Im Schnelldurchlauf ... von Immunkrankheiten, halbwissenschaftlichen Hausarbeiten und traurigen Künstlern

VanaVanille


Es wird mal wieder Zeit, etwas über drei Bücherlein zu schreiben, für die eine lange Besprechung nicht geplant war. Ganz verschiedene Genres, ganz verschiedene Bewertungen....


Du neben mir gehört mal wieder zu den Büchern, die scheinbar bei jedem Anklang finden, mich aber fast absolut kalt lassen. Anfangs noch ganz begeistert von den kurzen Kapiteln und der ausweglosen Idee hinter der Geschichte, musste ich nach einem Drittel des Buches feststellen, dass die Autorin ihren wirklich guten Einfall wohl nicht bis zum Ende durchziehen würde. Und ja, es kam, wie es kommen musste. Und nein, ich fand das Ende nicht überraschend. Wenn man also mal davon absieht, dass die Aufmachung des Romans sehr sehenswert ist, verbirgt sich hinter den Buchdeckeln eine gewöhnliche, sehr überschwängliche Teenager-Lovestory, die von einem melodramatischen Mantel umhüllt wurde.




In Vincent steckt eine sehr originelle Idee, die ich gar nicht mal so abwegig finde - also halbwegs. Es geht, kurz gesagt, um ein hohes Tier der Medienbranche, welches beschließt, dass Schluss sein muss mit den eintönigen, sich ständig ähnelnden Songs, Serien und Filmen. Er sucht sich die vielversprechendsten Kinder und Jugendlichen, steckt sie in eine abgelegene Schule und stellt für die Begabtesten von ihnen einen Manager bereit. Dieser soll aber nicht dafür sorgen, dass es seinem Klienten stets gut geht und es ihm an nichts fehlt - nein, ganz und gar nicht - er soll dafür sorgen, dass sein Schützling nicht glücklich wird. Niemals. Denn die Organisation, die sich New Renaissance nennt, glaubt, dass wahre Kunst nur dann geschaffen werden kann, wenn der Künstler psychisch leidet. Und so beginnt die Geschichte von Vincent, einem der talentiertesten unter den Jugendlichen, und seinem Manager Harlan, aus dessen Sicht das Geschehen erzählt wird. Und am Ende fragt man sich nur: Wer von beiden musste jetzt eigentlich mehr leiden? Richtig gut!




Wer Angst vor dem Studium hat und immer noch nicht glaubt, dafür bereit zu sein, der sollte sich dieses kurze Buch zulegen, ein bisschen schmunzeln, ein bisschen verzweifeln und am Ende seine Sorgen über Bord werfen. Tabea Mußgnug erzählt aus eigener Erfahrung, wie es ist, Geisteswissenschaften zu studieren, warum man den ganzen Kram eigentlich gar nicht so ernst nehmen braucht und was man sonst so rund ums Studium beachten sollte (WG, Partys und Co.).
Ich fand das Buch ganz amüsant, ehrlich, aber irgendwie hatte ich zuerst geglaubt, dass ich einen witzigen Überlebensführer für die Uni in der Hand hielte, dabei war es dann doch eher eine lustige Zusammenfassung der Generation der Autorin. Ich hatte Glück, dass ich da genau reinpasse, aber nur fünf Jahre jünger und ich hätte das meiste wahrscheinlich nicht mehr verstanden. Deswegen ist ihr kleines Werk zwar für manchen Ersti als Beruhigungsmittel ganz nett, verfängt sich aber zu oft in Anekdoten, die dann irgendwie doch nichts mehr mit Studieren zu tun haben. 
Ach ja, und Medizin- oder Psychologiestudenten würde ich das Buch nicht ans Herz legen, denn die werden Frau Mußgnugs Freizeitausmaße wohl nicht nachvollziehen können...  

2 Kommentare:

  1. Oha, zwei Kirschen für "Du neben mir..."?! Das ist hart, aber ich kann auch verstehen, wenn es jemandem nicht so gut gefällt. Mir hat der Überraschungseffekt auch gefällt. Das war einfach irgendwann offensichtlich. Oder wir sind schon zu "abgebrüht". Meine Bewertung war aber bei weitem nicht so niedrig. Für mich war es sehr süße Unterhaltung, bei dem der Urknall halt fehlte.

    LG
    Sandy

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    1. Ich glaube, ich kann diese Verbindung aus "süßer" Unterhaltung und Drama nicht ganz so gut leiden. Solche Bücher fallen bei mir immer unten durch, und hätte ich gewusst, dass es sich zwischen mir und dem Buch so entwickeln würde, hätte ich es wohl gleich gelassen. Aber naja, jedem das seine, können ja nicht alle das gleiche mögen ;)

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