¡Rezension!: Gelöscht

VanaVanille


Titel: Gelöscht
Autor/in: Teri Terry
Verlag: Coppenrath
Originaltitel: Slated
Seitenzahl: 432
Preis: 17,95 € (D)
ISBN:
978-3-649-61183-7



Und, verbirgt sich hinter Gelöscht nun eine originelle Dystopie, die mir die Haare zu Berge hat stehen lassen? Die mich umhauen und endlich einmal von sich überzeugen konnte?
Meine Antwort darauf ist zwiegespalten, denn auch wenn ich sagen muss, dass mich die Idee, jugendlichen Verbrechern eine zweite Chance zu geben indem man all ihre Erinnerungen löscht und sie in eine andere, intakte Familie steckt, nicht nur neugierig sondern wahrlich begeistert hat (so viele moralische Fragen die sich auftun, so viel Potential, was dahinter steckt, so viele Möglichkeiten, die die Autorin hat!), kann man nicht behaupten, dass der Roman wirklich aus der Masse heraussticht. Nicht ganz jedenfalls, denn es war so...
Ich mochte Kyla, irgendwie, und irgendwie auch nicht. Sie war clever, schnell (nicht nur beim Laufen), künstlerisch begabt und nicht so naiv wie die anderen Slater, die alles mit einem Lächeln hinnahmen ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Aber wie Frau Terry es schon richtig formulierte: Kyla ist anders.
Ja, und dennoch. Trotz ihres kühlen Kopfes gab es etwas an Kyla, wofür sie zwar nichts konnte, was mich aber eine ganze Weile daran hinderte wirklich mit ihr zu fühlen: ihre nicht vorhandenen Erinnerungen. Diese machen einen Menschen nämlich erst zu dem, der er ist, und wenn man keine hat, dann ist man ein leeres Blatt. Ein Mensch ohne Charakter. Und so war Kyla für mich vorerst nur dieses leere Blatt, welches (Gott sei Dank) fieberhaft versuchte sich selbst zu füllen.   

Neben diesen positiven, oder gemischten Fakten, muss ich allerdings zugeben, dass die dystopische Welt, welche die Autorin schuf, sich nicht groß von anderen, schon bekannten unterschied. Eine Gesellschaft die unterdrückt wird, brutale Vorgehensweisen, harte Strafen, d.h. nichts Neues für einen Dystopieliebhaber. Oder doch?
Wenn wir nur kurz einen Blick auf die Lovestory im Buch werfen, so fallen uns schon einige Unterschiede auf. Die Rebellion geht diesmal nicht von einem starken, männlichen Part aus, nein, der Gefährte unserer lieben Kyla, sein Name ist übrigens Ben, wirkte vorerst wie ein flauschiger Schoßhund, der nicht viel Übles im Sinn hat. Natürlich wunderschön, was sonst, aber ein bisschen anders, nicht so cool, eher ein kleiner Sonnenschein, der mich nicht einmal störte. Irgendwie hat dieses Paar es geschafft, mich nicht zu nerven, was vielleicht daran lag, dass ihre Beziehung nicht nur aus schmachtenden Blicken bestand, sondern aus einer Verbindung, die ein Außenstehender, Nicht-Slater, wohl nicht versteht. 

Tja, bin ich nun begeistert, oder bin ich doch enttäuscht? Nein, Enttäuschung passt hier ganz und gar nicht, denn erwartet hatte ich von diesem Buch rein gar nichts. Es hat mich eher überzeugt, wenn auch nicht ganz, doch auch wenn uns Kyla hier noch nicht zeigen konnte, was in ihr steckt (oder jedenfalls nur ansatzweise), so glaube ich doch, dass sie im zweiten Teil endlich ihre Chance bekommt. Denn was das Ende betrifft .... oh man... auch wenn der Anfang eher so dahintröpfelte und wir leider nur wenige wirklich spannende Stellen im Buch erleben durften, das Ende war dann doch wie ein Schlag ins Gesicht. Ich glaube fast, ich will mehr.

Mein Urteil

Das ist wirklich ein ewiges Hin und Her. Zwar hat Frau Terry nicht all das Potential ausgeschöpft, was ich hinter ihrer Idee sehe, aber vielleicht urteile ich auch zu schnell und sie überrascht uns mit den beiden Folgeteilen. 
Wer etwas Schnelles, Dystopisches mag, bei dem man auch mal überlegen muss, weil die Idee dahinter so krass ist, der kann sich auf Gelöscht stürzen und Kyla kennen lernen. Auch wenn das Buch ein wenig braucht, um wirklich spannend zu werden, so macht es doch schon von Beginn an neugierig. Es gibt von mir zwar nur 3,5 Kirschen, aber die sind lieb gemeint und voller Hoffnung.

2 Kommentare:

  1. Das Buch steht dank dem genialen Klappentext auf meiner Wunschliste und es freut mich natürlich jetzt zu hören, dass sich die Idee meistens von anderen Dystopien unterscheidet :)
    Vielleicht begeistert dich der nächste Teil ja noch mehr?!

    LG Anni

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