¡Rezension!: WARP - Der Quantenzauberer

VanaVanille
  
Klappentext:
Was soll es anderes sein als eine Strafversetzung? FBI-Junior-Agentin Chevie Savano wurde nach London geschickt, um im Auftrag von WARP eine merkwürdige alte Metallkapsel zu bewachen. Das war vor neun Monaten. Und seitdem sitzt sie vor dem Ding und wartet darauf, dass irgendjemand oder etwas da rauskommt. Als ein Wandspiegel mit einem Knall zerplatzt, die Deckenleuchten anfangen zu flackern und draußen eine Straßenlaterne nach der anderen explodiert, ist Chevie sofort klar, dass die Kapsel im Keller aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist. Mit vorgehaltener Waffe stürmt sie die Treppe herunter und findet ... einen 14-jährigen Jungen, der aussieht, als wäre er soeben aus einem Buch von Charles Dickens gefallen


Ich habe niemals Artemis Fowl gelesen (weiß bis heute nicht einmal genau, worum es da überhaupt geht) und war deswegen auch nicht besonders scharf auf Warp. Aber manchmal ist es doch am besten ohne große Erwartungen einfach mal ein Buch zu beginnen und sich von der Geschichte verzaubern zu lassen. Und Zauberei spielte in diesem Zeitreiseroman sogar eine wesentliche Rolle.

Ein bisschen erstaunt war ich darüber, dass die Protagonistin Chevie zwar eine wichtige Rolle spielte, oftmals aber von einem wirklich gelungenen Bösewicht überschattet wurde. Trotzdem, sie war tough, clever, gewaltbereit, und damit total erfrischend. An ihrem späteren Partner Riley hätte man dafür vielleicht noch etwas mehr feilen können, aber ich vermute, dass uns da noch sehr viele Informationen in den nächsten Bänden erwarten, die sich der Autor lieber für später aufgehoben hat.
Aber wie gesagt, viel eindrucksvoller fand ich eigentlich eine andere Person, denn ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, indem uns die Geschichte eines Schurken so nahe gebracht wurde, wie es hier der Fall war. Dies hat mir unglaublich gut gefallen, denn wo man in anderen Büchern ein wenig über die Motive des einen oder anderen Bösewichts ins Grübeln gerät, lernt man diesmal eine authentische (natürlich etwas fantasievolle) Persönlichkeit kennen, die einem wirklich das Fürchten lehren kann. Denn mal im Ernst, nicht jeder nimmt es einfach mal so mit Jack the Ripper auf.

Wenn man dann noch die etwas zähe erste Hälfte des Buches geschafft, sich mit der Problematik der Zeitreise auseinandergesetzt und ganz brav auf die erste Fahrt gewartet hat, dann erreicht man endlich ein viktorianisches England, das mit Oliver Twist-Feeling trumpfen kann.
Dieser Teil des Buches war für mich auch weitaus angenehmer, denn neben actionreichen Szenen gab es auch schreckliche Geheimnisse, die gelüftet wurden und deren Lösung ich so oftmals nicht erwartet hatte.
Das Ende empfand ich für einen ersten Teil als ziemlich rund, auch wenn man wusste, dass es noch das ein oder andere Rätsel zu lösen gab. Trotzdem, ohne den Epilog hätte ich mich mit dem Ausgang wohl zufrieden gegeben.


Kein typischer Zeitreiseroman, der uns ins viktorianische, dreckige London entführt und mir besonders wegen des speziellen Bösewichts sehr gut gefiel. Ich kann hier keine Vergleiche zu Artemis Fowl ziehen, da ich die Reihe nie gelesen habe, aber ich kann gut verstehen, wieso einem der Autor gefällt.
Diesmal käme es sogar infrage, dass ich auch den zweiten Teil im Auge behalte.



Es kommt wirklich selten vor, aber mein Favorit bleibt das deutsche Cover. Nicht nur, weil ich die Illustrationen sehr mag, sondern auch, weil das Größenverhältnis der Personen auch mit ihren Rollen im Buch zusammenpasst.
Die britische Ausgabe (links) finde ich auch noch in Ordnung. Erinnert ein wenig an Steampunk, was zum viktorianischen England ja gut passt, nur leider sehen wir lediglich eine Figur, die bisher zwar wichtig war, nun aber auch nicht DIE große Rolle gespielt hat.
Ganz grässlich ist dagegen Variante á la america (rechts). Ich mag einfach keine Fotos auf Büchern, und wenn die dann auch noch so gar nicht zu meiner Vorstellung der Figuren passen ... naja ihr versteht.






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