¡Rezension!: Landline

VanaVanille
  
Nach dem schönen Eleanor & Park und dem anbetungswürdigen Fangirl konnte ich es mir einfach nicht verkneifen noch ein drittes Mal zu Rainbow Rowell zu greifen. Und siehe da, schon wieder ein gutes Buch, schon wieder eine Außenseiter-Lovestory und schon wieder die Frage: wie macht die Frau das nur?

Ich muss gestehen, dass ich bei Landline anfangs etwas skeptisch war, da es sich bei der Protagonistin diesmal nicht um eine Jugendliche/Halberwachsene handelte, sondern um eine 37jährige Familienmutter, aber auch Karrierefrau namens Georgie. Irgendwie gingen bei mir die Chick lit-Alarmglocken an, denn mit diesem Genre kann ich nur selten etwas anfangen, besonders dann, wenn es nur an der Oberfläche kratzt und keine vernünftigen Figuren zustande bringt.
Aber Frau Rowell wäre nicht Frau Rowell, wenn sie mich nicht vom Gegenteil überzeugen könnte und nach einem holprigen etwas "verwirrten" Start eine ganz besondere Geschichte präsentierte. Eine Geschichte, die zwar von einer Ehe handelt, aber genauso auch vom Kennenlernen, vom Lieben, vom Elternsein und von einem magischen, gelben Telefon.

Nun gut, der rote Faden der Handlung war ziemlich vorhersehbar und so brauchte es nicht einmal die Hälfte des Buches um herauszufinden, wohin uns die Autorin führen würde; doch irgendwann schien dies in den Hintergrund zu rücken, da man sich einfach zu sehr für die Charaktere und ihr Schicksal interessiert. Ich sage Charaktere, meine aber Neal. Denn ja Park war nett und natürlich finde ich auch Levi ganz toll, aber mit Landline hat die Autorin meinen bisher absoluten Lieblingsmann erschaffen. Nein, er ist nicht perfekt und ja, vielleicht auch öfter etwas grummelig, lacht kaum und zeigt seine Gefühle nur sehr gedeckt, aber Neal ist für mich das Paradebeispiel dafür, dass Männer in Büchern nicht immer aussehen müssen wie junge Götter (außen wild und innen zart wie ein Lamm), sondern auch mit Intelligenz und Kreativität überzeugen können. Bei Rowell ist Liebe nicht gleichbedeutend mit Oberflächlichkeit und ich glaube das macht den Charme ihrer Bücher aus.


 
Ich konnte mich nicht wirklich mit Georgie identifizieren, dafür habe ich mich in ihren Mann verliebt. Klar, die Autorin schreibt vorwiegend Unterhaltungsliteratur, aber trotzdem ist ihr Stil einfach anders als der von anderen. Die Figuren scheinen echter, die Probleme realer zu sein und so kann ich auch für Landline nur wieder eine Empfehlung aussprechen. Mal schauen, ich habe es zwar nicht vor, aber vielleicht kommt ja ganz bald Attachments dran.




8 Kommentare:

  1. Hach, die Rezension kann ich nur unterstreichen. Mir fehlt jetzt auch nur noch Attachments, aber geldnotbedingt muss das wohl ein bisschen warten - zumal ich mir das auch ein wenig aufheben will, weil man danach bestimmt warten muss, bis sie wieder etwas veröffentlicht.. Büchersüchtige und ihre Probleme. :D Schöne Rezension jedenfalls!

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    1. Hach. Ist immer wieder schön zu hören, dass es anderen genauso erging :)

      Ich befürchte leider, dass "Attachments" das schwächste ihrer Bücher sein wird :/ aber vielleicht irre ich mich auch.

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  2. Ich fand den roten Faden ja ehrlich gesagt gar nicht so deutlich. Ich habe immer wieder gezweifelt, ob Georgie und Neal noch mal zueinander finden werden... oder was Georgie eigentlich wirklich will. Ich mochte es voll, dass sie so eine Chaotin war und eine tolle Karriere hat, die sie erfüllt. Eigentlich war das klassischer Rollentausch und sie war nicht die perfekte Überhausfraumutter. Von daher konnte ich mich hier und da ziemlich gut mit Georgie identifizieren. Ich glaube nämlich auch, dass mir die Mutterrolle nicht unbedingt so gut passt und mein Freund mit vielen Babysituationen viel besser umgehen würde als ich.

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    1. Ich fand diesen Rollentausch auch sehr gelungen, bin nämlich weder der Ehe- noch der Kindertyp und wäre damit wahrscheinlich ähnlich überfordert wie sie, doch mit ihrer Karrierebesessenheit konnte ich leider so gar nichts anfangen. Desto schöner fand ich es aber mit anzusehen, wie Neal das alles meistert und Georgie sich sozusagen entwickelt bzw. wieder erkennt, was wichtig und wie toll ihr Mann ist.

      Der Ausgang der Geschichte war mir allerdings klar und bin auch sehr zufrieden damit. Trotzdem, sie konnt mich halt nicht überraschen.

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  3. Aber hast du auch vorausgeahnt wie das alles zusammenhängt? Ich fand es so wunderbar wie am Ende alles zusammenkommt. Also dass Georgie mit dem jüngeren Neal telefoniert und sie sich deshalb dann beide auf den Weg machen, nur zu verschiedenen Zeiten und zu verschiedenen Orten.

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    1. Japp, das hatte ich genau so kommen sehen. Als sie am Anfang meint, dass es damals diese eine einzige Woche gab in der sie nicht telefoniert haben und er dann plötzlich aufgetaucht ist mit dem Ring, da war mir klar, was passieren wird und was für eine Bedeutung das Telefon hat.

      Ich glaub ich hab in meinem Leben einfach schon zu viele Filme gesehen. Ist irgendwie auch enttäuschend, wenn man so schöne Enden kommen sieht.

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    2. Wow, da hast du wohl echt ne bessre Spürnase als ich ;) Filme kenne ich auch viele, aber ich denke beim Lesen (zum Glück?) meistens nicht sehr weit voraus. Ich frage mich nie, wie das wohl ausgehen könnte oder was als nächstes passiert. Das hilft sicher, um sich Überraschungen offen zu halten ;D

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    3. Leider passiert das bei mir schon automatisch. Mein Kopf denkt sich plötzlich: "warte mal, das kennst du doch" und führt dann so etwas wie ein Eigenleben. Danach wird immer weiter nach Hinweisen gesucht, die die Vermutung bestätigen und manchmal, natürlich nicht immer, erweist es sich dann als richtig. Bin aber immer froh, wenn ich mal total daneben liege :)

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