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2 x Frida Kahlo

Cherry

Überall sieht man ihr Gesicht; ob nun Kunstfanatiker*in oder nicht, Frida Kahlo kennt scheinbar jede*r. Und während man (in diesem Fall wohl ich selbst) skeptisch auf die bedruckten Modeshirts, Tassen und Jutebeutel blickt, gibt es doch wieder andere Hommagen, die man gelassen gutheißen kann. So auch dieses kleine Meisterwerk aus der Feder Nadia Baileys und den Stiften Susanna Harrisons. 

Rassismuskritische (Hör)Bücher

Cherry
Eine kleine Einführung, wieso ich diesen Beitrag verfasse:


In Deutschland (und wahrscheinlich auch überall anders auf der Welt) über Rassismus zu sprechen vor allem den strukturellen und institutionellen, die den Alltag vieler BIPoC bestimmen stellt sich oft als schwierig heraus. Nach den Ereignissen der letzten Monate habe ich mich intensiver mit der Thematik auseinandergesetzt und dafür zwei Hörbücher sowie ein Buch konsumiert, die mich viel Neues gelehrt und einiges Bekannte noch einmal gefestigt haben. Danach wollte ich in die Welt hinausgehen, das Gelernte am liebsten jedem/r an den Kopf schmeißen, der oder die auch nur ansatzweise rassistische Kommentare von sich gab und meinem Umfeld die (Hör)Bücher ans Herz legen, die gerade so stark meine Gedankenwelt bestimmten. Ich wusste, dass es auch für mich noch so viel zu Lernen gab, aber ich wollte unbedingt einen ersten Schritt in die richtige Richtung machen und mein nahes Umfeld sensibilisieren.

Schnelldurchlauf: Die Zeuginnen | The Bookish Life of Nina Hill | Der Fall der linkshändigen Lady

Cherry

Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut und wurde auch nicht enttäuscht. Temporeich wird man zurück nach Gilead befördert, den frauenfeindlichen Staat (früher Amerika), der bereits Schauplatz vom Report der Magd war. Dabei trifft man einige bekannte Gesichter wieder, wird noch mehr in die Schichten des Systems hineingesogen und bekommt die Chance, alles aus der Perspektive der Tanten zu verfolgen. Es gibt drei Protagonistinnen, zwei davon noch jugendlich weshalb das Buch sprachlich keine Begeisterung auslöst , die innerhalb und außerhalb Gileads agieren. Ein Netz aus Intrigen wird gesponnen, welches Spannung und aufregende Lesestunden bereithält. Ich wollte den Roman jedenfalls nicht aus der Hand legen. Den ersten Band sollte man gelesen haben, um wirklich mitfiebern zu können. 

Schnelldurchlauf: Die Farbe von Milch | Lanny | Die Mauer | Die einzige Geschichte

Cherry


Ich frage mich, wie mir dieses Buch bei dem ganzen Aufsehen, das es bereits letztes Jahr erregt hat, durch die Lappen gehen konnte. Erzählt wird darin die Geschichte der 15jährigen Mary, die als fröhliches Bauernmädchen 1830/31 in einer Welt voller männlicher Gewalt aufwächst. Allein ihr Großvater scheint ihre ehrliche offene Art wertzuschätzen, bis sie eines Tages als Haushälterin beim Dorfpfarrer aushelfen soll, um dessen kränkliche Frau zu pflegen. Dort erhält sie zum ersten Mal in ihrem Leben den Zugang zu Bildung. Doch was als Segen beginnt, endet in einer weiteren Bestätigung ihrer zugeschriebenen wertlosen Rolle als Frau. 

Ich habe den Roman als Hörbuch gehört und bin durchweg begeistert von der Leistung der Sprecherin (Laura Maire), die mich bereits mit dem ersten Satz in ihren Bann zog. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand anderes die gewitzte, clevere Art der Mary, aber auch ihre schlussendliche Verzweiflung besser hätte darstellen können. Die Geschichte hat mich bewegt, ja wirklich aufgewühlt zurückgelassen und ich kann mich der allgemeinen Begeisterung nur anschließen. 


Endlich! Markus Zusaks neuer Roman "Nichts weniger als ein Wunder"

Cherry
("Nichts weniger als ein Wunder" von Markus Zusak, Limes bei Random House, ISBN: 9783809027065)

Der Sommer kriegt was auf die Ohren

Cherry

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich lese derzeit auf diversen Blogs viel von Leseflauten und dem gefürchteten Sommerloch. Heiße Sonnenstrahlen, lange Tage und die abkühlenden Seen und Bäder sorgen dafür, dass man mehr Zeit draußen verbringt. Selbst ich, bekennender Sommermuffel, ändere mein Verhalten an den warmen Tagen und merke, dass gerade die Hitze mir sehr zu schaffen macht. Die Augen bleiben nicht so leicht an den Buchstaben hängen, wie es vielleicht noch im Herbst und Frühling der Fall war, die Sommerprogramme der Verlage sind nicht einmal halb so aufregend wie die im Winter und manchmal würde ich am liebsten nur rumliegen und gar nichts tun. Da ist die sommerliche Leseflaute nicht weit. Derzeit ist es zwar nicht so, dass ich gar nichts lese, aber in der Monatsstatistik tauchen weniger und vor allem dünnere Bücher auf. Doch was dagegen tun? 

"Nackt über Berlin"
Coming of Age in seiner originellsten Form

Cherry

Kurz Gesagt:
"Die Vermessung der Welt"

Cherry

Kurz gesagt:
"Was wir dachten, was wir taten"

Cherry

"Wolkenschloss" ... das Grand Budapest Hotel für zehnjährige Mädchen

Cherry

"Ab morgen wird alles anders" ...
also jedenfalls ein bisschen

Cherry

"Die Vegetarierin" und das männliche Korea

Cherry

"Flawed"
Perfekt, perfekter, Celestine

Cherry

Hörbuch-Schnelldurchlauf: Zimt & weg | 28 Tage lang | Lügen Sie, ich werde Ihnen glauben

Cherry
Argon Hörbuch / 9783839841310 / gekürzt: 03:22:00 / gelesen von Christiane Marx
Plötzliche Sprünge in ein anderes Universum? Eine von England begeisterte Mutter? Eine beste, wissbegierige Freundin? Kein ausgelassenes Fettnäpfchen? Viele, viele Klischees (von der blöden, blonden Kuh bis zum wunderschön aussehenden Traumprinzen)? Die Geschichte rund um Victoria King erinnerte mich von Anfang bis Ende sehr stark an ein neues Buch von Kerstin Gier, die ein wenig von ihrem Humor eingebüßt hat. Zwar ist die Protagonistin bereits 14 Jahre alt, jedoch würde ich das (Hör)Buch bereits Mädchen ab 10 Jahren empfehlen, da es doch sehr harmlos und ein wenig übertrieben daherkommt. Die Idee dahinter ist eigentlich gar nicht so schlecht - bringt ein bisschen Fantasy mit rein und wirft sogar philosophische Fragen auf - allerdings handelt es sich bei der Umsetzung um ein typisches Mädchenbuch für angehende Teenager, die auf ein bisschen Drama und unnatürliche Dialoge stehen. Ich mag es nicht besonders, wenn 14jährige Jungs und Mädchen in Büchern plötzlich miteinander reden, als wären sie Mittzwanziger, aber da es trotzdem so niedlich und unschuldig daherkommt, kann ich mir gut vorstellen, dass es da draußen einige Leserinnen geben wird, die es lieben werden.

Schnelldurchlauf: "Der Pfau" & "Komm, ich erzähl dir eine Geschichte"

Cherry
Isabel Bogdan / Argon Hörbuch / 9783839814581 / ungekürzt: 05:16:00 / gelesen von Christoph Maria Herbst
Ein schottischer Landsitz, eine Gruppe von Bankern und ein verrückter Pfau reichen aus, um gemeinsam mit Stil und Ideen der Autorin kräftig für Wirbel zu sorgen. Es ist vor allem der typisch britische Humor, der (eher unfreiwillig) einen Großteil dieser Erzählung ausmacht, denn während man sich noch darüber amüsiert, dass sich die stadtverliebten Teambuilding-Teilnehmer in ländlicher Umgebung nicht ganz so gut zurechtfinden, stolpern diese bereits von einem Fettnäpfchen ins nächste. Zwar wurde mir dabei keiner der Figuren wirklich sympathisch, dennoch muss ich gestehen, dass sich die Entwicklung der Banker im Laufe der Geschichte positiv bemerkbar macht und man sie sogar zu verstehen lernt. Auch hinter der härtesten Schale verbirgt sich ein weicher Kern, der durch die Reihe an Missverständnissen und -geschicken irgendwann ans Tageslicht kommt. Zwei riesige Pluspunkte waren (beim Hören) übrigens Christoph Maria Herbsts Stimme - man kann sich danach nicht mehr vorstellen, dass irgendwer sonst, diesen britischen Charme so gut hätte darstellen können - und das grandiose Ende, welches für einen letzten und großen Pruster sorgt.

Ein langer "Schnell"durchlauf: Nur ein Tag | Wir kommen | Weit über das Land

Cherry
Argon Hörbuch / 9783839814703 / gekürzt: 07:54:00 / gelesen von Jodie Ahlborn
Nur ein Tag von Gayle Forman ist schon seit einiger Zeit in aller Munde und wird dort mithilfe von Blogtouren, der unbändigen Werbetrommel des Verlags und vielen Besprechungen kräftig durchgekaut. Und ja, dieses Buch lässt auch mich einerseits ganz glücklich zurück, haben wir es doch anfangs noch mit einer sehr verwöhnten amerikanischen jungen Frau zu tun, die sich im Laufe des Buches erst zu etwas Reiferem entwickelt, immer hin- und hergerissen zwischen der Erwarungshaltung ihres Umfelds und den eigenen Wünschen. Es geht hier nicht nur um das Kennenlernen anderer Kulturen und leidenschaftlicher Liebe, sondern vielmehr um das Finden eines erfüllten Selbst, die Loslösung von der herrischen Mutter und das Erlangen von Eigenständigkeit. Soweit so gut. 

Die Thematik ist toll, keine Frage, und auch ich hatte hin und wieder das Gefühl, meine Koffer packen und losreisen zu müssen, dennoch gab es ebenso Kapitel, die ich etwas ungeschickt fand. So war die Darstellung ihrer Mutter so grässlich klischeehaft (der absolute "Ich habe meine Karriere für dich aufgegeben, also wirst du jetzt gefälligst Ärztin"-Stereotyp), dass man nur genervt sein konnte und auch sonst gelang es mir oftmals nicht, mich mit Allyson zu identifizieren, schlicht und ergreifend weil sie Amerikanerin war und aus (für uns) alltäglichen Dingen ein großes Theater machte. Dafür passte Frau Ahlborns Stimme jedoch ausgesprochen gut, stets etwas Lächelndes im Ton und immer bemüht, die Gefühle möglichst genau wiederzugeben. 

Willems Geschichte interessiert mich dagegen absolut nicht, was einerseits daran liegt, dass ich mir die Hälfte seiner "schrecklichen Vergangenheit" schon denken kann, andererseits, weil Frau Forman mir mit ihrem zweiten Teil zu Wenn ich bleibe bereits gezeigt hat, dass sie Männer ziemlich stark verweichlicht und mir das wahrscheinlich sogar den ersten Teil etwas verderben würde.

Hörbuch-Schnelldurchlauf: Nur drei Worte | Infernale | Zorn und Morgenröte

Cherry
Silberfisch / 9783867425636 / gekürzt: 03:55:00 / gelesen von J. Greis, P. Grote und C. von Borries
Schon seit Monaten treiben sich Besprechungen zur englischen und deutschen Ausgabe dieses Buches im Netz herum und mir sind bisher eigentlich nur begeisterte Meinungen dazu untergekommen. Verstehen kann ich das gut, denn Simon ist ein nerdiger, oreobesessener, sympathischer Typ, der eben zusätzlich noch auf Jungs steht. Gefundenes Fressen für alle Fangirls da draußen und auch ich kann nicht leugnen, dass ich die Liebesgeschichte dieses Buches zuckersüß, wenn auch sehr vorhersehbar fand (Blues wahre Identität fand ich jedenfalls nicht besonders überraschend). Und ich glaube, genau hier liegt auch das Problem: Simons Geschichte ist authentisch, aber hauptsächlich auch süß und lustig, mehr eben nicht. Ich vermute mal, dass ich mit dem Highschoolleben in Jugendbüchern so langsam nichts mehr anzufangen weiß, und da sich das Buch weder mit Homophobie, noch mit einem komplizierten Outing beschäftigte - interessant war zu sehen, dass Simon sogar der einzige Charakter war, der sein Schwulsein als problematisch ansah und ein Drama daraus machte - fühlte ich mich zwar unterhalten, aber eben nicht ... bewegt? Gereizt? Angeregt? Simons Stimme fand ich dafür aber sehr passend und ich mochte es auch, dass man für Blue einen separaten Erzähler eingestellt hatte. 


Wie ich einem (Hör)Buch erlag - "So wüst und schön sah ich noch keinen Tag"

Cherry

Schnelldurchlauf: Das Nest | Nur ein Tag | Magisterium #2 - Der kupfernde Handschuh

Cherry
(Dressler | ISBN: 9783791500058 | Hardcover: 12,99€ | eBook: 9,99€)

Was würdest du tun, wenn du die Chance hättest, alles gut werden zu lassen? Wenn du deinen kleinen Bruder gesund und dich selbst normal machen könntest? Würdest du es tun und damit riskieren, dass weder er noch du danach noch die selben sind? Steven befindet sich genau in dieser Situation und während der Leser noch grübelt, ob seine Träume real und die seltsam hellen Wespen wirklich hilfsbereit sind, findet sich der belastete Junge in einer alptraumhaften Geschichte wieder. Skurril und originell verpackt der Autor dabei die Psyche seines Protagonisten in eine außergewöhnliche Erzählung und ließ mich währenddessen nicht nur einmal erschaudern. Lediglich der sich hinziehende Schlussteil, der wahrscheinlich ein bisschen Action mit einbringen sollte, bremste meine Euphorie etwas ab. Dafür fand ich Jon Klassens minimalistische Illustrationen, die den Text untermalten, sehr passend und schön anzusehen.

"Der Rithmatist" wo Mathematik auf Magie trifft

Cherry