¡Kurz gesagt...!: Bunker Diary

VanaVanille

Mein erstes Buch von Kevin Brooks und schon bin ich mir sicher, dass es eine schlechte Entscheidung war mit diesem Roman zu beginnen. Der werte Herr ist bereits ein altes Pferd im Stall der Jugendbuchautoren und hätte mich mit einem seiner anderen Werke sicherlich mehr überzeugt. Das soll jetzt nicht heißen, dass Bunker Diary ein Reinfall war, nein nein, es ließ mich nur leider sehr unbefriedigt zurück und war fast ein wenig unspektakulär (was jetzt natürlich sehr abartig klingt, wenn man weiß, worum es in dem Buch geht).

Der Anfang war genial, besonders in dem Moment, in dem man merkt, dass neben Linus nicht 5 weitere Jugendliche eingesperrt werden, sondern 5 Personen verschiedensten Alters und Wesens. Das machte die Sache doch gleich noch spannender und ließ in meinem Kopf irre und kranke Szenen aufleuchten. Irgendwann musste ich allerdings einsehen, dass mein Hirn scheinbar noch düsterer war als das des Autoren, denn auch wenn eklige Dinge geschehen und umschrieben werden, konnten sie bei mir doch nicht das erreichen, was ich erwartet hatte.
Jetzt, im Nachhinein, bin ich mir sicher, dass Herr Brooks etwas Grausames, aber doch Realistisches erschaffen wollte. Das ist ihm gelungen. Es war ein grausames, erschreckendes Psychospielchen mit tödlichen Folgen. Wahrscheinlich hat mir der Blick aus den Augen des Täters gefehlt, denn über die Motive erfahren wir rein gar nichts und genau das ist mein großes Problem mit dem Buch.

6 Kommentare:

  1. Ich hab "Bunker Diary" ebenfalls vor ein paar Wochen gelesen, für mich war es auch das erste Buch des Autors und ich schließe mich jedem deiner Kritikpunkte an :)!

    Das Fehlen der Motive habe ich mir letztendlich so erklärt, dass Kevin Brooks vielleicht nur verdeutlichen wollte, wie unterschiedlich Menschen reagieren, wenn sie unter solchen Extrembedingungen leben müssen und wie vielleicht auch die jeweilige Menschlichkeit der Personen sich verändert oder auch stärker wird.
    Kling ein bisschen wirr, aber auf diese "Lösung" kam ich, nach ein einer halben Stunde Philosophierei ;).

    Und auch was du mit "unspektakulär" meinst, kann ich nachvollziehen.. Es hört sich tatsächlich ein bisschen makaber an, es so zu betiteln, aber ich habe mir bei der Inhaltsbeschreibung noch grauenhaftere Dinge vorgestellt. Da sieht man mal, wie verdorben wir alle schon sind xD!

    Liebe Grüße,
    Clärchen

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    1. Ja, mir ist klar, dass die Motive des Täters in seinem Buch keine Rolle spielen sollen, aber die hätten mich wahrscheinlich mehr interessiert. :(

      Aber sicher hast du Recht. Man erkennt da wirklich, wie die Menschen, die in unserer Gesellschaft hoch angesehen werden, viel schneller aufgeben, als die Personen, die man zuerst vielleicht als labiler einschätzt. Am Ende sind es doch alles nur Tiere, die ihren Instinkten folgen, aber die, die zu Beginn als "asozial" galten, sind am Ende die, die noch halbwegs ihre Menschlichkeit bewahren.

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  2. Hach ja .. ich fand es blöd.
    Super spannend, toller Schreibstil, interessante Fragen und überraschende Wendungen .. aber je weiter ich gekommen bin, desto vorhersehbarer wurde es . Und das Ende hat mir überhaupt nicht gefallen. Nicht weil es tödlich endet .. sondern weil ich daraus kein Fazit für mich ziehen konnte. Ich habe von dem Buch nichts Neues mitgenommen: nichts Wissenswertes, keine neuen Empfindungen und die Idee konnte mich auch nicht so sehr überraschen .. nun. Für mich war dieses erste Buch (ja, auch mein Brooks-Erstling) des Autors fast ein kompletter Flop.
    Aber ich kann verstehen, wenn euch der Hauptteil trotzdem fesseln konnte. Für mich überwogen die negativen Punkte nur einfach zu sehr ... So hätte auch mich die Geschichte hinter dem Täter mehr interessiert als die Jugendjahre von Linus. Du hast recht Clärchen, wir sind einfach schon zu abgehärtet .. von dem was da draußen passiert und von dem wir glauben, man selber sei davor geschützt, und von dem was wir in Büchern rübergebracht bekommen und dann hautnah mit erleben dürfen. Da wäre ein Psychothriller aus Killersicht raffinierter gewesen.
    Liebe Grüße

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    1. Obwohl es Thriller aus Tätersicht auch schon zur Genüge gibt. Eine Mischung aus beidem wäre für mich wohl besser gewesen.
      Aber ich verstehe gut was du meinst. Die Idee ist zwar grausam, aber nicht neu, die Handlung eher gering gehalten und dann gab es eben auch keine wirklich sympathischen Charaktere. Der Autor hat das zwar alles bewusst und absichtlich konstruiert, aber besser wurde es dadurch auch nicht. Mir fehlte der letzte Kick, eine Überraschung, irgendwas, dann wäre das Ende und das restliche Buch wahrscheinlich nicht so ernüchternd gewesen.

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  3. Hallo,

    so ging es mir mit meinem ersten Buch von Brooks auch, danach habe ich mich auch an kein weiteres seiner Werke heran getraut.
    Dass man irgendwie unbefriedigt zurück bleibt, habe ich nun schon auf vielen Blogs gelesen. Irgendwie komisch, dass Herr Brooks so eine Stimmung kreiert.

    LG Nanni

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    1. Darf ich wissen, welches dein erstes Buch von ihm war? Dann kann ich mich vielleicht von ihm fern halten und ein anderes probieren ;)

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