¡Rezension!: Urbat: Die dunkle Gabe

VanaVanille


Titel: Urbat: Die dunkle Gabe
Autor/in: Bree Despain
Verlag: Aufbau
Originaltitel: The Dark Divine
Seitenzahl: 431
Preis: 16,95 € (D)
ISBN:
978-3-351-04123-6




Voller Entsetzen muss die 16jährige Pastorentochter Grace feststellen, dass Daniel wieder aufgetaucht ist; der Junge über den ihre ganze Familie schweigt. Doch was ist damals vor drei Jahren wirklich geschehen und wieso will Jude, Grace' Bruder, einfach nicht mit der Sache abschließen?
Ein düsteres Rätselraten beginnt und die 16jährige muss bald erkennen, dass nicht nur Daniel ein schreckliches Geheimnis hütet.

Vor diesem Buch ist kein Mädchen sicher. ist der viel versprechende Satz mit dem Urbat beschrieben wird. Leider kann ich nicht wirklich nachvollziehen, was an diesem Buch anders sein soll, als an etlichen anderen Jugendbüchern, die in das Klischeebild des Romantic/Fantasy-Genres abrutschen. Zwar versucht die Autorin beide Seiten der Liebesbeziehung noch etwas krasser darzustellen, indem sie die Protagonistin zu einer gottesfürchtigen Pastorentochter macht, aber sonst, konnte ich keinen großen Unterschied zu weiteren Jugendbücher erkennen.

Es ist immer traurig, wenn mich eine Hauptfigur in einem Roman nicht erreichen kann, doch genauso war es bei Grace, die im Laufe der Geschichte ein charakterloses Mädchen blieb und nur durch ihren Glauben auffiel. An vielen Stellen konnte ich ihre Handlungen absolut nicht nachvollziehen und überlegte oft, ob die Autorin ihre Protagonistin absichtlich so zwiespältig gestaltet hatte, um ein wenig Dramatik in die sonst eher durchsichtige Story zu bringen. Mit Grace erlebte der Leser auf jeden Fall ein ständiges Hin und Her, welches mich irgendwann nur noch nervte. Erst schreit sie Daniel an, er solle verschwinden, dann bittet sie ihn doch zu bleiben. Zuerst möchte sie, dass von ihrer Familie jeglicher Kummer fern bleibt, doch lädt sie danach gleich den Jungen zum Essen ein, den ihr Bruder so fürchterlich hasst. Ohne nachzudenken trifft sie Entscheidungen, die sie anfangs für richtig hält, nach einigen Seiten aber schon wieder höllisch bereut.
Auch was ihre Fähigkeit zu kombinieren betraf, war diese nicht gerade eine der stärksten, sodass man als Leser bereits viele Kapitel vor ihr wusste, was Daniel für ein Geheimnis verbarg.

So blieb natürlich auch die gewollte Spannung an einigen Stellen aus und konnte mich nicht dazu bringen, begierig weiter zu lesen. Doch das war nicht der einzige Grund, wieso sich der Roman vor meinen Augen nur so dahinschleppte. Für sehr viele interessantere Momente nahm sich die Autorin nämlich kaum Zeit. Morde sollten aufgedeckt, Monster gefunden und Geheimnisse gelüftet werden, doch die Protagonistin ist damit beschäftigt von einem ebenso flachen, männlichen Charakter abwechselnd angezogen und wieder abgestoßen zu werden, sodass natürlich für die wichtigen Themen keine Zeit blieb. Das Potential zu einem aufregenden Thriller wurde hier also nicht genutzt und lieber durch eine Liebesgeschichte ersetzt, an der ich genauso wenig Gefallen finden konnte wie an all den lieblosen und schwachen Charakteren, zu denen leider auch die beiden Hauptfiguren zählten.

Einzige kleine Besonderheit, an dem sonst doch eher durchschaubaren Buch, war die religiöse Sicht auf die dämonische Thematik des Romans. Zwar sind die zitierten Bibelverse und christlichen Vergleiche mehr eine Geschmacksfrage und werden nicht jedem zusagen, aber jedenfalls bildeten sie einen Unterschied zu anderen Jugendbüchern dieser Art und gingen das Problem mit anderen Mitteln an.


Mein Urteil

Urbat ist kein Buch, was man gelesen haben muss, welches aber dennoch die ein oder andere Leserin mit seiner eher einfachen und, gar nicht so, düsteren Liebesgeschichte verzaubern kann. Wer auf sanften Thriller steht, gemischt mit Dämonen und sehr viel Liebe, der kann hier auf seine Kosten kommen, sonst gilt aber weiterhin: Geschmackssache. 


7 Kommentare:

  1. Ich fand das Buch auch nur mittelmäßig, ganz nett zur Unterhaltung, aber nicht weiter bewegend.
    Was Daniels Geheimnis ist, fand ich nach den ersten Andeutungen unheimlich offensichtlich. Grace hat dafür echt ewig gebraucht -_-
    Den religöse Aspekt fand ich ganz interessant, aber er war irgendwie auch nur schmückendes Beiwerk, so richtig Kontroverse und Provokation wurde damit nicht erzeugt. Schade.
    Wirst du den 2. Teil lesen?

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  2. @MB: Ich merke, wir haben eindeutig die gleiche Einstellung zu dem Buch. Diese "Geheimniskrämerei" darf man eigentlich gar nicht so nennen, weil die ganzen Hinweise der Autorin jegliche Spannung geraubt haben.
    Und nein, der zweite Teil wir definitiv nicht in meinem Regal landen. ^^

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  3. @Cherry: Ach Kirsche, wir sind manchmal so herrlich unterschiedlich ;D
    (Aber sonst würden wir nicht immer diese tollen Diskussionen führen, oder?)

    Und da ich dir ja schon vom 2. Teil erzählt habe, weißt du ja, dass du da nichts verpassen wirst.

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  4. @Cherry: Ich habe lange überlegt, ob ich den 2. Band lesen will, aber irgendwie hat mich die Lust nie gepackt und dann hab ich das Buch auch "offiziell" aus meiner to-read-list gestrichen.

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  5. Hey,

    ich lass euch mal nen Award da:

    http://asaviels.blogspot.com/2011/06/blog-award.html :-)

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  6. Hey =)
    Also keine Sorge du nervst nicht ;). Zu deiner Frage: Ja ich bestell das Buch dann von Amazon, also geht das eigentlich auch =).

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  7. Hallo ihr Lieben :)
    ich hab euch mal was mitgebracht *g*
    http://booksforalleternity.blogspot.com/2011/06/blog-award-freu.html
    liebe Grüße, Melanie

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