¡Rezension!: Matchbox Boy

VanaVanille


Titel: Matchbox Boy
Autor/in: Alice Gabathuler
Verlag: Thienemann
Originaltitel: -
Seitenzahl: 288
Preis: 12,95 € (D)
ISBN:
978-3-522-20159-9




Drei beste Freundinnen, die sich für unbesiegbar halten und mit den Leuten spielen, wie es ihnen passt. Ein Poolboy, der zu ihrer Beute wird. Ein Vorfall. Und plötzlich werden die Jäger zu Opfern.

Auch wenn Matchbox Boy mit dem Begriff "Cybermobbing" beworben wird, so findet man als Leser schnell heraus, dass sich hinter den Buchdeckeln doch einiges mehr verbirgt, als ein böser Mensch, der beleidigende Sachen schreibt. Das Wort "Psychothriller" beschreibt es schon ganz gut, denn womit die Protagonistin in diesem Buch kämpfen muss, ist vielmehr ein Psychospielchen, als gewöhnliches Mobbing. Das beginnt schon damit, dass nicht die typischen Personen am Niedermachen anderer beteiligt sind, sondern sie selbst Opfer der Attacken werden.
Im Grunde geht es hier nicht nur um Mobbing und ausgegrenzte Schüler, auch geht es um die Sensationsgeilheit jedes Einzelnen von uns, um die Macht derjenigen, die deine kleinen Geheimnisse kennen und den tiefen Fall derjeniger, die sich an der Spitze befinden und dann schonungslos entlarvt werden. 
Die Autorin hat es dabei geschafft, dass ich, obwohl ich eigentlich kein großes Interesse an diesem Roman hatte, anfing zu lesen und einfach nicht mehr aufhören konnte. Das lag nicht daran, dass es sich bei den drei Mädchen um sympathische Heldinnen handelte. Ganz im Gegenteil. Ihre Worte waren so ehrlich, die schmutzigen Gedanken so hemmungslos, dass man sich dieser Welt schlicht nicht entziehen konnte. 
Man merkte schnell, dass es sich hier keinesfalls um einen amerikanischen Thriller handeln konnte, da Sex und Lust sehr oft Thema waren und die Protagonistin auch sehr offen damit umging. Deswegen eine kleine Empfehlung von mir: keinen Jugendlichen unter 14 Jahren in die Hand drücken.

Trotz allem bin ich nicht ganz sicher, ob die Botschaft der Geschichte richtig herüberkommt. Natürlich ist das, was geschieht grausam und auch so beschrieben, dass man sich vorstellen kann, dass es genau so geschehen könnte, jedoch werden viele Leser wahrscheinlich zwischen einer guten und einer bösen Seite unterscheiden, die beide nicht wirklich existieren. Schnell werden die drei Mädchen als Opfer dargestellt, obwohl sie selbst Täter waren. Man bekommt Mitleid mit ihnen und vergisst dabei vollkommen, dass sie noch ein paar Seiten zuvor selbst herzlos handelten.
Frau Gabathuler macht es eigentlich ganz gut und zeigt uns die Grauzonen dieser Story, die Schuld aller, aber da es dennoch sehr viel Ignoranz gibt, kann ich mir vorstellen, dass nicht jeder Leser dies auch verstehen wird und sich eher als das Lamm sieht, dem all das ja niemals passieren könnte. Deswegen bezweifle ich sehr, dass Matchbox Boy den Jugendlichen, an die es gerichtet wurde, die Augen öffnen wird, aber wer weiß. 


Mein Urteil

Ein sehr interessanter Thriller, der sich mit aktuellen Themen befasst, aber auch alte Ideen aufgreift und so eine Mischung aus spannender Lektüre und ein wenig pädagogischem Zeigefinger schafft. Hätte ich nicht für möglich gehalten, aber ich fand es wirklich gut.

1 Kommentare:

  1. Das Buch ist wirklich von Anfang an äußerst spannend geschrieben und die Protagonistin Jorina ist für den Leser auch authentisch. Wirklich gut gemacht.

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Ich danke,
Cherry