¡Rezension!: Happyface

VanaVanille


Titel: Happyface
Autor/in: Stephen Emond
Verlag: Loewe
Originaltitel: -
Seitenzahl: 320
Preis: 14,95 € (D)
ISBN:
978-3-7855-7213-9




Er liebt ein Mädchen, was seine Gefühle nicht erwidert, seine Eltern stehen kurz vor der Trennung, sein Bruder schikaniert ihn, wo er nur kann und auch seine schulischen Leistungen entsprechen nicht gerade dem Ideal.
Das alles klingt nach einem gewöhnlichen Teenager, der sich irgendwie versucht durchs Leben zu boxen. Doch auf einen Schlag ändert sich alles. Gemeinsam mit seiner Mutter zieht er in eine andere Stadt und muss dort eine neue Schule besuchen. Anstatt weiter zu machen wie zuvor, plant er allerdings ganz von vorn zu beginnen und jedem Problem ein Lächeln zu schenken. Alle nennen ihn ab da an nur noch Happyface und auf einmal ist er ein beliebter Kerl, der nichts mehr mit seinem alten Ich zu tun hat.

Der Roman wurde im Stil eines Tagebuchs und damit nur aus der Sicht des namenlosen Protagonisten geschrieben. Statt des gewöhnlichen Liebes Tagebuch-Gesülzes, nimmt Happyface seine Probleme anders in die Hand. Er schreibt zwar auch über alltägliche Dinge, unterstreicht Gefühle und Gedanken allerdings mit Skizzen, Comics und eingeklebten Mails, die das Ganze auflockern und dem Buch etwas Außergewöhnliches verleihen. Unverkennbar ist dabei sein Humor, den er selbst bei dramatischen und ernsten Themen nicht auslässt. Sein Lächeln dient damit nicht nur dem Finden neuer Freunde, sondern auch als Schutz vor der harten Wahrheit.
So muss der Leser schnell feststellen, dass selbst ihm etwas vorenthalten wird und der 16Jährige nicht nur seine Mitmenschen, sondern auch sich selbst belügt. Nur Schritt für Schritt kommt man seiner seltsamen Einstellung näher und wird dann mit ziemlich erschütternden Tatsachen schockiert. Dabei wird immer wieder deutlich, dass der Protagonist alles Andere als ein Held ist und er viel tiefer sitzende Probleme hat, als es erst den Anschein macht.

Ich kann nicht leugnen, dass ich, trotz genialer Illustrationen und lustiger Comics, etwas skeptisch war, als ich die ersten Seiten des Buches las. Es wirkte wie eine längst durchgekaute amerikanische Teenager-Story mit dem Loser, der auf das hübsche Mädchen steht und einfach nicht an sie herankommt. Doch - Gott sei Dank - verflog dieser erste Gedanke und wurde durch eine humorvolle Geschichte verdrängt.
Allerdings ist und bleibt der Roman eher ein Buch für Jugendliche (ich würde sagen von 12 bis 18 Jahren) und könnte ältere Leser schnell langweilen. Zu oft geht es um Streit mit Eltern, das erste Verliebt-Sein und kleine Hauspartys, was somit mehr jüngere Personen ansprechen soll. Auch fehlt der Geschichte eine gut durchdachte Handlung (es ist eben nur das simple Experiment eines Highschool-Schülers) und weist somit eher wenig Spannung auf.

Stephen Emonds Schreibstil ist zwar nicht schlecht, aber mir fiel beim Lesen oft auf, dass ich seine Comics und Skizzen viel lieber begutachtete, als seine langen Texte. Trotzdem kann man nicht abstreiten, dass sich das Buch gut lesen ließ und besonders der Sarkasmus des Protagonisten und seiner Freunde oft für Lacher sorgte. 

Der beste Part im ganzen Buch bleibt natürlich die optische Aufmachung. In viele Illustrationen habe ich mich glatt verliebt und auch die wechselnden Stile zwischen Comic und realistischer Zeichnung konnten mich immer wieder begeistern. Man kann also schon sagen, dass die Bilder viel mehr Emotionen weckten, als das geschrieben Wort. Sie waren lustig, aggressiv, traurig und realistisch und machten das Buch schlussendlich zu einer kleinen Besonderheit, auch wenn mich der Stil oft an die Emily the Strange-Romane erinnerte.


Mein Urteil

Happyface ist ein unterhaltsamer Jugendroman, der die alltäglichen Probleme eines Teenagers anspricht, sich aber auch mit Selbstschutz und Verarbeitung von Gefühlen beschäftigt. Besonders die aufwendigen Illustrationen und Comics im Buch machen es zu einem kleinen Zuckerstückchen, das man schnell mal zwischendurch verschlingen kann.


3 Kommentare:

  1. Ich habe letztens ein Foto vom amerikanischen Hardcover gesehen. Wenn man den Schutzumschlag abmacht, hat man das Cover noch mal auf den Buchdeckel gedruckt, aber der Smiley lächelt diesmal nicht, sondern guckt traurig. Voll die tolle Idee!

    AntwortenLöschen
  2. @MB: Das ist wirklich eine tolle Idee. Hab das Cover auch mit dem traurigen Cover gesehen, auf einem Foto, aber wusste nicht, was es damit auf sich hat, Danke für die Aufklärung =D
    Zum Inhalt passt die natürlich noch besser.

    AntwortenLöschen
  3. ups, das zweite Cover sollte eigentlich Gesicht heißen

    AntwortenLöschen

Ich liebe Kommentare, oh ja, ich liebe sie wirklich. Aber bitte schreibt keine nichtssagenden Einzeiler und verlinkt danach auf euren Blog. Die Kommentarfunktion soll nicht als Werbetafel, sondern für Diskussionen und nette Gespräche dienen.

Ich danke,
Cherry