¡Rezension!: Die Flüsse von London [Hörbuch]

VanaVanille


Schon als ich das erste Mal auf dieses tolle Cover blickte, wusste ich, dass sich hier eine Geschichte verbarg, die mir gefallen würde. Als dann auch noch etliche Kunden in unserer Filiale voller Begeisterung aufschrien: Das müssen Sie lesen! war es dann voll und ganz um mich geschehen. Allerdings wählte ich die Hörbuchvariante ;)



Ich muss ehrlich zugeben, dass ich eher selten zu einem Krimi greife, außer es handelt sich dabei um einen guten alten Sherlock Holmes. Das liegt nicht daran, dass ich spannende oder blutige Lektüre verachte, sondern weil die meisten Vertreter dieses Genres oftmals in die gleiche Richtung laufen und man keineswegs mit tiefgründigen Charakteren rechnen kann. Ein Mord, ein Polizist, ein Fall, eine Lösung, und schon ist es auch wieder vorbei, außer man hat nur den ersten Teil einer Serie erwischt. Traurig aber wahr.
Wenn einem dann aber der Herr Aaronovitch eine neue Art des Krimis vorlegt, stellen wir uns nur mal das gute alte London voller Magie, Zauberer und bösartiger Geister vor, so kribbelt es einem doch wieder in den Fingern und man mag nur zu gern herausfinden, was sich hinter den Seiten dieser vielversprechenden Geschichte verbirgt.

Die Antwort lautet: so einiges. Manche mögen sagen es handle sich hier um einen guten schwarzhumorigen Krimi mit einer Prise Harry Potter, und irgendwie, wenn auch nicht ganz, haben die Leute schon recht.
Der mittelmäßige Constable Peter Grant scheint in seinem Leben nie das zu kriegen, was er gern hätte. Dazu soll er nun auch noch einen langweiligen Bürojob übernehmen anstatt draußen an der frischen Luft Verbrecher zu jagen. Aber nur ein paar Tage später ist er plötzlich Zauberlehrling bei seinem neusten Vorgesetzten und muss anstelle von Straßenräubern nun Wassergeistern und Gespenstern hinterherjagen.

Auch wenn der junge Polizist mich nicht von der ersten Minute an für sich begeistern konnte, so brauchte er doch nicht lang um mit seinem englischen Humor zu punkten. Zwar stand er durch die Ich-Perspektive des Buches oftmals im Vordergrund, doch hatte man ebenso große Chancen auch weitere interessante Figuren kennen zu lernen. Besonders sein Vorgesetzter Nightingale hatte es mir auf Anhieb angetan und verzauberte durch seine mysteriöse und eher kühle Art. Vielleicht lag es an London, vielleicht an der Tatsache, dass ich bei Krimis immer erst an DEN EINEN denken muss, aber Nightingale erweckte in mir stets die Erinnerung an Sherlock Holmes, nur eben mit einem Zauberstab.

Als Sprecher war Dietmar Wunder für mich eine Wohltat. Ich konnte seiner Stimme ohne jegliche Anstrengung lauschen (und glaubt mir, das schafft nicht jedes Hörbuch) und so wurde ich von ihr durch diese amüsante und gleichzeitig spannende Geschichte getragen wie ein Ruderboot von den Wellen der Themse.
Auch wenn ich hin und wieder stutzen musste, da seine Klangfarbe doch nicht ganz zu dem jungen Gesicht des Protagonisten passen wollte, so war sie bei älteren Männern (Nightingale) und boshaften Dämonen nur umso stimmiger.
Alles in allem also eine warme und angenehme Erzählerstimme, wie ich sie doch gern noch öfter hören würde. Naja, vielleicht ja bei den nächsten beiden Teilen.

Mein Urteil

Auf alle Fälle mal ein etwas anderer Krimi, der mir sogar Lust auf mehr gemacht hat. Ob ich die Nachfolger selbst lese, oder mir wieder vorlesen lasse, entscheide ich später, jetzt steht aber fest, dass Herr Aaronovitch hier einen kleinen Geniestreich geleistet hat, der nicht nur mit der neuen Mischung aus Krimi und Fantasy bestechen kann, sondern auch mit dem unverwechselbaren britischen Humor.



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