¡Rezension!: Der Sommer als Chad ging und Daisy kam

VanaVanille
  
Klappentext:
Aprons Leben ist in Aufruhr: Sie versucht über den Tod ihrer Mutter hinwegzukommen, die neue Partnerin ihres Vater ist bei ihnen eingezogen und ihre beste Freundin Rennie hat sie fallen lassen. Ihr droht ein einsamer Sommer, aber dann nimmt sie einen Ferienjob in Mike und Chads Blumenladen an. Die beiden stehen ihr freundschaftlich und väterlich zur Seite in Zeiten, in denen sich sonst niemand um sie kümmert, und ihr Blumenladen wird für Apron zu einem zweiten Zuhause. Doch das währt nicht lange, denn Chad ist todkrank …



Dieses Buch ist keine eine Liebesgeschichte. Aber nicht die Liebesgeschichte zwischen einem Jungen und einem Mädchen und einem wunderschönen, klaren Sommer, sondern die Liebesgeschichte zwischen einem Jungen und einem Jungen und einem Mädchen und einem schrecklichen, todtraurigen Sommer.
Es ist die Geschichte von Apron, Mike und Chad; eine Geschichte über das Sterben, über das Leben, die Liebe und das Geborenwerden. Und somit ist es auch Daisys Geschichte, und die Geschichte all derer, die in ihr wirken....

Was soll das für eine Inhaltsangabe sein, fragt ihr euch jetzt? So ähnlich verwirrt war ich, als ich begann Der Sommer als Chad ging und Daisy kam zu lesen. Die Geschichte rund um Apron - einer 13jährigen Außenseiterin, die nicht nur unter ihrer Stiefmutter leidet - und ihrem tristen Leben tröpfelte anfangs nur so dahin und ließ mich erst einmal ins Leere blicken. Natürlich entwickelte sich im weichen Leserherzen ein tiefes Mitgefühl für die gutmütige Protagonistin, doch innerlich war ich mir stets bewusst, dass das doch noch nicht alles sein konnte, was uns die Autorin hier bot. Erst ab ca. der Hälfte des Buches wurde mir klar, worum es in diesem Roman eigentlich ging; so etwa in dem Moment, in dem es auch Apron endlich erkannte.

Manchmal hassen einen die Menschen, obwohl man ihnen überhaupt nichts getan hat. Das ist wohl der Leitspruch des ganzen Buchs, denn hinter dem geblümten Cover steht eine Story, die sich nach Toleranz und Liebe sehnt. Sie spielt in der Zeit als Begriffe wie Homosexualität und Aids noch für Angst und Schrecken sorgten, für unaufgeklärte Menschen und Hass gegenüber dem Fremden. Doch zwischen verletzenden Worten, hasserfüllten Blicken und rückständigem Denken taucht plötzlich eine rothaarige, sommersprossige Siebtklässlerin auf, die, statt ängstlich zurück zu weichen, Fragen stellt und Freunde gewinnt. Apron ist dort mutig, wo Erwachsene den Schwanz einziehen und entwickelt sich zu einer kleinen Heldin, die man nur lieb haben kann. Ihr Blick auf die Welt - zwischen Kindheit und Jugend - ist bezaubernd und oftmals so weise, dass ich mir gern hin und wieder ein paar Sätze heraus schreiben wollte. Ich mochte sie sehr.


Anfangs war der Verlauf der Geschichte etwas fragwürdig und langatmig, doch die zweite Hälfte des Buchs hatte es mir dann voll und ganz angetan. Apron ist eine goldige Außenseiter-Protagonistin, die ich ins Herz schließen konnte, obwohl sie mir manchmal eindeutig zu viel über Jesus nachdachte. In Verbindung mit Mike und Chad machte sie dies jedoch alles wieder wett.
Ich finde es schwer, den Roman irgendwie vergleichen zu wollen. Wenn ich es aber tun müsste, würde ich wohl ein paar Parallelen zu Wunder ziehen, auch wenn die Thematik ganz anders ist. Sobald man dann aber auf die Moral und den Sinn der beiden Geschichten achtet, so gleichen sie sich sehr.




4 Kommentare:

  1. Ich schleiche ja auch schon die ganze Zeit um dieses Buch herum. Bin mir noch etwas unsicher, ob ich es mir kaufen soll, aber irgendwie klingt es schon toll ...

    Liebe Grüße,
    Moni

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    1. Das Buch ist ruhig und tröpfelt anfangs eher vor sich hin, aber wenn du das für eine wirkliche traurige und trotzdem schöne Geschichte akzeptieren kannst, dann solltest du ihm vielleicht doch nochmal eines zweiten Blickes würdigen. ;)

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  2. Vielen Dank für deine schöne Rezension, nach der ich nun weiß, dass ich mir das Buch wohl definitiv zulegen muss. Ich mag das Cover schon so und so traurig-schöne Geschichten lese ich immer wieder sehr gern. Da kann ich auch darüber hinwegsehen, wenn es anfangs ein bisschen langatmig ist, das hatte ich schon bei meinen Lieblingsbüchern ["Tanz auf Glas" zum Beispiel hatte mich die ersten 70 Seiten gar nicht, und dann ging es los]. Ich bin mal gespannt ;)

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    1. Das freut mich, wenn dir solche Geschichten gefallen. Ich finde es auch in Ordnung, wenn ein Roman beim Anlauf etwas braucht, dann aber richtig richtig gut wird. Und ich muss zugeben, dass hier viele Themen drinstecken, die bewegen und die mir so noch in keinem Jugendbuch begegnet sind.

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