¡Rezension! - Forbetter Your English

Erdbeere


Titel: Forbetter your english
Autor/in: Eric T. Hansen
Verlag: Langenscheidt
Originaltitel: -
Seitenzahl:
192
Preis: 12,99
ISBN:
978-3468738210




"Deutsche Sprache – schwere Sprache“. Das sagt man doch so schön. Und genau diese schwere Sprache hat der Amerikaner Eric T. Hansen schon in der Schule auf Hawaii gelernt. Nun, das muss ihn wohl so beeindruckt haben, dass er dann Jahre später, in den 80ern, zum studieren nach Deutschland kam. Hier ankommen, brachte er noch zusätzlich den Deutschen englisch bei und stieß dabei immer wieder auf „deutsche Fehler“ - wie er so schön sagt. Und genau diese Fehler hat Hansen in sein neustes Buch „Forbetter your english“ ganz amüsant zusammengefasst.

Schon mal im Voraus: wer wirklich Englisch lernen möchte, ist mit diesem Buch eher schlecht beraten. Es dient eher zur Unterhaltung unsereins und macht die Differenzen der interkulturellen Handlungen sichtbar. Aber auf einer sehr lustigen Art und Weise. Das Buch ist in Kapitel aufgeteilt und jedes Kapitel beinhaltet jeweils eine Anekdote aus dem Leben des E.T. Hansen, die seine Thesen bzw. seine Ausführung zum Thema „Was ich alles bei Englisch falsch machen kann, wenn man deutscher ist“ unterstützt. Ob diese Anekdoten allerdings einen wahren Ursprung haben, wage ich zu bezweifeln.

In diesem Buch räumt Hansen mit den Missverständnissen und Irrtümer der deutschen auf, die versuchen englisch zu reden. Allzeit beliebt: die Eins-zu-eins-Übersetzungen. Was habe ich gelacht, wenn der Jochen, Hansens deutscher Freund, seine Speisekarte lieber essen wollte, als darin zu blättern (I'll eat the menu“), seine Freundin Charlotte sich wundert, warum ihre Schwiegereltern sie andauernd begrüßen (you're welcome) oder warum wir Deutsche jedes unserer einzelnen Haare beim Namen kennen (hair = hairs). Leider, so muss ich sagen, habe ich dabei nichts Neues gelernt. Aber das hatte ich auch nicht vor. 

Interessant war aber zu erfahren, woran man einen deutschen im Ausland erkennt. Und ich meine nicht die reservierten Liegestühle am Strand oder die schönen Latschen mit Socken. Das erste was wir deutschen machen, wenn wir englisch sprechen, ist, sich für unser schlechtes englisch zu entschuldigen. Egal wie gut, wie perfekt wir englisch sprechen, wir entschuldigen uns erst einmal eine Runde. Und an dieser Stelle fühlte ich mich ertappt. Auch wenn ich meine Englischkenntnisse als ganz gut einschätzen würde, es studiere und auf englisch Bücher lese, habe ich dennoch immer das Gefühl, wenn ich mit einem Muttersprachler rede, ich sei nicht gut genug. Was eigentlich völliger Blödsinn ist. Aber wir Deutschen halt!

Zudem analysiert er ganz nebenbei  die deutsche und englische Sprache und deren Unterschiede. Für mich war es ganz interessant zu erfahren, weil einem selber, so als Deutscher, vieles nicht bewusst auffällt. So erklärt er, dass Deutsche zu langen, komplizierten, analysierten Sätzen neigen, wo hingegen im englischen die Sprache eine eher erzählende funktion hat. Auch hier wieder fühlte ich mich ertappt. Im Rahmen des Studium muss ich oft Texte übersetzen und bin bemüht (so typisch deutsch!) immer wieder schöne, schwierige Schachtelsätze zu bilden. Das lieben wir ja. Nur, dass es im englischen nicht funktioniert (das merke ich dann auch immer wieder - keine Sorge). Bei uns gilt irgendwie die Regel: je länger die Sätze, desto gehobener die Sprache. So typisch deutsch!


Mein Urteil

Ein sehr amüsantes Buch über die kulturellen und sprachlichen Unterschiede zwischen Deutschland und Amerika. Hansen erklärt seine Muttersprache an vielen Beispielen aus seinem Leben. Wer wirklich englisch lernen möchte, sollte jedoch besser nach einem richtigen Grammatikbuch greifen. Hier werden nur kleine Feinheiten erläutert.


4 Kommentare:

  1. Ach wie lustig! Da hab ich mich ja total in die Nesseln gesetzt, als ich angefangen hab mit Brummie Akzent zu sprechen - muss ich schnell wieder umlernen ;)

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  2. Ach ja, ich liebe solche Bücher und mit diesem liebäugel ich schon länger...

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  3. @Buecherphilosophin: haha, ich war auch immer um einen passablen Akzent bemüht. Sollte ich wohl sein lassen ;)
    Aber was kann ich mir unter einen Brummie Akzent vorstellen? ;)

    @Caro: Ich empfehle dir vielleicht erst mal seine Videos an zugucken und DANN das Buch zu kaufen ;)
    Ist aber den Kauf echt Wert. Fand ich wirklich amüsant ;)

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  4. Das Buch klingt ja super! Ich würde mich in der Hinsicht ähnlich deiner Beschreibung von dir selbst einschätzen - ich spreche fließend Englisch, habe viele nicht-deutsche Freunde, lese auf Englisch, etc. Daher glaub ich schon, dass ich das Buch witzig finden würde, zumal es bei mir ja geradezu offene Türen einrennt. Die Deutschen und die englische Sprache...da könnte ich selbst Bücher drüber schreiben. *g*

    Das hier ist übrigens wiedermal ein perfektes Beispiel dafür, wie wichtig Bücherblogs und die Rezis mittlerweile sind. Ohne deine Rezi hier wäre ich vermutlich trotzdem im Buchladen an dem Buch vorbeigegangen und hätte mir gedacht, dass es mal wieder eines der zwanghaft auf witzig machenden Bücher ist, die sich mittlerweile in jeder Buchhandlung auf einem Grabbeltisch nahe der Kasse finden.

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