¡Rezension!: Weil du fehlst

VanaVanille
Cover 


Titel: Weil du fehlst
Autor/in: Jana Frey
Verlag: Fischer
Originaltitel: -
Seitenzahl: 224
Preis: 12,99 € (D)
ISBN:
978-3-596-85446-2



Weil du fehlst ist ein Buch, indem sehr viel Verlust, Trauer und die Bewältigung dieser steckt. Und eigentlich handelt es sich auch um ein Thema, welches fesselt und berühren kann, wenn man es denn richtig macht.

Kassandra lebt mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester mal hier mal dort, kann sich nirgends binden, fühlt immer wieder diese Leere tief in sich drin und hat nur eine Konstante im Leben: ihren türkischen EMailfreund. Erst als ihre kleine Familie endlich zurück in die Staaten zieht, kommt die 17Jährige ihrer eigenen Vergangenheit auf die Schliche und erfährt, was damals, vor fast 14 Jahren, wirklich geschehen ist.
Ein Beben zieht sich durch Kassandras Leben und verzweifelt klammert sie sich an die Menschen, die ihr Schutz bieten. Darunter auch ihr Vertrauenslehrer Mr. Rosen, zu dem sie langsam zu viel Vertrauen aufbaut.

Es ist normalerweise toll Bücher zu lesen, die Probleme behandeln, denen man nicht in jedem zweiten Jugendroman begegnet. Man wird mit neuen Gefühlen konfrontiert, muss über die Sorgen der Protagonisten nachdenken und fühlt sich danach meist etwas schlauer.
Wie gesagt: normalerweise. Ich fühlte mich beim Lesen des Romans jedenfalls an keiner Stelle "erleuchtet", sondern vielmehr auf den Arm genommen. Das seriöse Thema, welches Frau Frey versucht auseinander zu pflücken, kann man an vielen Stellen einfach nicht nachvollziehen, womit die Geschichte an Glaubwürdigkeit verliert. Sie versucht gleich zwei Problemthemen miteinander zu verbinden, kratzt dabei aber beide nur an, und sorgt somit dafür, dass ich weder die eine, noch die andere Situation verstehen bzw. als logisch abhaken könnte.

Ich möchte nicht zu viel verraten, versuche aber mal beispielhaft etwas von meinen Problemen mit dem Buch zu erläutern:
Es gibt im Verlauf der Geschichte einen Menschen, der an den Geschehnissen der Vergangenheit regelrecht zerbrochen ist. Die Person befindet sich also in einem Zustand, den man nur als vollkommene Apathie betiteln könnte. Ich frage mich wieso. Wieso gibt diese Person auf? Wieso zerbricht sie daran, während andere Menschen, die genauso betroffen sind, weiterleben und sich um die  Zurückgebliebenen kümmern? Das klingt jetzt hart, aber wenn man die Situation kennt, macht die Entwicklung dieser Person keinen Sinn. Ich fand sie einfach zu krass, zu "oh ich möchte hier unbedingt eine dramatische Geschichte aufbauen". Zu gestellt, und somit unglaubwürdig.
So ähnlich verhält es sich mit den aufkeimenden Gefühlen Kassandras zu einem Menschen in ihrer näheren Umgebung. Ich habe verstanden, wieso sie sich plötzlich hingezogen fühlt und klammert, wie ein unvernünftiges Äffchen, aber wie sich von der anderen Seite eine Zuneigung aufbauen konnte, erkennt man in keinem einzigen Satz. Plötzlich ist es einfach so, und das Drama ist perfekt. Für meine Verhältnisse mal wieder zu katastrophal, als dass man es glauben könnte.

Mein Urteil

Wenn die Autorin nicht zu sehr auf Drama gesetzt hätte, wäre dieses Buch vielleicht noch den rechten Weg gegangen. So allerdings konnte ich sie und ihren ganzen Roman nicht wirklich ernst nehmen. Es gibt diese Probleme, und es ist gut, dass man auch mal darüber lesen kann, aber wenn die Handlung an Authentizität verliert, hat selbst das Darüberlesen keinen Sinn mehr.

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