¡Rezension!: Der letzte Engel

VanaVanille


Titel: Der letzte Engel
Autor/in: Zoran Drvenkar
Verlag: cbj
Originaltitel: -
Seitenzahl: 432
Preis: 16,99 € (D)
ISBN:
978-3-570-15459-5


Mal überlegen, wann habe ich das letzte Mal so ein verwirrendes Buch gelesen? Ich muss gestehen, ich weiß es nicht. Bereits auf den ersten Seiten wird der Leser mit einer Vielzahl an verschiedenen Personen überhäuft, dass man die erste Hälfte des Buches braucht, um damit fertig zu werden. Wer ist nun wer? Wie stehen die Charaktere zueinander? Alles ganz schön verzwickt und skurril, aber das Durchhalten hat sich für mich gelohnt, denn bald stellte sich heraus, dass dies alles andere als die gewöhnliche Geschichte von Gut und Böse ist.

Wie aus dem Klappentext herauszulesen ist, nennt sich der Protagonist dieses Romans Motte. Motte ist sozusagen unser Held, der Führer der Geschichte, der rote Faden, der sich durch alle Kapitel zieht. Er ist... nein ... eigentlich nicht. Motte kommt im ganzen Buch nur 20% zu Wort, der Rest befasst sich mit ganz anderen Figuren, was allerdings auch nicht weiter schlimm war, da diese weitaus interessanter waren.
Noch außergewöhnlicher als diese Tatsache, ist jedoch der Aufbau der ganzen Geschichte. Nicht nur der Blick auf das Geschehen ändert sich von Kapitel zu Kapitel, nein, auch wird mit der Zeit wild herumgespielt. Eben befand man sich noch in der Gegenwart, dann werden plötzlich 15 Jahre zurück gespult, danach bekommen wir einen Blick in die Zukunft, um schließlich 200 Jahre zurückgeworfen zu werden. Wie gesagt, alles sehr verwirrend.

Aber nichtsdestotrotz hat mich dieses Buch nicht nur mit seinen Besonderheiten fasziniert, sondern konnte auch mit einer ganz neuen und sehr komplexen Geschichte dienen. Wer bei dem Wort Engel vielleicht erst einmal den Würgereflex unterdrücken muss, sei hier beruhigt, denn das Buch hat rein gar nichts mit Religion zu tun. Der Autor hat seine ganz eigene Spezies erschaffen, die zwar auch mit hübschen Schwingen glänzen kann, aber weitaus mehr zu bieten hat.
Insbesondere die Entstehung zweier ganz unterschiedlicher Parteien hat mich dabei interessiert, welche sich auf der einen Seite für, und auf der anderen gegen die Engel aussprechen. Schade ist nur, dass Herr Drvenkar es nicht geschafft hat seine Handlung in ein Buch unterzubringen, denn nun erwarten uns weitere Teile (keine Ahnung wie viele). Das ist zwar eigentlich ganz schön, denn das Buch hat mir wirklich, irgendwie gefallen, doch ein einziges Buch mit ein paar Seiten mehr, hätte dem ganzen doch einen Pluspunkt verliehen. So muss ich nun auf eine Fortsetzung warten und hoffen, dass ich bis dahin nicht alle Namen vergessen habe. Drückt mir die Daumen!

Mein Urteil

Besser als erwartet, wenn man bis zur Hälfte aushält. Nach den ersten Verwirrungen kann der Leser in eine ganz tolle Welt mit vielen Personen eintauchen, die gleichermaßen zu Worte kommen (egal ob nun auf der guten, oder auf der bösen Seite... obwohl man jetzt auch nicht genau sagen kann, wer gut und wer böse ist). Ich bin jedenfalls ziemlich überrascht, positiv, und freue mich auf eine Fortsetzung. Wann immer sie auch kommen mag.

4 Kommentare:

  1. Der Autor hat gerade erst mit der Fortsetzung begonnen, es kann also noch eine Weile dauern bis sie in den Läden steht. Ich war am Sonntag auf einer Lesung von "Der letzte Engel" und da meinte er, dass er auch selbst noch nicht wüsste, wo ihn der zweite Teil hinführt. *lach*

    LG fireez

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  2. @fireez: Na klasse. Da hofft man immer, die Autoren hätten ihre Geschichte schon komplett im Kopf und müssten nur hier und da noch etwas feilen, und dann solch eine Nachricht.
    Danke für die Infos ;)

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  3. Ursprünglich sollte es gar kein Zweiteiler werden, er hat dann nur gemerkt, dass zum Abgabetermin noch längst nicht alles erzählt war.
    War die interessanteste Lesung, auf der ich je war, denn der Autor scheint seinen Verlag wahnsinnig zu machen, weil er vorher nie ein Konzept hat. Er entdeckt seine Figuren in genau dem Tempo, in dem er schreibt. Nicht das übliche erstmal einen Rahmen kreieren und die Figuren schaffen und dann schreiben. Aber das merkt man dem Buch auch an, finde ich. Es ist wirklich mal was anderes.

    LG fireez

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  4. Klingt nach einem tollen Buch :) Ich kenne eine lange Leseprobe davon und bin mir sicher, dass ich es mir irgendwann auch noch zulegen werde. Tolle Rezension :)

    Liebe Grüße, Lisa

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