¡Rezension!: The Sign - Nur zu deiner Sicherheit 01

VanaVanille


Titel: The Sign - Nur zu deiner Sicherheit 01
Autor/in: Julia Karr
Verlagcbt
Originaltitel: XVI - Bd. 1
Seitenzahl: 480
Preis: 8,99 € (D)
ISBN:
978-3-570-30772-4



Nina möchte kein Sex-Teen sein, so wie ihre beste Freundin Sandy, die sich nichts Besseres vorstellen kann, als von Männern begehrt und verführt zu werden. Zu viel Leid musste sie in der Vergangenheit schon ertragen - ihre von ihrem Stiefvater verprügelte Mutter, die vergewaltigte Angel, die verschwundene Joan - als dass dies ihr höchstes Ziel sein könnte.
Als dann jedoch ihre geliebte Mutter stirbt und Nina am Sterbebett beichtet, dass ihr Vater noch am Leben ist, muss sich die 15Jährige plötzlich mit Dingen auseinander setzen, die sie früher wortlos über sich ergehen ließ. Es ist nichts so wie es scheint. Wird zu ihrem Leitspruch, und gemeinsam mit ihren Freunden versucht sie den Dingen auf den Grund zu gehen. Aber was soll sie tun, wenn auch sie endlich ihren gefürchteten 16. Geburtstag feiert und sich ihr Leben vollkommen verändern wird?

Erschreckend sind viele Dystopien, denn das sollen sie zuallererst auch sein. Aber wenn man sich durch die ganzen, derzeitig populären Jugendbuch-Endzeitstorys beißt, muss man doch bald feststellen, dass sich sehr viele von ihnen ähneln.
Frau Karr hat es mit The Sign allerdings geschafft eine etwas andere Art der Dystopie zu erschaffen. Sie bezieht zwar die technischen Fortschritte und das gesellschaftliche System mit ein, lässt diese aber nicht zu ihrem Hauptthema werden. Zwar regten diese Punkte auch des Öfteren zum Nachdenken an, konnten aber die grausame Tatsache der Unterdrückung der Frau und des sexuellen Missbrauchs des weiblichen Geschlechts nicht übertrumpfen.
Ok, schön und gut, der Roman ist also erschütternd, grausam und pervers, so wie man es sich von einer krassen Dystopie auch wünscht, aber ein kleiner Fehler fiel mir beim Lesen dann doch ins Auge: Wie kam es eigentlich dazu, dass sich die Gesellschaft wieder so zurück entwickelt hat und Frauen einen niedrigen Stand in der Gesellschaft eingenommen haben?
Diese Frage wurde während der Geschichte leider nicht erklärt, obwohl dies doch das Interessanteste war. Man kann nur hoffen, dass die Autorin in den folgenden Teilen darauf zu sprechen kommt, denn sonst würde die Reihe eine große Lücke aufweisen.

Ganz im Gegensatz zu diesem nervenaufreibenden Thema stand die Protagonistin Nina, die mich leider an vielen Stellen enttäuschte. Vorerst noch vernünftig und rebellisch, fand mach doch schnell heraus, dass hinter ihrer Fassade nicht viel steckte. Dafür, dass sie zuerst jegliches männliche Wesen abstoßen wollte, was ihr in die Nähe kam, ließ sie den ihr noch völlig fremden Sal doch ziemlich schnell an sich heran (und wenn ich sage ziemlich schnell, dann meine ich innerhalb von zwei Wochen, die auch nur rund zwei Gespräche zwischen den beiden beinhalteten). Mir war ihre widersprüchliche Art irgendwann zu wider und auch was ihr Temperament anging, so hatte sie dies kaum unter Kontrolle. Nina war also absolut keine "Heldin" für mich und zog mein Interesse am Buch an vielen Stellen auch mit in den Keller.

Leider konnten auch die anderen Charaktere dies nicht wieder wett machen. Sie waren zwar nett ausgearbeitet und auch um einiges sympathischer als die Protagonistin selbst, aber wirklich erreichen konnte mich keiner von ihnen. Trotzdem muss ich gestehen, dass ich doch überrascht war, wir oft Frau Karr ihre Nebenfiguren mit einbrachte. Sie nahmen wichtige Rollen ein und sorgten sogar für den ein oder anderen Schockmoment, die ich der Autorin hoch anrechne, da dass nicht jedes Jugendbuch bei mir schafft.

Was das Ende betrifft, so muss ich sagen, dass ich mit diesem auch zufrieden gewesen wäre, hätte es sich um den letzten teil gehandelt. Außer der fehlenden Erklärungen wäre die Geschichte an dieser Stelle auch gut so zu ende gegangen (wenn wir mal Rebellion und alles was darauf noch folgt, übersehen). Man kann den Schluss also wirklich nicht als Cliffhanger bezeichnen, der einen auf den zweiten Teil fiebern lässt.


Mein Urteil

Eine neue Art der Dystopie, die mich doch auf vielen Seiten auch schocken konnte. Mal ein ganz anderes Thema, aber leider die üblichen Jugendbuchprotagonisten. Frau Karr hätte es besser machen können.


3 Kommentare:

  1. Schöne Rezension!
    Der Klappentext hört sich auch recht interessant an, aber *ja das große aber* muss es denn schon wieder eine Reihe sein *schnief*

    Da werde ich mir das gaaanze noch einmal stark überlegen ob ich ein Blick ins Buch riskieren werde... *grins*

    Liebe Grüße und einen schönen Dienstag
    Lisa

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  2. @Sumpflicht: Das Buch ist mal wieder ein zweischneidiges Schwert. Wegen dieser erschütternden Thematik, was die Sexualität betrifft, ist es eigentlich sehr lesenswert, unterscheidet sich bei der Protagonistin aber leider nicht wirklich von anderen Jugendbüchern. Man muss da selbst entscheiden, ob es das wert ist, oder nicht.
    Was ich persönlich gut finde: es ist ein Taschenbuch und man muss kein Vermögen dafür ausgehen.

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  3. Ahh gut das du mich darauf Aufmerksam gemacht hast, habe ich ganz übersehen das es ein Taschenbuch ist.

    Dann werde ich wahrscheinlich doch ein Blick rein werfen, eben weil die Thematik mich doch recht interessiert.

    LG Lisa

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