¡Rezension!: Plötzlich Zombie - So ein Mist

VanaVanille


Titel: Plötzlich Zombie - So ein Mist
Autor/in: David Lubar
Verlag: Baumhaus
Originaltitel: My Rotten Life
Seitenzahl: 153
Preis: 9,99 € (D)
ISBN:
978-3-8339-0068-6



Wer wünscht sich nicht manchmal auch absolut gefühlskalt zu sein, keine Schikane an sich heranzulassen und blöde Sprüche einfach ignorieren zu können? So geht es jedenfalls dem 5. Klässler Nathan, der nicht nur der zweitdünnste Junge auf seiner Schule ist (und bitte, wer erinnert sich schon je an den zweiten Platz?), sondern auch noch eine totale Niete im Sportunterricht.
Klar, dass ihn Shawna, die Klassenschönste, keines Blickes würdigt und er auch sonst in der Masse untergeht. Da kann nur eins helfen: das Verschwinde-Schmerz Mittel von Abigails Onkel. Ein Tropfen genügt und schon lösen sich deine größten Sorgen in Luft auf.
Aber was passiert, wenn man eine ganze Flasche über den Kopf geschüttet bekommt?

Kennt ihr diese furchtbaren Kinofilmvorschauen in denen alle wichtigen Stellen verraten und die lustigsten Situationen vorweg genommen werden? Mit Tricks versuchen die Filmemacher den Zuschauer ins Kino zu locken, um da dann nur festzustellen, dass man sich den ganzen Besuch hätte sparen können.
So ähnlich erging es mir beim Lesen von Plötzlich Zombie. Nicht nur, dass der Klappentext des Buches bereits den ganzen Inhalt offen darlegte, nein, auch der Rest der Geschichte war nicht unbedingt so lustig, wie ich ihn mir erträumt hatte.

Das größte Problem bildete wohl die längst durchgekaute Grundidee des total normalen Losers, der sich schon sooo lange wünscht am Tisch der "coolen" Kids zu sitzen. Hallo? Wie wäre es mal mit einem neuen Geistesblitz? Gibt es auf dieser Welt keine gescheiten Protagonisten (auch wenn sie erst 12 Jahre alt sind), die vielleicht ein bisschen mehr Selbstachtung haben und die fiesen Maschen der beliebten Gören durchschauen? Warum muss man sich dafür erst in einen Zombie verwandeln, der beste in Sport werden und auf eine Party eingeladen werden, die einem dann doch nicht zusagt, weil man seine Zeit ja eigentlich viel lieber mit den "wahren" Freunden verbringen will?! Der Autor hat hier scheinbar versucht die typischen Werte wie "Es müssen dich nicht alle lieben, um selbst ein guter Mensch zu sein" oder "Echte Freunde sind die, die auch in schlechten Zeiten zu dir halten" wieder zu verwenden, aber hätte er mal versucht sie anders zu bearbeiten als die vielen Kollegen vor ihm, dann wäre die Geschichte im Allgemeinen nicht unterhaltsam, sondern auch einprägsam gewesen.

Dabei fand ich diesen witzigen Part gerade für Kinder sehr ansprechend. Es waren zwar nicht unbedingt geistreiche Kracher dabei, aber man konnte sich gut vorstellen, dass einige jüngere Leser ihren Spaß haben würden. Manchmal erinnerte es mich sogar an Greg. Im Gegensatz zu Gregs Tagebuch- welches meines Erachtens totale Idiotie ist, den meisten Kindern aber sehr gefällt- muss man Plötzlich Zombie jedoch hoch anrechnen, dass es nicht nur aus bekloppten Streichen bestand, sondern auch eine Storyline hatte, die zwar nicht originell, aber jedenfalls vorhanden war. 


Mein Urteil

Nach meinen Erwartungen eine ziemliche Enttäuschung. Die Geschichte an sich ist zwar sehr lustig und wird viele Leser ab 10 Jahren unterhalten können, aber wenn ich mir die Handlung einmal genauer anschaue, kann ich nichts Besonderes daran erkennen. Eigentlich ziemlich schade.


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