¡Rezension!: Das Land der verlorenen Träume

VanaVanille


Titel: Das Land der verlorenen Träume
Autor/in: Caragh O'Brien
Verlag: Heyne
Originaltitel: Prized
Seitenzahl: 464
Preis: 16,99 € (D)
ISBN:
978-3-453-26728-2




Kaum ist Gaia der Enklave und ihrem unterdrückendem System entkommen, stolpert sie geradeweigs in eine Gemeinschaft, die zwar zuerst friedlich und harmonisch wirkt, sich auf den zweiten Blick aber als genauso tyrannisch und ungerecht herausstellt, wie Gaias altes zu Hause.
Doch es gibt kein Zurück - nur den Tod - und so muss sich das junge Mädchen mit dem Völkchen und seiner Herrscherin gut stellen. Was zuerst so schwierig scheint, wird für Gaia bald immer leichter, bis sie sich selbst als Teil der Gemeinde ansieht. Wären da nicht die Dämonen aus ihrer Vergangenheit, die sie immer wieder zum Kämpfen anstacheln.

Nach meinen positiven Erfahrungen mit dem ersten Teil, begann für mich auch der zweite sehr euphorisch. Kaum hatte ich die ersten Seiten des Buches verschlungen, wusste ich, dass es mich so schnell nicht wieder loslassen würde. Eigentlich bin ich es von Fortsetzungen eher gewohnt, dass man erst einmal zurück zur Geschichte und ihren Figuren finden muss, aber Frau O'Brien schaffte von Anfang an eine solch mitreißende Atmosphäre, dass ich sofort Feuer und Flamme war.

Anfangs gefiel mir Gaia auch in diesem Buch wieder sehr gut. Mit ihrer zurückhaltenden und hilfsbereiten Art gewann sie den Leser schnell für sich und versicherte ihm, dass er es diesmal nicht mit einem naiven, kleinen Dummchen zu tun hatte, wie er es womöglich aus anderen Jugendbüchern kennt. So waren wir es von ihr aber auch schon aus dem Vorgänger gewohnt und hätten uns wohl nichts Anderes gewünscht.
Auch diesmal kamen ihre Fähigkeiten als Hebamme zur Geltung und spielten wieder einmal eine ausschlaggebende Rolle. Dies ließ das junge Mädchen gleich noch etwas reifer und erwachsener wirken und konnte einen schon das ein oder andere Mal vergessen lassen, dass sie erst 16 Jahre alt war.

Wäre es mit Gaia so geblieben, hätte ich dem Buch sicherlich die Höchstpunktzahl gegeben, aus dem einfachen Grund, dass dann alles gepasst hätte: Spannung, Emotion und Charaktere. Allerdings entwickelte sich die zweite Hälfte des Romans in eine Richtung, die ich weder erhofft, noch erwartet hatte.
Im ersten Teil hatten wir Gaias Entwicklung erlebt, wie sie vom gutgläubigen Kindchen zur rebellierenden jungen Frau wurde. Hier jedoch schien sich dieser Fortschritt wieder zurückzuziehen und die Protagonistin zu einem stets nickenden Engelchen zu machen. Das lag nicht nur daran, dass sie plötzlich alle noch so absurden Regelungen der Gemeinde akzeptierte, sondern auch an ihrem fraglichen Verhalten den Männern gegenüber. War doch die Heldin im ersten Teil noch schüchtern und verletzlich, wurde sie hier zu einem unbedacht handelnden Vamp, der die Männerherzen brach, als wären sie aus Glas.
Diese Tatsache wollte einfach nicht mit meiner sonst so positiven Einstellung zu ihr kooperieren, was mich manchmal fast in den Wahnsinn trieb. Gaia wurde mir beinahe unsympathisch, und wenn das geschieht, muss irgendetwas schief gelaufen sein.


Mein Urteil

Der Verlauf der Geschichte gefiel mir fast noch besser als der, des ersten Teils, doch was die Protagonistin betrifft, so muss ich dem Buch doch ein paar Minuspunkte anschreiben. Hätte es für Gaias seltsames Verhalten irgendeine Erklärung gegeben - und wäre diese noch so absurd gewesen - hätte ich das ganze Theater noch nachvollziehen können, aber so muss sie sich im dritten Teil sehr viel Mühe geben um meine ganze Zuneigung wieder zu erlangen.
Trotz allem ein fesselndes und fantastisches Buch, was Leser, die den Vorgänger geliebt haben, mit einem Bissen verschlingen werden. 


3 Kommentare:

  1. Nanu, so ein seltsamer Charakterwandel? Und das auch noch nicht nachvollziehbar und ohne Erklärung? Klingt ja wirklich merkwürdig. Aber ich werde mir das Buch trotzdem zu Gemüte führen. Aber danke für die "Vorwarnung".

    AntwortenLöschen
  2. Komisch, dieser Charakterwandel. Buch 1 fand ich ja schon ganz gut, allerdings nicht überragend. Deine Meinung zum zweiten Teil macht mich aber wirklich neugierig auf mehr...

    AntwortenLöschen
  3. @Friedelchen: Das Buch lohnt sich ja trotzdem und wer weiß, vielleicht empfindest du Gaias Entwicklung auch ganz anders. Ich wünsche dir auf alle Fälle viel Spaß damit :)

    @captain cow: Ich mochte den ersten Band, war allerdings nicht ganz soo begeistert wie andere. Der zweite gefiel mir eigentlich noch besser, aber Gaias Veränderung blieb mir doch ein Dorn im Auge.

    AntwortenLöschen

Ich liebe Kommentare, oh ja, ich liebe sie wirklich. Aber bitte schreibt keine nichtssagenden Einzeiler und verlinkt danach auf euren Blog. Die Kommentarfunktion soll nicht als Werbetafel, sondern für Diskussionen und nette Gespräche dienen.

Ich danke,
Cherry