¡Rezension!: Mein kleiner Horrortrip

VanaVanille


Titel: Mein kleiner Horrortrip
Originaltitel: Half-Minute Horrors
Seitenzahl: 160
Preis: 14,95 € (D)
ISBN:
  978-3-407-81091-5



Lemony Snicket, Neil Gaiman, Holly Black, R.L. Stine... und das ist nur der Beginn einer sehr langen Autorenliste, bestehend aus großen Namen der Literatur- und Illustrationsbranche. Wenn solch Meister ihrer Kunst dann auch noch zusammen treffen und ein Projekt in die Wege leiten, welches sich Mein kleiner Horrortrip (Original: Half-Minute Horror) nennt, wird dies wohl jedes Fantasy-Leserherz höher schlagen und hohe Erwartungen aufkommen lassen. In diesem kleinen, aber wunderschön gestalteten Büchlein durften die Künstler ihr Talent unter Beweis stellen und ihren Lesern klar machen, dass es manchmal nur eine Seite braucht, um einem das Blut in den Adern gefrieren zu lassen.

Zugegeben, diese kleine Anthologie ist nichts für die, die nur dicke Wälzer bevorzugen, denn hier handelt es sich nicht um einen aufwendigen Roman, sondern um eine (wirklich nur) kleine Sammlung von schaurigen Geschichten, die dem Leser nur ein kurzweiliges Vergnügen bereiten. Allerdings muss ein Buch nicht immer dick und lang sein, um sich als gutes Werk herauszustellen, vielmehr sollte man doch davon begeistert sein, dass ein Autor auch mit wenigen Zeilen überzeugen kann. Dies war jedenfalls in Mein kleiner Horrortrip der Fall, was nicht immer nur gruseln, sondern auch zum Lachen und Staunen bringen sollte.
Es gab einige Geschichten, da lief es selbst mir kalt den Rücken hinunter, aber auch solche, deren makaberer Humor mich sehr amüsierten. Dabei bedienten sich die Autoren schaurigen Klischees, hatten aber auch neue, spezielle Ideen und sorgten so gekonnt für Abwechslung.

Ob Clowns, Spinnen, Wälder oder Monster, das Buch bot all das, wovor man sich schon als Kind gefürchtet und unter der Bettdecke verkrochen hat und müsste damit den Nerv eines jeden getroffen haben. Ich bezweifle, dass es auch nur eine Person gibt, die bei keiner der Geschichten eine Gänsehaut bekommt oder nicht jedenfalls bei der Vorstellung zusammen zuckt, denn auch wenn dieses Werk eigentlich schon für Kinder aber 12 Jahren geeignet ist, gibt es doch so einige grausame Erzählungen, die vielleicht keine Monster an sich, aber dafür eine sehr hohe, psychische Beklemmung in sich bergen und somit nicht nur das beinhalten, was wahrscheinlich die meisten bei Gruselgeschichten erwarten würden. Dabei passiert in den Texten meist wenig und der Fantasie des Lesers wird genug freier Raum geschaffen, sodass es auch an seiner eigenen Vorstellungskraft liegt, wie weit und wie brutal er denkt. Ich mag diese Art eine schaurige Atmosphäre zu schaffen, denn so werden keine Grenzen übertreten und jeder entdeckt für sich sein eigenes, persönliches Grauen.

Geschriebene Favoriten: Ein total einfacher Job, Und Tschüss!, Das Kobold-Buch, Mein schlimmster Albtraum, Unangekündigt, Wuselig, Flüstern, Inventur, Der Tod auf dem rosa Fahrrad, Ihr kennt sie

Mein absolutes Highlight (wie soll man es auch anders erwarten) waren mal wieder die Kunstwerke der Illustratoren, die mich voll in ihren Bann zogen. Dabei schafften sie es mit Comics, ganzseitigen Bildern und auch Fotos das ganze Buch abzurunden und ihm noch eine besondere Note zu verleihen. Natürlich erzählten auch sie mit ihren Bildern eine Geschichte und konnten mich damit manchmal sogar mehr begeistern als manch anderer mit vielen Worten. 

Gezeichnete Favoriten: Die Legende von Alexandra & Rose, Der alte Mann in dem Gemälde, Eintausend Gesichter


Mein Urteil

Ein wunderbares, abwechslungsreiches Projekt, was zwar nicht an allen Stellen schocken, dafür aber zum Lachen (und sogar einmal zum Schniefen) bringen kann. Über mehr solch schöner Sammlungen würde ich mich freuen. Wenn sie dann auch noch so fantastisch illustriert werden, ist mein Glück perfekt.

4 Kommentare:

  1. Tolle Buchempfehlung! R.L. Stine, da kommen Kindheitserinnerungen hoch. Da habe ich nämlich alle Gänsehautbücher verschlungen. Und man lernt auch neue Krimiautoren kennen, denn bis auf Stine, Patterson und Connelly kenne ich die Autoren nicht. Das so Krimikurzgeschichten auch richtig spannend sein können hat ja bereits P.s. ich töte dich gezeigt. Danke für diesen Tipp!

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  2. @Denise: Bei R.L. Stine scheinen wir ähnliche Erinnerungen zu haben ;)
    "P.S. Ich töte dich" habe ich auch gelesen (bzw. gehört) und mochte es gern, allerdings handelt es sich bei "Mein kleiner Horrortrip" um noch viel kürzere Geschichten, die manchmal nicht mal eine Seite füllen.

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  3. Meine Ausgabe kam vorgestern an und ich hab sie vor ein paar Stunden schon ausgelesen. Ich stimme dir voll und ganz zu, das Buch ist sooo cool (danke noch mal für die Empfehlung :D). Ich wünsche mir direkt noch so eine Sammlung :D
    Mein Liebling war auch die mit dem Kobold-Buch und die erste von Lemony Snicket. Na ja und das Haus mit Alexandra und ihrer Schwester ist nat+rlich auch unschlagbar xD
    Ich war überraascht wie gruselig die meisten doch waren.

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  4. @MB: Schön, dass sie dir auch so gut gefallen haben :D Da bin ich erleichtert.
    Ich fand diese Mischung aus schwarzem Humor und Grusel echt genial.

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