Donnerstag, 8. Dezember 2011

¡Rezension!: Das kalte Herz der Schuld

Eingestellt von Cherry um 15:40
Cover 


Titel: Das kalte Herz der Schuld
Autor/in: Anna Jarzab
Verlagcbt
Originaltitel: All Unquiet Things
Seitenzahl: 448
Preis: 8,99 € (D)
ISBN:
 978-3-570-30767-0


Klappentext:

Es waren vier Schüsse mitten ins Herz, die Carly töteten. Ein Jahr ist seit dem Mord vergangen und der vermeintliche Täter sitzt im Gefängnis. Doch es gibt zwei Menschen, die an dieser allzu leichte Wahrheit zweifeln: Neily, Carlys damaliger Exfreund, und Audrey, ihre beste Freundin und – Tochter des Mörders! Die beiden beginnen Fragen zu stellen und entblättern nach und nach die düsteren Geheimnisse, die Carlys Tod umgeben – eine Spirale von Schuld, Schweigen und Selbstzerstörung tut sich auf. Alle Spuren erzählen von den ungeahnten Abgründen, in die ihre Freundin sich stürzte … und führen zu ihrer Clique an der Eliteschule von Brighton. Was wusste Carly? Und wer wollte sie zum Schweigen bringen?


Erste Gedanken:

Irgendwie konnte dieses Buch nur langsam mein Interesse wecken und wurde von mir eine lange Zeit zur Seite gelegt. Erst jetzt griff ich dann endlich danach und muss sagen, dass ich nicht enttäuscht, ja sogar überrascht wurde. 


Meine Meinung: 

Wenn man einen geliebten Menschen verliert, und dieser auch noch Opfer eines blutigen Mordes wurde, ist das nur schwer zu verkraften. Vor einem Jahr befand sich Neily genau in dieser Situation und auch wenn nun schon einige Zeit seit Carlys Tod vergangen ist, so hat er sich mit diesem Drama noch lange nicht abgefunden.
Als dann auch noch Audrey auftaucht - Carlys Cousine, beste Freundin und Tochter des Mörders - scheinen alle Erinnerungen wieder ans Tageslicht zu geraten und gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach dem wahren Täter. Denn eins wissen sie genau: Der Fall "Carly" ist noch lange nicht aufgeklärt.

Ich finde, dass Jugendthriller oft ein sehr heikles Thema sind. Viele Autoren (besonders weibliche Vertreter) legen einen zu großen Wert auf Drama und Theater, wobei eine spannende und packende Handlung meist zu kurz kommt.
Bei Das kalte Herz der Schuld hatte ich allerdings stets das Gefühl es mit reifen, klugen Köpfen zu tun zu haben, die mir nicht zu begriffsstutzig oder sogar total naiv waren. Schon von Anfang an verspürte man, dass Neily und Audrey, die beiden Protagonisten, eine willkommene Vernunft ausstrahlten und nur selten ihren Gefühlen freien Lauf ließen. Auch wenn man durch ihre Sicht der Dinge viel tiefer in ihre Psyche  hinein blicken konnte, so war diese doch stets nachvollziehbar und für ihr Alter sogar recht erwachsen.

Das wirkte sich auch auf den Rest der Geschichte aus und ließ mich manches Mal sogar vergessen, dass es sich um ein Buch für Jugendliche handelte. Ihre früheren Beziehungen, die beide einen wichtige Rolle spielten, wirkten nicht so pubertär und unbedacht, wie es normalerweise bei Teenagern der Fall ist. Sie versprühten eine gewisse Ernsthaftigkeit und ließen den Leser mitfühlen, egal ob es sich dabei um Anziehung, Wut oder Schuld handelte.
Meiner Meinung nach ist diese Seriosität sehr wichtig für die Glaubwürdigkeit des Buches, denn sonst hätte man kaum Neilys und Audreys Beweggründe verstanden.

Was bei einem Thriller dann aber doch immer an erster Stelle stehen sollte, ist die Spannung, die bei diesem Roman unter den vielen Rückblicken leider manchmal leiden musste. Dies hatte seine Vor- und Nachteile: Der Leser lernte die beiden Protagonisten, das Opfer und die anderen Personen besser kennen, blieb dabei aber des Öfteren an einer Stelle hängen, die dadurch etwas langgezogen wurde. Da sich das Buch dennoch unglaublich schnell und einfach lesen ließ, muss man das nicht unbedingt als Minuspunkt zählen, wird aber den ein oder anderen vielleicht etwas nerven.
Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass die Geschichte in sich geschlossen und sehr fesselnd war. Sogar das Ende empfand ich als sehr überraschend, was man der Autorin einfach gutschreiben muss. Viel zu oft kann man den Täter schon erahnen, aber Frau Jarzab hat ihren Bösewicht bis zum Schluss gut getarnt.


Mein Urteil:

Ein nicht ganz perfekter Thriller, der aber durch seine überzeugenden Personen bei mir punkten konnte und sich als spannende Jugendliteratur herausstellte. Stets aktuelle Themen wie Drogen, Eifersucht und Mobbing auf Schulen spielen hier eine wichtige Rolle und machen das Buch noch realistischer. Viel besser als erwartet!


Cover:

Nicht schön! kann ich nur zum deutschen Cover sagen und muss sogar zugeben, dass ich das Buch wahrscheinlich nicht greifen würde, wenn ich vor einem Jugendbuchregal in einer Buchhandlung stände. Es passt nicht mal wirklich zum Inhalt. Dagegen mag ich den veränderten Titel irgendwie, obwohl der originale auch sehr gut passt.



Das englische Cover will mir dagegen nicht wirklich zusagen, obwohl es immer noch schöner ist, als das deutsche.  Es stellt sich bei mir nur die Frage, was die englischen/amerikanischen Verlage nur immer mit ihren im Gras liegenden Mädchen haben? Irgendwie begegnen die mir sehr oft.




Bewertung:


Danke an den cbt-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Infos zur Autorin:

Anna Jarzab wuchs in einem Vorort von Chicago und dann in Gegend von San Francisco East Bay auf, wo auch ihr Roman "Das kalte Herz der Schuld" spielt. Sie studierte an der Santa Clara University Englisch und Politikwissenschaft und machte danach ihren Master an der University of Chicago in Literatur und Kreativem Schreiben. Zurzeit lebt sie in New York City. Der Thriller "Das kalte Herz der Schuld" ist ihr erstes Buch, an dem sie sechs Jahre lang schrieb.

1 Kommentare:

Sarah on 8. Dezember 2011 18:12 hat gesagt…

Um das Buch bin ich schon länger herumgeschlichen und war mir immer unsicher ob es was für mich wäre. Deine Rezension klingt ja jetzt doch zum größten Teil sehr positiv. Landet also auf meinem Wunschzettel :

 

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!