¡Rezension!: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Erdbeere


Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Autor/in: John Green
Verlag: Carl Hanser Verlag
Originaltitel: The fault in our stars
Seitenzahl: 288
Preis: 16,90 € (D), 12,95  (Eng) 
ISBN: 
 978-3446240094




Erdbeere= blau
Kirsche= braun

Beim diesem Buch ist der deutsche Titel Das Schicksal ist ein mieser Verräter Programm. Denn genau das Gleiche dachte ich mir, während ich schluchzend das Buch las. Ihr kennt das sicher. Man schlägt ein Buch auf und ihr wisst, dass das hier nicht gut enden kann, dass das Buch dich auf eine Achterbahn der Gefühle schickt und immer wieder eine neue Runde dranhängt oder dass es dich nicht in Ruhe lässt, weil du dir wünschst, es wäre alles anders. Genau so ein Buch ist Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Hazel Grace Lancaster hat Krebs. Diese Art von Krebs, den man mit der besten Medizin nicht heilen könnte und aus ihr eine - wie sie sagt - Zeitbombe macht. Der Depression völlig hingebend, schleppt ihre Mutter sie eines Tages zu einer Selbsthilfegruppe für Krebskranke, wo sie Augusts Waters kennen lernt. Einen Jungen, der den Krebs besiegt hat
 und im Austausch dessen ein Bein verlor. Allerdings ist er es, der Hazel zeigt, dass es sich, trotz Zeitlimit, zu leben lohnt und das nicht mal der Krebs verhindern kann, seine Wünsche auszuleben. Gemeinsam begeben sich die beiden nach Amsterdam, auf die Such nach Antworten, die nur ihr Lieblingsautor geben kann. 

So, wie wir es von Green gewohnt sind, schafft er auch mit Hazel und Augustus wieder einmal zwei Protagonisten, die in der weiten Jugendbuchwelt ziemlich außergewöhnlich und originell sind. Es macht Spaß ihren Dialogen zu lauschen, sie auf ihren Reisen zu begleiten und die sich anbahnende Liebe zu verfolgen, welche sich zwischen ihnen entwickelt. Man kann es nicht anders sagen, auch wenn man vielleicht nicht jeden ihrer Gedanken teilen mag, so wachsen sie einem doch beide ans Herz. 
Philosophisch, klug, witzig und gefühlvoll erzählt der Autor die Geschichte zweier Teenager, die man nach der letzten Seite einfach nicht vergessen kann. Sie werden einen zum Weinen, Lachen und Nachdenken bringen, also genau das, was man sich von einem wirklich guten Buch erhofft.  

Und dennoch gibt es ein paar wenige "Kleinigkeiten", die mir einen John-Green-Roman immer wieder ein bisschen verderben. So ecke ich mit seinem Klischeedenken auch in diesem Buch ein weiteres Mal an, was mich dazu brachte, ihm nicht volle 5 Kirschen zu geben. Ebenso gab es andere Stellen im Werk, die ich so unverständlich und unrealistisch fand, dass diese wie ekelerregendes Ungeziefer in einem sonst wunderschönen Garten wirkten. Da ich aber diejenigen von euch nicht spoilern will, möchte ich meine Beispiele hinter einem Schlüsselloch verstecken. Hier gilt, nur wem es nichts ausmacht gespoilert zu werden, sollte darauf klicken:




Das sehe ich ein kleines bisschen anders als die Kirsche (Oi, ich sehe schon, die Rezension wird länger. Passiert, wenn Zwei daran arbeiten. Sorry.) Ich fand weder die Reaktion auf den Kuss noch das Klischeedenken als wirklich störend. Ich  habe das Buch als Ganzes gesehen und hab mich da an Kleinigkeiten nicht groß aufgehalten. Laut seinem Tumblr -Accout  inszenierte Green gewollt gewisse stereotypische Denkweisen, da er seine Protagonisten so realistisch wie möglich charakterisieren wollten. Aus diesem Grund, weil irgendwie alles stimmte, bekommt das Buch bei mir auch die volle Fruchtzahl!


Unser Urteil:

John Green, auf seinem schriftstellerischen Hochflug, serviert uns einen Roman, bei dem man alle Gefühle durchlebt: man weint, lacht, verzweifelt und ist wütend. Es ist sehr gefühlsbetont, traurig, aber gleichzeitig, für John Green typisch, mit Witz und Ironie bespickt. So wird aus einem eigentlich ernsten Thema, ein wahres Lesevergnügen. Endlich ein Green-Roman, der uns für sich gewinnen konnte.



7 Kommentare:

  1. Zur Sparte "Der Autor" solltet ihr noch die Vlogbrothers hinzufügen. Sein Youtube Account, den er mit seinem Bruder führt. Sehr gut, sehr lustig, sehr intelligent ;)

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  2. Besonders den Schlüssellochteil fand ich an eurer Rezension interessant zu lesen. Ich finde es gut, dass ihr das Buch beide mochtet, aber doch noch eine kleine Diskussion aufbringen konntet, sonst würden Doppelrezensionen ja auch nicht all zu viel Sinn ergeben. Ich bin da übrigens mehr auf der Erdbeerseite. Ich verstehe die Kritik der Kirsche zwar, aber mich persönlich haben sie beim Lesen nicht gestört.

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  3. Eine erfrischende & schöne Rezi! Vor allem, dass sie von euch beiden ist, hat schon einen gewissen Charme. Ich habe das Buch auch begeistert verschlungen und wagte so natürlich den Blick durchs Schlüsselloch. Ich kann die Kritik durchaus nachvollziehen, schließe mich aber der Erdbeere an. Ich fand den Kuss eher süß und gar nicht kitschig und gewisse Klischees gehören zum Leben einfach dazu. Man findet sie quasi an jeder Ecke. Solange in diesem Punkt nicht aus den Vollen geschöpft wird, stört mich sowas in einem Roman weniger. Für mich hat einfach ALLES gepasst.

    Liebe Grüße
    Reni

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  4. @Reni: Es war nicht der Kuss, der mich gestört hat, sondern die Reaktion darauf, eine klatschende Meute. Das war mir wieder so typisch amerikannisch. Aber diese Unstimmigkeiten zwischen Herrn Green und mir war ich ja bereits gewöhnt, versteh aber sehr gut, dass andere von ihm vollkommen hin und weg sind ;)

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  5. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" klingt nach einem sehr interessanten Buch. Und genau darum schaue ich nicht durchs Schlüsselloch :-)

    Omega

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  6. @ Cherry,

    ja, das meinte ich auch, also das Drum Herum nach dem Kuss. Auch das fand ich süß! Aber du hast schon recht. Es ist schon sehr hollywoolike und ich kann auch verstehen, wenn man da kein Fan von ist und es somit übertrieben wirkt. Du hast also mein vollstes Verständnis, wenngleich es bei mir besser ankam. Das Buch hängt mir immer noch nach. :)

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  7. Eine wundervolle Rezension :)
    Liebe Grüße
    Jeanne

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Cherry