¡5 Bücher im Schnelldurchlauf!

Erdbeere

Und nun wieder einen kleinen Schnelldurchlauf der Bücher, für die keine großen Worte geplant waren.



Beta

Im Rahmen unserer Notizbuch Aktion habe ich "Beta" von Rachel Cohn gelesen. Es stand eigentlich nicht wirklich auf meiner to-read-Liste, aber Kirsches gute Meinung dazu und Cohns mir bekannte Zusammenarbeit mit David Levithan hat mich dann doch sehr neugierig gemacht. Leider kann ich mich hier der Kirsche nicht anschließen. Zu oberflächlich und sexistisch fand ich die dort vorherrschende Welt, zu naiv die Protagonistin. Und ja, mir ist auch vollkommen bewusst, dass das zu einen bestimmten Grad die Absicht von Cohn war, eine Welt darzustellen, die von Schönheit und Perfektion bestimmt wird. Aber trotz offensichtlicher Oberflächlichkeit haben mich die Charaktere und Handlung so oder so kaltgelassen. Erst zum Ende hin hatte mich die Spannung gepackt, aber bis dahin war es ein steiniger Weg für Beta und mich. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele, so wie ich, einige Probleme mit der Obsession für Schönheit haben und sich vorkommen als würde man etwas über die reichen Vorstadtkiddis aus L.A. lesen.  Anderen könnten das aber auch gefallen.



Über mir der Himmel


Über mir der Himmel kursiert ja eigentlich schon seit Jahren hier und da mal auf Blogs herum und immer hat mich das Thema interessiert. Dank eines guten Angebotes konnte auch ich es jetzt mein Eigen nennen.  Bekommen haben ich ein trauriges, mitfühlendes, aber auch aufbauendes und heiteres Buch, das über Verlust, Verarbeitung und die Liebe erzählt.  Meines Erachtens setzt der Klappentext des Buches viel zu sehr auf dieses sogenannte "Liebesdreieck". Für mich war es eigentlich nie wirklich eines, da Lennie und Tobys Geschichte eher aus dem Verlust der Beiden herführt. Ich meine, es wäre schon etwas seltsam sich in den Verlobten und der Vater des ungeborenen Babys ihrer toten Schwester zu verlieben. Und von verlieben ist hier mit keinem Wort die Rede. Toby und Lennie brauchen Halt, die nur die beiden sich geben und daran festhalten können.  Über mir der Himmel ist ein schöner Roman, der jedoch nicht viel Tiefe besitzt, wie man es bei so einem Thema vermutet. Eher erzählt er locker und leicht über das Thema Tod und Liebe. 




Saeculum (Hörbuch)

So viel gutes habe ich über dieses Buch gehört, da wurde ich langsam ebenfalls neugierig, was es mit dem geheimnisvollen Saeculum auf sich  hat, auch wenn es thematisch nicht in meine Richtung geht. Nach einem etwas langatmigen Einstieg hatte mich die Geschichte irgendwann doch gepackt. Spätestens dann, wenn man als Leser bzw. Hörer nicht weiß, was vor sich geht. Die Auflösung fand ich gelungen, ganz anders als ich dachte und ich denke, ich werde weitere Werke von Frau Poznanski lesen.
Zum Hörbuch: Gelesen wird Saeculum von Alexsandar Radenkovic. Ich muss sagen, es dauerte einige Zeit ehe ich mich an seine manchmal sehr monotonen Stimme gewöhnen konnte, aber nach einer Weile fiel es nicht mehr weiter auf. 




Nilowsky

Ich durfte Tosten Schulz letztens persönlich bei uns auf Arbeit willkommen heißen und habe als Vorbereitung dessen seinen neusten Roman Nilowsky gelesen. Von unserer Buchhändlerin als "ähnlich wie Tschick" angepriesen,  habe ich mich gleich auf das Buch gestürzt, mochte ich Tschick doch so sehr. Und es weist tatsächlich einige Parallelen auf. Zwei ungleiche Jugendliche, eine seltsame Freundschaft und der Weg des Erwachsenswerden.  Das sind eigentlich die Grundthemen in seinem Buch. Im Gegensatz zu Tschick aber wesentlich radikaler, krasser und bewegender. Es ist geht weniger Freundlich zu, wenn man das Leben der beiden Freunde, Markus und Nilowsky, in den nächsten Jahren - die bis zur Wende reichen - verfolgt. Ein wenig schwerfällig lässt einen die Kost zurück. Aber auf guter Art. Gewöhnen sollte man sich an den Berliner Jargon der Siebzieger Jahre. Es braucht seine Zeit, aber auch das legt sich.
Ein gutes Buch über das Erwachsenwerden und der Liebe zweier unterschiedlicher Menschen in Ostberlin, dessen Mundart wie ihr Leben ist: teils geordnet, teils chaotisch. 





Das Haus der vergessenen Träume 

Lange keinen dicken Schmöker gehabt, was Erdbeere? Ja, das dachte ich mir, als ich Katherine Webbs neustes Buch in den Händen hielt. Schon ihr erster Roman war spannend, verwirrend und hielt einige Überraschungen für mich bereit. Auch hier werden wir wieder ins England des beginnenden 20. Jahrhundert geführt, in dem sie eine Tragödie ereignete, dessen Folgen bis in unsere Gegenwart widerhallte. Dieses Mal geht es um einen gefunden toten Soldaten aus dem 1. Weltkrieg, dessen Herkunft man nun versucht herauszufinden. Diese Aufgabe übernimmt Leah Hickson, die jedoch mehr zutage fördert, als man möchte. Und so deckt sie auch das Ereignis auf, was über einem Jahrhundert voher stattfand und das Leben aller beinflusst hatte.  Historische Geschichten, gerne angesiedelt in England natürlich, die Zeitebenen in der Vergangenheit und Gegenwart aufweisen, gibt es eigentlich wie Sand am Meer. Aber nicht alle sind gut geschrieben. *Hust*Das Orchiedeenhaus*Hust*. Doch mit Katherine Webb kann man eigentlich nichts falsch machen. Sie schreibt spannend und man hat den Plottwist nicht gleich auf Seite 50 herausgefunden. Fans von Kate Morton werden gefallen daran finden. 

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