Titel: Spiegelkind
Autor/in: Alina Bronsky
Verlag: Arena
Originaltitel: -
Seitenzahl: 304
Preis: 14,99 € (D)
ISBN: 978-3-401-06798-8
ISBN: 978-3-401-06798-8
Klappentext:
Im Leben der 15jährigen Juli ist alles geregelt. Auffallen ist gefährlich, wer der Norm nicht entspricht, wird verfolgt. Doch dann verschwindet Julis Mutter plötzlich spurlos und der Vater zittert vor Angst. Nach und nach kommt Juli hinter das Geheimnis ihrer Familie: Ihre Mutter ist eine der wenigen Pheen, die wegen ihrer besonderen Fähigkeiten in der Gesellschaft der totalen Normalität gefürchtet und verachtet werden. Gehört auch Juli bald zu den Ausgestoßenen? Zusammen mit ihrer neuen Freundin Ksü und deren Bruder Ivan macht sie sich auf eine gefährliche Suche - nach der verschwundenen Mutter, der verbotenen Welt der Pheen und der Wahrheit über sich selbst.
Erste Gedanken:
Eigentlich wollte ich dieses Buch zuerst gar nicht lesen, weil es mich mit seinem Klappentext irgendwie nicht in den Bann zog. Da allerdings eine Kollegin so vom Debütroman der Autorin (Scherbenpark) schwärmte und sie dies als Grund sah auch ihr erstes Jugendbuch zu lesen, war ich doch ziemlich gespannt, was mich unter dem Deckel von Spiegelkind erwarten würde.
Eigentlich wollte ich dieses Buch zuerst gar nicht lesen, weil es mich mit seinem Klappentext irgendwie nicht in den Bann zog. Da allerdings eine Kollegin so vom Debütroman der Autorin (Scherbenpark) schwärmte und sie dies als Grund sah auch ihr erstes Jugendbuch zu lesen, war ich doch ziemlich gespannt, was mich unter dem Deckel von Spiegelkind erwarten würde.
Meine Meinung:
Normalität ist das, was von ihr verlangt wird, und eigentlich kommt Juli damit auch sehr gut zurecht, denn das letzte, was sie sein will, ist ein Freak. Aber wie soll man normal bleiben, wenn die eigene Mutter verschwindet, ein seltsam tätowiertes Mädchen in der Schule auftaucht und man erfahren muss, dass man von Wesen abstammt, die im eigenen Kopf nur Legende und Fantasie waren?
Langsam begreift die 15Jährige, dass Normalität nicht der Schlüssel für ein erfülltes Leben ist und es wichtigere Dinge gibt, als der Norm zu entsprechen und immer eine gute Miene aufzulegen.
Sie muss ihre Mutter finden, egal wie.
Wir kennen Dystopien, wir kennen Fantasyromane, aber kennen wir auch eine gelungene Mischung aus den beiden Genres? Ich hätte diese Frage bisher mit einem klaren Nein beantworten müssen, doch Frau Bronsky hat mit ihrem ersten Jugendbuch Spiegelkind meinen Horizont erweitert und mir Lust auf mehr solcher Paarungen gemacht.
Auch wenn sich unsere Protagonistin Juli erst einmal als ziemlich gewöhnlich herausstellte - naiv und nicht besonders helle - muss man doch sagen, dass sie sich für ihre Unwissenheit oft schämte und mit allen Mitteln versuchte ihre großen Wissenslücken zu füllen. Die Autorin beschrieb ihre Entwicklung dabei sehr authentisch und ließ den Leser erkennen, wie schwierig es ist aus diesem normgebundenen Leben zu fliehen, auch wenn man sich wünscht, nicht so oberflächlich zu sein wie alle Anderen. Ihre Protagonistin ist damit kein perfekte, stets verstehende Rebellin, die eine sich vor ihr auftuende Märchenwelt auf anhieb akzeptiert, sondern ein Mädchen, was noch viel lernen und aus dem alltäglichen Trott herausfinden muss.
Zuhilfe eilen ihr dabei neugewonnene und sehr besondere Freunde, welche sich zu Nebenfiguren entwickelten von denen man gern mehr erfahren würde. Ob es nun die aufgeweckte Ksü ist, die Julis Leben mal so kräftig durchrüttelt, oder Julis kleiner Bruder Jaro, der schon von Anfang an etwas Außergewöhnliches zu sein scheint, viele von ihnen gefielen mir sehr und sorgten für die nötige Abwechslung, wenn Juli mal wieder auf dem Schlauch stand.
Es ist schön zu sehen, dass Autoren auch weiterhin auf ihre Nebenfiguren bauen, die für die Entwicklung des Protagonisten eigentlich so wichtig sind, aber in vielen Jugendbüchern vernachlässigt werden. Bei Spiegelkind hatte ich allerdings immer das Gefühl, dass auch die kleineren Rollen eine große Aufgabe hatten und sich die Autorin auch bei ihnen viel Mühe gab. So kommt auch mein Wunsch zustande, im nächsten Teil noch mehr von ihnen zu erfahren.
Übrigens, und das sollte mal gesagt sein, denn wann findet man das schon in einem Jugendbuch: Der Roman kommt ohne Liebesgeschichte aus. Ich bezweifle, dass sich das durch die ganze Reihe ziehen wird, aber dass die Autorin erst einmal nicht darauf baut, finde ich große Klasse.
Beeindruckt war ich auch vom rasanten und schnell voranschreitenen Tempo der Geschichte, das keinen Platz für Längen oder Langeweile ließ. Zwar musste dann auch ab und an ein eher ruhiger Moment darunter leiden - der in meinen Augen somit nicht genug zum Zug kam - aber wenn sich ein Buch so leicht und schnell wegliest, ist das immer ein Vergnügen und man schaut gerne mal über solche Fehler hinweg.
Allerdings war diese Geschwindigkeit für das Buch auch nötig, denn auch wenn die Protagonistin vielleicht nicht so schnell hinterherkam, waren doch viele Situationen für den Leser ziemlich eindeutig. Es ist auch nicht schwer zu erahnen, was sich in den nächsten Teilen ereignen wird, aber solange die Autorin bei diesem Tempo bleibt, dürfte dies auch bei den Nachfolgern kein Problem darstellen.
Mein Urteil:
Magisch und dystopisch zugleich. Wer sich mal eine Abwechslung wünscht, ist mit Spiegelkind auf der richtigen Seite. Hoffen wir, dass es mit den nächsten Teilen genauso gut weitergeht.
Cover:
Endlich kann ich das auch mal sagen: Das Cover ist ja eigentlich viel schöner als dort oben auf dem Bild. Es befinden sich nämlich viele silberne Linien darauf, die sich wie ein Netz über die Frontale ziehen und somit einen Wink in Richtung "Pheen" geben.
Sonst verrät das Cover allerdings nicht viel vom Inhalt des Buches.
Bewertung:

Normalität ist das, was von ihr verlangt wird, und eigentlich kommt Juli damit auch sehr gut zurecht, denn das letzte, was sie sein will, ist ein Freak. Aber wie soll man normal bleiben, wenn die eigene Mutter verschwindet, ein seltsam tätowiertes Mädchen in der Schule auftaucht und man erfahren muss, dass man von Wesen abstammt, die im eigenen Kopf nur Legende und Fantasie waren?
Langsam begreift die 15Jährige, dass Normalität nicht der Schlüssel für ein erfülltes Leben ist und es wichtigere Dinge gibt, als der Norm zu entsprechen und immer eine gute Miene aufzulegen.
Sie muss ihre Mutter finden, egal wie.
Wir kennen Dystopien, wir kennen Fantasyromane, aber kennen wir auch eine gelungene Mischung aus den beiden Genres? Ich hätte diese Frage bisher mit einem klaren Nein beantworten müssen, doch Frau Bronsky hat mit ihrem ersten Jugendbuch Spiegelkind meinen Horizont erweitert und mir Lust auf mehr solcher Paarungen gemacht.
Auch wenn sich unsere Protagonistin Juli erst einmal als ziemlich gewöhnlich herausstellte - naiv und nicht besonders helle - muss man doch sagen, dass sie sich für ihre Unwissenheit oft schämte und mit allen Mitteln versuchte ihre großen Wissenslücken zu füllen. Die Autorin beschrieb ihre Entwicklung dabei sehr authentisch und ließ den Leser erkennen, wie schwierig es ist aus diesem normgebundenen Leben zu fliehen, auch wenn man sich wünscht, nicht so oberflächlich zu sein wie alle Anderen. Ihre Protagonistin ist damit kein perfekte, stets verstehende Rebellin, die eine sich vor ihr auftuende Märchenwelt auf anhieb akzeptiert, sondern ein Mädchen, was noch viel lernen und aus dem alltäglichen Trott herausfinden muss.
Zuhilfe eilen ihr dabei neugewonnene und sehr besondere Freunde, welche sich zu Nebenfiguren entwickelten von denen man gern mehr erfahren würde. Ob es nun die aufgeweckte Ksü ist, die Julis Leben mal so kräftig durchrüttelt, oder Julis kleiner Bruder Jaro, der schon von Anfang an etwas Außergewöhnliches zu sein scheint, viele von ihnen gefielen mir sehr und sorgten für die nötige Abwechslung, wenn Juli mal wieder auf dem Schlauch stand.
Es ist schön zu sehen, dass Autoren auch weiterhin auf ihre Nebenfiguren bauen, die für die Entwicklung des Protagonisten eigentlich so wichtig sind, aber in vielen Jugendbüchern vernachlässigt werden. Bei Spiegelkind hatte ich allerdings immer das Gefühl, dass auch die kleineren Rollen eine große Aufgabe hatten und sich die Autorin auch bei ihnen viel Mühe gab. So kommt auch mein Wunsch zustande, im nächsten Teil noch mehr von ihnen zu erfahren.
Übrigens, und das sollte mal gesagt sein, denn wann findet man das schon in einem Jugendbuch: Der Roman kommt ohne Liebesgeschichte aus. Ich bezweifle, dass sich das durch die ganze Reihe ziehen wird, aber dass die Autorin erst einmal nicht darauf baut, finde ich große Klasse.
Beeindruckt war ich auch vom rasanten und schnell voranschreitenen Tempo der Geschichte, das keinen Platz für Längen oder Langeweile ließ. Zwar musste dann auch ab und an ein eher ruhiger Moment darunter leiden - der in meinen Augen somit nicht genug zum Zug kam - aber wenn sich ein Buch so leicht und schnell wegliest, ist das immer ein Vergnügen und man schaut gerne mal über solche Fehler hinweg.
Allerdings war diese Geschwindigkeit für das Buch auch nötig, denn auch wenn die Protagonistin vielleicht nicht so schnell hinterherkam, waren doch viele Situationen für den Leser ziemlich eindeutig. Es ist auch nicht schwer zu erahnen, was sich in den nächsten Teilen ereignen wird, aber solange die Autorin bei diesem Tempo bleibt, dürfte dies auch bei den Nachfolgern kein Problem darstellen.
Mein Urteil:
Magisch und dystopisch zugleich. Wer sich mal eine Abwechslung wünscht, ist mit Spiegelkind auf der richtigen Seite. Hoffen wir, dass es mit den nächsten Teilen genauso gut weitergeht.
Cover:
Endlich kann ich das auch mal sagen: Das Cover ist ja eigentlich viel schöner als dort oben auf dem Bild. Es befinden sich nämlich viele silberne Linien darauf, die sich wie ein Netz über die Frontale ziehen und somit einen Wink in Richtung "Pheen" geben.
Sonst verrät das Cover allerdings nicht viel vom Inhalt des Buches.
Bewertung:


Infos zur Autorin:
Alina Bronsky, Jahrgang 1978, war Medizinstudentin, Werbetexterin und Redakteurin bei einer Tageszeitung, bis sie eines Tages ein Manuskript an drei Verlage schickte und auf Anhieb die Zusage bekam. Ihr Debüt »Scherbenpark« gehörte zu den meist beachteten Debüts des Jahres 2008 und wurde für diverse Preise nominiert, darunter den Deutschen Jugendliteraturpreis. Ihr zweiter Roman »Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche« stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Die Rechte an Bronskys Romanen wurden in über zehn Länder verkauft, sie erscheinen unter anderem in den USA und Italien.
Sie kämpft unermüdlich für die Rechte der Pheen.
Mehr?:
Alina Bronsky, Jahrgang 1978, war Medizinstudentin, Werbetexterin und Redakteurin bei einer Tageszeitung, bis sie eines Tages ein Manuskript an drei Verlage schickte und auf Anhieb die Zusage bekam. Ihr Debüt »Scherbenpark« gehörte zu den meist beachteten Debüts des Jahres 2008 und wurde für diverse Preise nominiert, darunter den Deutschen Jugendliteraturpreis. Ihr zweiter Roman »Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche« stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Die Rechte an Bronskys Romanen wurden in über zehn Länder verkauft, sie erscheinen unter anderem in den USA und Italien.
Sie kämpft unermüdlich für die Rechte der Pheen.
Mehr?:



















































4 Kommentare:
Oh, das klingt aber gut. Überraschend gut. Bisher fand ich den Roman nicht sehr interessant, weil die Inhaltsangabe nun doch sehr typisch klingt. Aber du schwärmst ja nun doch davon, sodass ich bei Gelegenheit mal reinlesen werde. Danke für diese interessante Rezension!
Ksü? Das ist mal ein phantasievoller Name xD
Sonst hast du mir das Buch wirklich schmackhaft gemacht. Zugegeben, der Inhalt spricht mich nicht wirklich an, aber manchmal muss man es einfach versuchen. Ich schmeiß es mal auf meine Goodreads-Wunschlist :)
@captain cow: Was mich an diesem Buch wirklich begeistern konnte war:
1. die Mischung aus Fantasy und Dystopie
und
2. die nicht vorhandene Liebesgeschichte
das sieht man derzeit selten auf dem Jugendbuchmarkt ;) Aber es ist auf keinen Fall das beste Buch, was ich jemals gelesen habe, also bitte keinen Bestseller erwarten ;D
@Pia: Eigentlich heißt das junge Mädchen Ksenia, wird von ihren Freunden allerdings Ksü gerufen. Ich fand das auch sehr amüsant, hehe. Aber irgendwie nicht die Namen im ganzen Buch ziemlich seltsam.
Ich bin mir auch nicht sicher, ob das Buch etwas für dich wäre, da du auf deinem Blog ja meintest, du würdest jetzt nicht mehr so unbedingt Dystopien lesen wollen. Aber mal schauen, vielleicht gefällt es dir ja auch :)
@Pia: Sry, ich meinte natürlich die Namen SIND im ganzen Buch seltsam. ^^
Kommentar veröffentlichen