Titel: Ruf der verlorenen Seelen
Autor/in: Kimberly Derting
Verlag: Coppenrath
Originaltitel: Desires of the Dead
Seitenzahl: 352
Seitenzahl: 352
Preis: 16,95 € (D)
ISBN: 978-3-64960149-4
ISBN: 978-3-64960149-4

Klappentext:
Als Violet die Leiche eines ermordeten Jungen entdeckt, zieht sie unweigerlich die Aufmerksamkeit des FBI auf sich. Nur widerstrebend bietet sie ihre Unterstützung bei den Ermittlungen an. Sie weiß, dass sie mit äußerster Vorsicht vorgehen muss, um ihre Gabe, die Aura der Toten wahrzunehmen, geheim zu halten. Doch schon bald geht es um sehr viel mehr: Ihre Beziehung zu Jay ist in Gefahr ... und ihr Leben.
Erste Gedanken:
Überraschend bekam ich vom Coppenrath-Verlag den zweiten Teil der Bodyfinder-Reihe zugeschickt und begab mich ein weiteres Mal in die Welt der jungen Violet, die die Seele der Toten ausfindig machen kann.
Meine Meinung:
!!!Achtung: Die folgende Rezension enthält für all diejenigen Spoiler, die den ersten Teil "Bodyfinder" nicht gelesen haben.!!!
Die Story in Ruf der verlorenen Seelen spielt drei Monate nachdem Violet den Serienkiller in Bodyfinder gestellt hat und nur knapp seiner Rache entgangen ist. Seitdem hat sich einiges verändert, denn Jay und sie sind nun voll uns ganz ein Liebespaar und können sich ein Leben ohne den jeweils anderen nicht mehr vorstellen.
Schon zu Beginn des Buches war ich genau aus diesem Grund etwas skeptisch, denn wer meine Rezension zum ersten Teil gelesen hat, weiß, dass ich von den Liebesschwüren in Bodyfinder etwas erschlagen wurde und mir zu wenig vom Thriller übrig blieb. Ich befürchtete, dass es im zweiten Teil genauso weitergehen würde. Allerdings täuschte ich mich - glaube ich jedenfalls - denn die Situationen zwischen Jay und Violet schienen weniger geworden zu sein. Zwar gab es auch in diesem Roman wieder einige Passagen, die mir etwas zu kitschig waren, aber im Großen und Ganzen hielt es sich diesmal in Grenzen.
Begeistert musste ich feststellen, dass sich die Autorin jetzt mehr auf Violets Gabe konzentrierte. Bereits zu Beginn erfuhr man viel mehr über die Gefühle der Protagonistin und ihre besondere Fähigkeit, die diesmal eine ganz andere Seite von sich zeigte. Viel intensiver wurden die einzelnen Echos dargestellt und verdeutlichten damit auch die Last, die auf Violets Schultern lag.
Allgemein ging Derting in Ruf der verlorenen Seelen detailreicher auf das junge Mädchen ein. Sie musste häufiger Situationen alleine bestehen, ohne die Unterstützung ihrer Familie oder Jay, und wollte dadurch beweisen, dass sie auch selbstständig entscheiden und agieren konnte. Trotzdem fand ich sie an einigen Stellen doch etwas wehleidig und unvernünftig, sodass dramatische Szenen heraufbeschworen wurden, die man eigentlich hätte vermeiden können. Natürlich war das die volle Absicht der Autorin, aber es schien mir doch etwas gekünstelt, da jeder, der schonmal einen amerikanischen Teeniefilm gesehen hat, erahnen konnte, was bald folgt.
Okay, solche Sachen kann man ja noch verkraften, denn es handelt sich schließlich um ein Jugendbuch und soll besonders Teenager begeistern, aber dann gab es eine Situation, die einfach übertrieben und nicht nachvollziehbar war. Ich will sie euch nicht vorenthalten, also wer sie lesen will, der darf.
Wie man es bereits vom ersten Teil kannte, blieb auch diesmal Violet nicht die einzige aus deren Perspektive man der Geschichte folgen konnte. Ab und zu gab es wieder einmal kurze Kapitel, die den Gedankengang des "Bösewichts" beschrieben und die Geschichte spannender gestalten sollten. Allerdings hat sich die gute Frau Derting diesmal etwas Anderes einfallen lassen und überzeugte mich mit Ideenreichtum. Auch die Titel der einzelnen "Bösewicht"-Kapitel fand ich sehr gut gewählt, denn es handelte sich hierbei um die sieben Todsünden.
Ich vermeide es nun weiter über diese kurzen Auszüge zu reden, denn ich möchte nicht zu viel verraten. Eins kann man allerdings sagen: Das Buch unterscheidet sich in diesem Fall sehr von seinem Vorgänger und das war erleichternd, denn ich befürchtete, dass der Autorin nichts Neues einfallen würde. Aber wie ihr nun wisst, hat sie mich überzeugen können.
Leider muss ich noch dazu sagen, dass ich diesmal mehr Vermutungen über den Täter aufstellte, als im ersten Teil, dafür war allerdings die Auflösung auch viel simpler und konnte nicht wirklich überraschen. Vielleicht wollte die Autorin damit bezwecken, dass sich der Leser in seinen Theorien verrennt und somit das Offensichtliche übersieht, aber irgendwie ist ihr das nicht gut gelungen.
Mein Urteil:
Zusammenfassend kann ich sagen, dass Ruf der verlorenen Seelen weder besser noch schlechter war als der erste Teil. Zwar fielen die Liebesszenen in diesem Buch etwas knapper aus, was ihm einen Pluspunkt verschafft, doch leider litt ebenfalls die Spannung im zweiten Teil etwas und konnte mit der in Bodyfinder nicht mithalten. Auch der Überraschungseffekt blieb diesmal irgendwie ganz aus, weshalb ich den Roman genauso bewerte, wie schon seinen Vorgänger.
Cover:
Nach unserem Blogpost sollte man wissen, dass ich vom deutsche Cover des zweiten Teils sehr überrascht und leider nicht begeistert bin. Zwar hat der Vorgänger nicht wirklich zum Inhalt des Buches gepasst, aber sich nun ein Bild auszusuchen, was nicht einmal so aussieht als würde es zum ersten Teil gehören, war auch keine perfekte Lösung.Das Original sieht da schon um einiges stimmiger aus und gefällt mir deshalb auch besser.
Bewertung:

Vielen Dank an den Coppenrath-Verlag für das überraschende Rezensionsexemplar!

Infos zur Autorin:
Kimberly Derting ist geboren und aufgewachsen in der Region um Seattle, mit kurzen Abstechern nach Phoenix, Boise und San Jose. Sie hatte eine fröhliche Kindheit und wurde zusammen mit ihrem Bruder von ihrer alleinerziehenden Mutter großgezogen. Bereits in der High School wurde Journalismus zu ihrer Leidenschaft. Kimberly Derting lebt heute mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im Nordwesten der USA.
Der erste Teil der Reihe:


















































4 Kommentare:
Auch wenn deine Bewertung recht gut ausfällt, erwähnst du als negative Kritikpunkte genau die Sachen, die mich an Teil eins schon so sehr genervt haben, dass mir das Buch gar nicht gefallen hat. Deshalb werde ich wohl eher auf den zweiten Teil verzichten :/ Schade, aber na ja. Trotzdem eine sehr schöne Rezension!
Hi ihr Beiden, bei mir hat Bd. 1 Lieblingsbuchstatus. Ich hab es verschlungen :-) Gestern bin ich mit Bd. 2 fertig geworden u. finde ihn schwächer u. simpler als Bd. 1. Hab das Buch trotzdem gerne gelesen u. bin auch der Meinung, dass die Romantikszenen zwischen Vi & Jay sogar noch ausgeprägter waren. Vi hat mich mit ihren Spiränzchen aber teilw. genervt u. GENAU bei eurer Schlüssellochszene konnte ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Total unnötig *lach*!!! Dabei konnte sie Jay ja wirklich nichts vorwerfen ;-) Mir gefällt eure Rezi sehr.
LG,
Damaris
@captain cow: Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nun nach dem zweiten Teil keine richtige Lust habe die Reihe noch weiter zu lesen. Auch wenn die Idee mit den Seelen doch sehr schön und mal etwas Anderes ist, sind mir die Figuren doch zu lala.
@Damaris: Danke für dein Lob :) Leider kam ich schon an den ersten Teil nicht wirklich ran und hoffte dass seine Fortsetzung mir vllt besser gefallen würde, aber irgendwie werden wir wohl nie dicke Freunde werden.
Hach ja, wie so oft eine schöne Rezi mit Hand und Fuss, wenngleich ich nicht in allem zustimme. Aber das ist ja auch Geschmackssache!
"Bodyfinder" hatte für mich irgendwie mehr von allem, insbesondere überraschende Momente. Meine Vermutung vom Anfang hatte mich am Ende zumindest bestätigt - die Story war schon zu simpel. Natürlich habe ich durch das Schlüsselloch geschaut und JAAAAAAA! Ach, was habe ich mit dem Kopf geschüttelt beim Lesen. Das war ja nun wirklich dermaßen übertrieben ... dabei fand ich Violet und Jay sonst eigentlich recht süß. Aber das war ein echtes No-Go. Sowas will ich NIE wieder lesen. :)
Liebe Grüße
Reni
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