¡Rezension!: Auserkoren

VanaVanille


Titel: Auserkoren
Autor/in: Carol Lynch Williams
Verlag: cbt
Originaltitel: The Chosen One
Seitenzahl: 224
Preis: 6,99 € (D)
ISBN:
978-3-570-30779-3



Meine Meinung zu Sekten war natürllich noch nie eine besonders gute, denn alles was mit einem fanatischen Verhältnis zu einer bestimmten Glaubensrichtung zu tun hat, trifft bei mir zu allererst immer auf vollste Ablehnung. Doch wenn man dann auch noch einen solch schockierenden Roman zu diesem Thema liest, wie Auserkoren einer ist, dann vergrößert sich das Unverständnis gegenüber solcher Gruppen nur noch mehr. Polygamie, Inzest, Gewalt gegenüber Frauen und die Unterdrückung jeglichen Wissens sind nur ein paar der Probleme mit denen sich der Leser diesmal auseinander setzen muss. Es macht wütend, traurig, und am Schluss nur noch wütender.

Und in dieser grausamen, ja so dummen Welt lebt Kyra, ein heranwachsendes junges Mädchen. Sie ist verliebt in einen Jungen, sie liest heimlich Romane, die sie in einer fahrenden Bibliothek ausleiht, und wenn niemand hinschaut, dann läuft sie weg - weg von ihrem Vater, ihren drei Müttern und den vielen Geschwistern - um endlich einmal allein zu sein. Doch dies alles ist verboten - der Prophet hat gesprochen - und wenn sie bei einer dieser Aktivitäten erwischt wird, wird sie bestraft. Hart bestraft.
Vielleicht wäre das alles noch erträglich, vielleicht könnte sie es schaffen so weiterzuleben, vielleicht, aber als sie erfährt, dass sie mit ihren jungen 14 Jahren ihren eigenen Onkel heiraten soll (der dazu auch noch gute 50 Jahre älter ist als sie), beschließt sie, all das hinter sich zu lassen. Aber wie?

Dieser Roman erzählt die tragische Geschichte eines Mädchens, welches versucht, aus den Fängen einer üblen Sekte zu entkommen. Dabei muss sie viele Opfer bringen, Unschuldige müssen leiden und sie selbst wird sehr oft auf die Probe gestellt. Wie kann man sich plötzlich gegen all das wenden, was man jahrelang als richtig angesehen hat? Wie soll man alles zurücklassen, was man je geliebt hat?
Auch wenn das Buch nicht besonders lang ist und deswegen auch eher ein kurzweiliges Lesevergnügen bietet, so ist es doch einer jener Titel, der einen aufrüttelt. Man will mehr erfahren, fiebert mit und kann sich vom Schicksal der Protagonistin einfach nicht losreißen. Während sie zweifelt, will man ihr helfen, ihr entgegenschreien, dass ihre Entscheidung die richtige ist und sie aus dieser furchtbaren Welt befreien.

Mein Urteil

Ein gelungenes Werk über polygame Sekten, das so erschreckend und ehrlich ist, dass man gar nicht glauben mag, dass wir unseren modernen Planeten immer noch mit solch grausigen Gemeinschaften teilen müssen. Hier wird nichts verkitscht. also nichts für schwache Herzen oder vernebelte Geister!


6 Kommentare:

  1. Hab jetzt nur das Fazit gelesen, weil ich das Buch noch nicht gelesen habe, aber das klingt doch schon einmal vielversprechend :D Das buch steht schon ewig auf meinem Wunschzettel aber ich bin mir immer unsicher gewesen. Ich denke, jetzt schafft es den Absprung von der ewigen Wunschbuchliste :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich sag dir, wenn du bisher noch nichts in dieser Richtung gelesen hast, lohnt es sich auf jeden Fall.

      Löschen
  2. Das hört sich doch sehr interessant an... Ab auf die Wunschliste ^.^

    AntwortenLöschen
  3. Mich hat das Buch damals auch fasziniert, hatte mich vorher noch nie mit dem Thema auseinandergesetzt, aber danach war ich total neugierig. In der Hinsicht kann ich dir auch Keep Sweet empfehlen, das ist ähnlich, aber noch einen Zacken schlimmer fand ich. Oh, oder Burned von Ellen Hopkins, obwohl ich die Gemeinschaft da im Vergleich zu der von Kyra nicht ganz so krass fand.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für die lieben Tipps.
      Für mich war es auch das erste Buch zu diesem Thema, weshalb mich der Roman auch so "geflasht" hat. Jetzt habe ich wirklich Lust auf mehr und werde mir sicherlich "Keep Sweet" mal zu Herzen nehmen. ;)

      Löschen

Ich liebe Kommentare, oh ja, ich liebe sie wirklich. Aber bitte schreibt keine nichtssagenden Einzeiler und verlinkt danach auf euren Blog. Die Kommentarfunktion soll nicht als Werbetafel, sondern für Diskussionen und nette Gespräche dienen.

Ich danke,
Cherry