¡Rezension!: Ich wünschte, ich könnte dich hassen

VanaVanille
  
Klappentext:
Du hast mich zuerst gesehen. Auf dem Flughafen, an jenem Tag im August. Dein intensiver Blick, noch nie hat mich jemand so angeschaut. Ich hab dir vertraut. Dann hast du mich entführt. Raus aus meinem Leben, weg von allem, was ich kannte. Hinein ins Nirgendwo, in Sand und Hitze und Dreck und Gefahr. Du hast geglaubt, dass ich mich in dich verliebe. Und dort im Nirgendwo, in Sand und Hitze und Dreck und Gefahr, hab ich mich in dich verliebt. Doch ich wünschte, ich könnte dich hassen. Die Geschichte einer Entführung - sensibel, verstörend, dramatisch.



Puh.... wo fang' ich nur an? Vielleicht erst einmal damit, dass mir das Buch gefallen hat, aber auf eine ganz andere Weise als zuerst erwartet. Natürlich wusste ich, was auf mich zukommt - hatten doch genug Blogger bereits Zeit es zu lesen und zu besprechen - aber die Erwartungen, die sich vorher in meinem Kopf bildetetn, stimmten nicht mit dem überein, was anschließend auf mich einprasselte. Ganz viel Gefühl, ein bisschen zu wenig Zeit und ein enormer Input an Naturaufnahmen.

Das Stockholm-Syndrom als Thema für einen Jugendroman zu gebrauchen, halte ich für einen Geniestreich. Das Thema ist gewagt, aber genau darin liegt auch der Reiz der Geschichte. Ich weiß nicht wie es anderen beim Lesen ging, doch als ich mich durch Gemmas dreihundertseitenlangen Brief schmökerte, empfand ich, genau wie sie, irgendwann eine unbeschreibliche Sympathie für ihren Entführer. Das lag einerseits an seiner Stärke, andererseits aber auch an seiner Hilflosigkeit. Was ich etwas schade fand, war, dass mir der Zeitraum, in dem die Geschichte handelt, viel zu kurz war. Wir verfolgen die beiden Protagonisten für ca. einen Monat, allerdings hatte ich mit einer längeren Zeitspanne gerechnet und schlussendlich auch gewünscht. So hört die Story leider genau dann auf, wenn es spannend wird und Gem sich ihrer Gefühle erst bewusst wird.

Auch das Setting fand ich auf den ersten Seiten noch toll und außergewöhnlich. Mitten in der Wüstenlandschaft Australiens, mitten im Nichts, wo jeder Tropfen Wasser zählt und wilde Tiere hausen, landet ein absolutes Stadtmädchen. Ein Alptraum, der blanke Horror, bis sie irgendwann erkennt, wie schön dieses Land sein kann, wenn man sich darauf einlässt.
Ja, das haben wir dann auch irgendwann verstanden, aber ab und an (besonders zum Ende hin), verlief sich die Autorin immer wieder in übertrieben langen Beschreibungen, die mich manchmal auch wirklich gelangweilt haben. Das war eine bittere Enttäuschung, da sie in meinen Augen diese überflüssigen Seiten für eine längere und breitere Geschichte hätte nutzen können.



Keine Frage, ich mochte das Buch schon allein wegen der Idee, die dahinter steckt. Trotzdem kann ich nicht verschweigen, dass man da noch etwas mehr hätte herausholen können und ich somit, nach all den nicht aufhörenden Lobeshymnen, ein kleines bisschen enttäuscht bin. Aber nagut, dafür gab es ein ganz wunderbares Kamel.



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