¡Rezension!: Ein Tag ohne Zufall

VanaVanille


Titel: Ein Tag ohne Zufall
Autor/in: Mary E. Pearson
Originaltitel: The Miles Between
Seitenzahl: 313
Preis: 14,95 € (D)
ISBN:
978-3-596-85407-3




Klappentext

Destiny wird von ihren Eltern von einem Internat ins nächste verfrachtet, seit sie sieben ist. Sie lässt niemanden an sich heran, denn Freundschaften schließen hat keinen Zweck, wenn man ohnehin bald wieder gehen muss. Doch dann ist da plötzlich dieser perfekte Tag, an dem sich die Zufälle überschlagen oder sollte es Schicksal sein? Jedenfalls steht da auf einmal zufällig diese blassrosa Luxuslimousine mit hochgeklapptem Lederverdeck und laufendem Motor, und zufällig finden sich drei Mitschüler, die aus den unterschiedlichsten Gründen nichts gegen eine Spritztour haben So beginnt ein spontaner Roadtrip voller sonderbarer Begegnungen, an dessen Ende Destiny ihren Schutzschild fallen lassen kann. Und plötzlich weiß sie, dass die Wahrheit ganz anders aussieht, als sie immer dachte.


Erste Gedanken

Ich konnte meine Begeisterung kaum bremsen als ich das Buch in der Buchhandlung entdeckte. Nach "Zweiunddieselbe" wartete ich schon lange auf einen weiteren Titel der Autorin Mary E. Pearson, der auch in Deutschland erscheinen würde.
Sobald das Buch bei mir eintraf, musste ich natürlich sofort beginnen es zu lesen und legte dafür einen anderen Titel sogar zur Seite (das kommt bei mir nur sehr selten vor). Meine Erwartungen waren hoch und ich befürchtete schon, dass das Buch diesen nicht gerecht werden konnte, aber dann kam es doch ganz anders.


Meine Meinung

Es soll Menschen geben, die an Zufälle glauben. Destiny ist keiner davon.
Die 16jährige Protagonistin zieht es vor ihre Mitschüler aus einer gewissen Distanz zu beobachten, ihnen nie zu nahe zu kommen und schon gar keine sozialen Kontakte zu knüpfen. Einsam lebt sie hinter ihrer aufgebauten Mauer aus Skepsis und Zweifel, die keiner zu durchbrechen vermag.
Nur langsam bekommt der Leser eine Chance das verschlossene Mädchen kennen zu lernen. Zwar wird das Buch aus ihrer Sicht erzählt - was Stimmung und Gedanken leicht nachvollziehbar macht - doch schnell wird deutlich, dass sie selbst nur selten und mit viel Mühe über ihre Vergangenheit sprechen kann.
Wieso glaubt sie nicht an Zufälle? Was hat es mit ihrem fast krankhaften Zwang, sich Zahlen zu merken, auf sich? Und wieso lässt sie niemanden an sich heran?
Während der Leser diesen Fragen ausgesetzt wird, erkennt er doch Schritt für Schritt, dass sich Vermutungen oft als falsch ergeben und die Geschichte der jungen Destiny einen dramatischeren Hintergrund hat, als es zuerst den Anschein macht.

Wie ich es von der Autorin gewohnt war, bietet auch "Ein Tag ohne Zufall" einen sehr schnellen Einstieg in die Geschichte. Erklärungen und Einleitung werden gekonnt übersprungen, sodass der Leser sich selbst ein Bild von den Figuren und Geschehnissen machen muss. Einige der Kapitel, die speziell von Destinys Vergangenheit erzählen, helfen einem dabei auf die Sprünge, verraten allerdings nie zu viel von ihr, sodass die Neugier immer weiter steigt.
Was mich angeht, so konnte ich das Buch kaum aus den Händen legen. Der rasante Erzählstil ließ keinen Platz für Langweile und trieb einen nur weiter an die Seiten zu verschlingen. Auch die Sprache war lässig und jugendfreundlich - wie es sich für ein Jugendbuch gehört - ohne dabei simpel oder ordinär zu wirken. Besonders Destinys Gedanken waren an einigen Stellen sogar so poetisch und philosophisch, dass ich mir einige Zitate am liebsten herausgeschrieben hätte.

Bei "Ein Tag ohne Zufall" handelt es sich, wie der Titel schon sagt, um die Geschichte eines ganz besonderen Tages, der das Leben von vier Menschen vollkommen verändert. Vier Jugendliche, die sonst kaum etwas miteinander zu tun haben und eigentlich total gegensätzlich sind, lernen sich kennen und werden im Laufe von weniger als 24 Stunden plötzlich wirklich gute Freunde. Geheime Wünsche werden erfüllt, Missverständnisse aus dem Weg geräumt und tiefe Gräben einfach übersprungen.
Alle vier spielen eine wichtige Rolle und sind für den Verlauf der Geschichte unersetzlich, was sie zu bedeutenden und ausschlaggebenden Charakteren macht. Wer also befürchtete, dass es sich um ein Jugendbuch handelt, welches hauptsächlich aus der Protagonistin besteht, den kann ich beruhigen. Dieses Buch ist ein gutes Beispiel dafür, dass Nebencharaktere genauso wichtig und interessant sein können, wie es in anderen Werken meist nur die Hauptfiguren sind.


Mein Urteil

Wie schon "Zweiunddieselbe" ist auch dieser Roman von Mary E. Pearson ein tiefgründiges Jugendbuch, was zum Nachdenken anregen soll und den Leser bis auf die letzte Seite fesselt. Die Geschichte der Protagonistin, welche eher vorsichtig und schrittweise erzählt wird, entwickelt sich zu einer solch emotionalen und traurigen Erkenntnis, dass es schier unmöglich ist, nicht davon mitgerissen zu werden.
Es geht um Freundschaft, Verzeihen, unglaublichen Zufällen und vor allem um das Schicksal, welches es nicht dauernd gut mit einem meint, doch trotzdem immer wieder für Momente sorgt, die einfach perfekt zu sein scheinen.


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