¡Rezension!: Solange du schläfst

VanaVanille


Titel: Solange du schläfst
Autor/in: Antje Szillat
Verlag: Coppenrath
Originaltitel: -
Seitenzahl: 256
Preis: 14,95 € (D)
ISBN:
  978-3-649-60291-0



Es ist Liebe auf den ersten Blick, als sich Anna und Jérôme auf dem Schulgang begegnen und die ersten Worte wechseln. Kurz darauf sind sie so gut wie unzertrennlich und können sich ein Leben ohneeinander nicht mehr vorstellen. Doch nicht jeder ist über dieses Glück erfreut und bald müssen die beiden Verliebten einsehen, dass es einige Gefahren in sich birgt, zu tun, was man will.

Ja, dieses Buch ist äußerlich wunderschön und überzeugt mit einem kreativen Cover, aber wie es so schön heißt, ist nicht alles Gold, was glänzt. Genauso verhält es sich leider auch mit diesem Werk von dem ich mir insgesamt viel mehr erhofft hatte.
Alles begann damit, dass mir Anna, die 16jährige Protagonistin des Romans, schon von Anfang an sehr unsympathisch war. Sie verhielt sich oft sehr pubertär - was man ihr in diesem Alter noch verzeihen mag - gab unbegründet zickige Antworten und hielt immer verkrampft an ihrer Meinung fest, bis sie schlussendlich doch endlich einsehen musste, dass sie falsch lag. Keine Einsicht, kein Mitgefühl, keine Vernunft. Sie ließ sich viel zu sehr von ihren egoistischen Gefühlen leiten und dachte kaum über ihre Handlungen nach, was mich irgendwann nur noch nervte.
Selbst als es dann zu den emotionalen Momenten im Buch kam und ich hoffte, dass sie mit ihrem Temperament die gleichen Gefühle in mir wecken könnte, konnte ich mich doch nie auf das Geschehen konzentrieren, weil die Autorin stets einen Hang für Übertreibungen und Kitsch an den Tag legte, der sich leider nicht überlesen ließ. Für mich zog es den ernsthaften Inhalt nur ins Lächerliche und zerstörte jegliche Stimmung.

Ab und zu wechselte die Sicht auf das Geschehen zu Jérômes Perspektive, bei der man glauben könnte, dass sie die ganze Geschichte etwas auflockern würde, aber auch hier wurde der Leser eher enttäuschend zurück gelassen. Der 17Jährige hatte kaum etwas zu sagen und sorgte in meinen Augen nur für die Sicherheit des Lesers, dass die Gefühle nicht nur auf Annas Seite, sondern auch auf seiner, existierten. So muss ich leider sagen, dass es neben Anna keine Person gab, die eine größere Rolle spielte. Zwar waren die üblichen Charaktere, wie Eltern, Schulkameraden und Bösewichte vorhanden, diese blieben allerdings Randfiguren und waren immer nur dann von Interesse, wenn Anna etwas von ihnen brauchte.
Was mich hierbei außerdem gestört hat, war der Fakt, dass die Protagonistin ihre Eltern mit dem Vornamen ansprach und auch andere Erwachsene, die sie gerade einmal kennen gelernt hatte, ganz ohne Respekt duzte. Dadurch kam ich nicht drumherum in ihr ein verzogenes, kleines Mädchen zu sehen, was meine erste Meinung von ihr nur noch verstärkte.

Aber es wäre ja kein Herz auf dem Cover, wenn nicht irgendwie die Liebe eine große Rolle in diesem Roman spielen würde. Und ja, das ist richtig, denn das Buch besteht zu 90 % aus junger, frischer, naiver Liebe. Natürlich kann das erste Verliebtsein noch nicht mit einer ernstzunehmenden, langjährigen Beziehung mithalten, aber bei Anna und Jérôme bekam man manchmal das Gefühl, als würden sie das ganz vergessen. Sie benahmen sich zum Teil so, als wären sie schon eine Ewigkeit verheiratet und würden ohneeinander nicht mehr leben können. Nagut, die erste Liebe mag überschwänglich und unbedacht sein, aber ich empfand viele Dialoge als aufgesetzt, als würden die beiden versuchen Beziehungen aus Filmen nach zu eifern. Mir fehlte die Zärtlichkeit - das Herantasten - was leider auch daran lag, dass es alles viel zu schnell ging. 

Auch der Rest der Handlung blieb ungewollt flach und plätscherte dahin wie ein kleines Bächlein. Statt die interessanten Szenen besser herauszuarbeiten, manchmal ein wenig mehr ins Detail zu gehen, überbrückte die Autorin diese Teile mit einem unspektakulären Abbruch (meist war es das altbekannte Schwarz-vor-Augen-Werden) und ließ die Handlung danach einfach weiterlaufen. Man kann sich also denken, dass ich auch von ihrem Schreibstil nicht unbedingt begeistert war und sich das Buch zwar schnell, aber nicht sonderlich spannend lesen ließ.


Mein Urteil

Ein eher schwaches Werk über die grenzenlose, erste Liebe. Über besser ausgearbeitete Figuren und Dialoge hätte ich mich sehr gefreut, dann wäre der Inhalt vielleicht der Genialität der Covergestaltung etwas näher gekommen.


13 Kommentare:

  1. Tja, schade. Von diesem Buch habe ich allerdings auch nur durch die Blogpartner-Aktion was mitbekommen. Hast du deinen Partner schon gefunden?

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  2. @Friedelchen: Ja, meine Blogpartnerin habe ich schon gefunden und die liebe Verlagsfrau meinte, die Überraschung wäre auf dem Weg zu uns. Bin schon gespannt.

    Ich bin echt enttäuscht von dem Buch, allerdings gibt es bei amazon.de schon zweimal 5 Sterne. Beweist mal wieder: Geschmackssache.

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  3. Hm, ich wollte mir das Buch auch bald kaufen (schon allein das Cover ist ja einfach fantastisch und wie du gesagt hast auch der klappentext klingt nicht schlecht), aber nach deiner rezi bin ich mir nicht mehr so sicher ob ich mir das wirklich antun soll. Naja, mal sehen.
    lg leseflower

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  4. @leseflower: Ich würde mir an deiner Stelle noch ein paar andere Rezensionen durchlesen. Ich bin, was Liebesgeschichten angeht, oft sehr pingelig. Bei amazon gibt es ja schon zwei Bewertungen, die 5 Sterne gegeben haben. Vielleicht schaust du da nochmal ;)

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  5. Ich lese das Buch auch gerade und so richtig drin bin ich noch nicht - es ist bisher ganz nett, aber mehr auch nicht... vielleicht kommt das bei mir ja noch?! (momentan auf S. 54/55)

    Liebe Grüße

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  6. @Ballerstedts Buchblog: Das heißt ja, dass du ein gutes Fünftel des Buches schon geschafft hast. Aber bei mir blieb dieses "ja ganz nett"-Gefühl die ganze Zeit. Ich wünsche dir, dass es bei dir anders wird und du mehr Spaß daran haben wirst.

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  7. Ja, dieses Buch ist ja gerade in aller Munde, aber ich denke, dann werde ich es mir sicherheitshalber wohl erst einmal irgendwo ausleihen...
    So, wie du die Protagonistin beschrieben hast, glaube ich, dass sie mir gehörig auf den Wecker gehen könnte!
    Aber das Cover ist wirklich traumhaft!!!
    Liebe Grüße, muselmu

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  8. Nachdem ich das Buch auch bekommen habe und als nächstes lesen werde, bin ich schon sehr gespannt, denn bisher waren die (noch eher spärlichen) Reaktionen sehr positiv.

    Aber das Cover ist wirklich wunderschön. :)

    LG, Sabine

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  9. @muselmu: Bei solchen Werken finde ich es auch immer besser, wenn man es sich erst einmal ausleiht und dann schaut, ob es einem passt oder nicht. Man kann aber auch in die nächstgelegene Buchhandlung gehen und mal reinlesen. :)

    @Sabine: Dann drück ich dir mal die Daumen, dass es dir besser gefällt und du auch eine eher positive Meinung dazu haben wirst.

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  10. So, jetzt musste ich deine Rezi zu dem Buch auch endlich mal lesen. :) Ich fand es jetzt zwar nicht ganz so schlimm wie du, stimme in einigen Punkten aber zu.

    Das mit den Vornamen war für mich (wie du sicherlich gelesen hast) ebenfalls ein Störfaktor. Irgendwie kommt das mittlerweile sehr oft in Jugendbüchern vor, was mir persönlich nicht gefällt.
    Die Liebesgeschichte ging zeitweilig wirklich unter, weil einfach zu schnell friede freue Eierkuchen ist, damit eben die Dramtik schnell zum Einsatz kommen kann. Dennoch fand ich sie ganz süß, trotz der leicht kitschigen Einlagen - gelegentlich mag ich sowas ja... allerdings waren die Bösewichte/Nebencharas wirklich sehr roh ausgearbeitet und blieben, wie du schon schriebst eher Randfiguren. Ich mag deine Rezi und finde deine Ehrlichkeit immer wieder erfrischend. :)

    Liebe Grüße
    Reni

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  11. @Reni: Danke für deine liebe Meinung. Ich fand deine Rezension auch mal wieder sehr gut ausgearbeitet und natürlich bleibt der Großteil immer Geschmackssache, nur kann ich einige nicht verstehen, die das Buch in den Himmel loben, denn so gut war es wirklich nicht.
    Aber danke für deine aufbauenden Worte, denn manchmal glaube ich schon fast, dass ich irgendwie zu hart wäre.

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  12. Ja, Geschmäcker sind schon verschieden und ich kann deine Zweifel auch irgendwie verstehen. Manchmal hat man ja doch das Gefühl, ein ganz anderes Buch gelesen zu haben. Andersrum denken andere das vielleicht auch.

    Über die Schwächen konnte ich hier leider auch nicht hinwegsehen, weil es dafür einfach zu viele waren. Manchmal geht man vielleicht wirklich etwas kritisch an ein Buch heran. Dafür hat man wahrscheinlich schon zu viele und viell. auch bessere gelesen. Ich finde deine Rezi nicht verkehrt und jedem seine Meinung. Wenn etwas nicht gefällt, dann sollte man es auch sagen dürfen. Egal, ob man am Ende alleine der Meinung ist - es ist ja nur ehrlich und man muss sich ja nicht anpassen. Und zu hart finde ich es persönlich nicht. Du schreibst ja nur, was du denkst und begründest es. Jeder kann ja aus deiner Rezi herauslesen, ob er über bestimmte Schwächen eher hinwegsehen könnte ... oder eben nicht. Solange es nicht beleidigend wird (auf den Autor bezogen), ist doch alles prima. ;)

    Liebe Grüße
    Reni

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  13. Darf man fragen, was es mit der Finde deinen Blogpartner Aktion auf sich hatte? (:
    Liebe Grüße

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