protagonistin entwickelte. Frau Bredow ließ sie nicht vor Kummer vergehen, sondern gab ihr Hoffnung und eine zweite Chance, die ihr half aus dem schwarzen Loch zu entkommen. Sie lehrte ihre Figuren und den Leser, dass es nicht nur eine Liebe gibt, dass Liebeskummer nicht ewig hält und man auch lernen kann weiter zu machen ohne dabei zu vergessen.


Mein Urteil

Irgendwie schafft es die Autorin, dass man Amanda und Ludvig nicht verurteilt, sondern ihnen alles Glück der Welt wünscht. Aber wie real wäre ein Buch, was bei solch einem Thema für alle Betroffenden gut ausgeht?
Mit viel Gefühl, einer großen Portion Sehnsucht und vielen, glaubwürdigen Figuren, ist Ludvig meine Liebe ein empfehlenswertes Buch zum Thema Inzest.  


6 Kommentare:

  1. Hallo,

    Schöne Rezension :) Das Buch habe ich vor einigen Jahren auch gelesen und mir hat es auch sehr gut gefallen. Mein Cover sah aber nochmal anders aus. Das oben abgebildete Cover gefällt mir auch nicht so gut und passt für mich auch nicht so gut zum Buch.

    LG
    Jai

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  2. Danke für die Besprechung! Stimmt, Forbidden war doch seeehr dramatisch, und auf der Suche nach anderen Büchern zu dem Thema bin ich auch bei diesem hier gelandet; dank dir rutscht es auf dem Wunschzettel nun weiter nach oben. Schön finde ich auch, wenn die Gefühle hier etwas realistischer dargestellt sind, als es in den meisten (verklärten) Jugendbüchern der Fall ist.

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  3. @DieJai: Mein Buch trägt auch ein anderes Cover, was mir allerdings ebenfalls nicht besonders gut gefällt. Es gab zu dem Titel so einige Cover, aber ich habe mich entschlossen, doch nur das Original und ein deutsches zu zeigen. =)

    @Friedelchen: Ich fand dieses Buch auf alle Fälle um einiges realistischer als "Forbidden". Ich denke also, das du es beruhigt lesen kannst und danach nicht allzu enttäuscht bist ;)

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  4. Das klingt wirklich gut, das Buch werd ich gleich mal auf meine Wunschliste setzen. Vielen Dank für die wirklich gelungene Rezi!

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  5. @Karo: Und vielen Dank für dein Lob :)

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  6. Ich hab es vor Jahren in meiner Jugend gelesen u ich habe es geliebt und immer mal wieder gelesen.Eines der schönsten Bücher. Mein Cover ist in rot gehalten u hat keine Personen abgebildet, was ich persönlich gut finde, da man seine Phantasie dann freien Lauf lassen kann. Ich habe damals immer auf eine Verfilmung gehofft. Meine Empfehlung für jedes Alter;)

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