¡Rezension!: Die Magie der kleinen Dinge

VanaVanille

Hinter den Deckeln dieses Buches verbirgt sich auf den ersten Blick eine Geschichte über Geheimnisse, Intrigen und mysteriöse Miniaturen, angesiedelt Ende des 17. Jahrhunderts in Amsterdam. Erst beim näheren Hinschauen erkennt der Leser jedoch, dass hinter diesen Offensichtlichkeiten - versteckt und nicht für jeden sofort sichtbar - die Entwicklung einer jungen Frau steckt, die, gefangen in ihrer kindlichen Naivität und den konservativen Einstellungen der damaligen Zeit, erst im Laufe des Romans ihren Weg findet, der so ganz anders verläuft als geplant.

Zuerst glaubte ich, dass ich es mit einer typischen Familiengeschichte zu tun haben würde: historisch, skandalös und eindeutig für ältere Frauen verfasst. Bald aber sollte sich herausstellen, dass Schreibstil - in meinen Augen etwas zu einfach gehalten, aber sprechen wir nicht weiter drüber - Protagonistin und Verlauf des Plots doch eher darauf schließen ließen, dass sich die Geschichte an jüngere Frauen richtete. Die 18jährige Nella kommt als unschuldiges, recht gutgläubiges Mädchen nach Amsterdam, und wird in eine Welt geschleudert, die so gar nichts mit dem Eheleben zu tun hat, das sie sich erhoffte. Doch nach und nach erkennt sie auch die Vorteile eines so freien, unkonventionellen Lebens und entwickelt sich zu einer starken, unabhängigen und denkenden Frau.

Ein bisschen schade fand ich nur, dass das "große Geheimnis" für mich keine Überraschung darstellte, da ich es mir bereits viele Kapitel davor bereits habe denken können. Doch sieht man davon mal ab und schaut sich die Botschaft des Buches an - ein Hoch auf Toleranz, Emanzipation und Bildung - so kann ich nur betonen, wie viel Freude mir das Lesen bereitet hat. Kein unnötiger Kitsch; keine plötzlichen, unlogischen Wendungen und all das platziert in einem authentischen, gut recherchierten Setting. Klar, das Ende wird mal wieder nicht jedem gefallen, meinen Geschmack traf es jedoch vollkommen.


2 Kommentare:

  1. Warum denkst du, dass nur ältere Frauen historisch lesen? Ich habe früher mit 20 mehr historisch gelesen als heute!
    "Die Magie der kleinen Dinge" habe ich auch erst gelesen und kann dir bei deiner Rezi nur zustimmen.
    Liebe Grüße von einer alten Leserin ;)
    Martina

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    1. Haha, nein, nicht historische Literatur erinnert mich an ältere Leserinnen, sondern diese (meist) historischen Familiengeschichten, in denen skandalöse Geheimnisse ans Licht kommen. Und selbstverständlich werden die auch von jungen Frauen gelesen, aber es gibt so einige dieser Bücher, bei denen ich doch eher vermute, dass die Zielgruppe bei älteren Frauen liegt ;)
      Aber schön, dass dir dieser Roman ähnlich gefallen hat.

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