Dienstag, 3. Januar 2012

¡Rezension!: Das Geheimnis des weißen Bandes [Hörbuch]

Eingestellt von Cherry um 20:35
Cover 


Titel: Das Geheimnis des weißen Bandes [Hörbuch]
Autor/in: Anthony Horowitz
Sprecher: Johannes Steck
VerlagSuhrkamp
Originaltitel: House of Silk
Seitenzahl: 350
Preis: 19,95 € (D)
ISBN:
978-3-458-17543-8


Klappentext:

Am Abend eines ungewöhnlich kalten Novembertages im Jahr 1890 betritt ein elegant gekleideter Herr die Räume von Sherlock Holmes‘ Wohnung in der Londoner Baker Street 221b. Er wird von einem mysteriösen Mann verfolgt, in dem er den einzigen Überlebenden einer amerikanischen Verbrecherbande erkennt, die mit seiner Hilfe in Boston zerschlagen wurde. Ist der Mann ihm über den Atlantik gefolgt, um sich zu rächen? Als Holmes und Watson den Spuren des Gangsters folgen, stoßen sie auf eine Verschwörung, die sie in Konflikt mit hochstehenden Persönlichkeiten bringen wird ? und den berühmten Detektiv ins Gefängnis, verdächtigt des Mordes. Zunächst gibt es nur einen einzigen Hinweis: ein weißes Seidenband, befestigt am Handgelenk eines ermordeten Straßenjungen …

Erste Gedanken:

Schon lange wollte ich ein Buch über den berühmtesten Detektiv der Literaturgeschichte lesen und war sehr glücklich, als ich dieses ansprechende Hörbuchexemplar in die Finger bekam. Es wurde zwar nicht von Sir Arthur Conan Doyle verfasst, sollte mir aber dennoch viel Freude bereiten.


Meine Meinung: 
Wieder einmal wird der berühmte Detektiv Sherlock Holmes vor ein wahrliches Rätsel gestellt. Was zuerst mit einem mysteriösen Amerikaner beginnt, soll sich bald als ein dunkles Netz aus Geheimniskrämerei, boshaften Machenschaften und dreckigen Intrigen herausstellen. Dabei verlässt er sich wie immer auf seine unglaublich scharfsinnigen Spürnase und findet bald heraus, dass es sich diesmal wahrscheinlich um den düstersten Fall seiner bisherigen Karriere handelt. Doch seine Gegenspieler wissen sich zu wehren und so wird Holmes selbst zum Verdächtigen, der zusammen mit seinem treuen Freund Dr. Watson seine Unschuld beweisen muss.

Keine Frage, zu sehen, dass der neuste Holmes-Roman nicht aus der Feder seines Erfinders stammt, machte mich zuallererst skeptisch. Ich kannte Horowitz zwar als einen erfolgreichen Autoren, hatte bisher allerdings noch nie etwas von ihm gelesen, und wusste deswegen auch nicht, auf was ich mich einlasse. Schon vorweg sei aber gesagt, dass meine Zweifel absolut unbegründet waren. Nachdem ich nun das erste Kapitel von Der Hund der Baskervilles gelesen habe, muss ich zugeben, dass sich die Schreibstile der beiden Romane sehr ähnlich sind. Anthony Horowitz hat es also geschafft einen lesenswerten Nachfolger zu schreiben, der seinen Vorgängern in nichts nachsteht.

Erzählt wird die Geschichte wie gewöhnlich aus Watsons Sicht, der als treuer Begleiter natürlich in keinem Holmes-Roman fehlen darf. Während er den Verlauf des fesselnden Falls zu Papier bringt, schaut der Leser dabei die ganze Zeit über seine Schulter und taucht vollkommen in die Geschichte ein.
Das lag auch besonders an Horowitz Liebe zum Detail, mit der er jede noch so kleine Rolle mit einem Namen und einem Charakter ausstattete. Selbst an mürrische Wirte glaubt man sich nach diesem Buch zu erinnern, denn sogar diese waren so lebendig beschrieben, dass man sich vorstellen konnte, hinter ihren aus Tinte erschaffenen Leibern würde ein kräftiges Herz schlagen.

Was aber noch viel wichtiger war als diese überzeugenden Figuren war die packende Spannung des Romans, die einen nicht nur mitfiebern, sondern auch miträtseln ließ. Die Grausamkeit und Brutalität, die dabei zum Vorschein kam, war für mich an mancher Stelle kaum zu glauben und fesselte mich deshalb umso mehr. Es war interessant den genialen Kopf Holmes zu begleiten, seinen Schlussfolgerungen zu lauschen und genauso wie Watson in die ein oder andere Falle zu tappen, ohne dabei auch nur erahnen zu können, wie die Geschichte ausgehen würde. Einfach brillant!


Es brauchte keine Minute um herauszuhören, dass ich mir keinen besseren Sprecher für dieses Buch vorstellen könnte als Johannes Steck. Zwar war seine Stimme etwas zu gerissen für den nicht ganz so genialen Watson, aber sobald er die Chance bekam Holmes eine Stimme zu verleihen, passte es wie die Faust aufs Auge.Irgendwie machte es das ganze noch spannender, noch fesselnder, noch runder, noch düsterer, noch interessanter, noch lustiger ... noch noch noch ....


Mein Urteil:

Sherlock Holmes-Fans aufgepasst, denn hier versteckt sich ein brillanter Nachfolger. Wer Detektivgeschichten mag, liegt mit diesem Roman genau richtig, auch wenn man das Hörbuch hören sollte.


Cover:



Unglaublich, aber wahr: der deutsche Verlag hat versucht das Originalcover nachzuahmen und hat es wirklich geschafft doch noch besser zu machen. Ich mag beide Versionen sehr, finde aber die Schriftwahl auf der deutschen Ausgabe besser und die Bluttropfen auf dem englischen Titel irgendwie störend.





Bewertung:




Infos zum Autor:

Anthony Horowitz, 1956 in Stanmore (England) geboren, ist einer der erfolgreichsten Autoren Englands. In Deutschland ist er vor allem für seine Jugendbücher um den Helden Alex Rider bekannt. Neben zahlreichen Büchern hat er Theaterstücke und Drehbücher (u. a. Inspector Barnaby) geschrieben.

5 Kommentare:

sarahmiriam86 on 3. Januar 2012 21:45 hat gesagt…

Möchte ich auch gerne lesen. Bin auch ein grosser Fan der neuen Sherlock-Fernsehserie. :)

LG, Sara

Cherry on 3. Januar 2012 23:21 hat gesagt…

@sarahmiriam: Die neue Fernsehserie habe ich leider noch nicht geguckt, aber ich liebe die neuen Verfilmungen mit Jude Law als Watson und Robert Downey Jr. als Holmes.

schneekugel on 4. Januar 2012 19:14 hat gesagt…

Danke für diesen tollen Tipp :) Ich bin immer auf der Suche nach neuen Hörbüchern und hatte das Buch auch schon mal in der Hand. Ich bin ja eh ein großer Sherlock Holmes Fan. Und wenn dann der Sprecher noch so passend ist. Das kommt gleich auf meine Wunschliste!

Liebe Grüße :)

Cherry on 4. Januar 2012 23:07 hat gesagt…

@schneekugel: Ich hoffe, dass dir das Hörbuch genauso gut gefällt wie mir, aber wenn du so ein großer Holmes-Fan bist, mache ich mir eigentlich keine Sorgen ;)

Sarah on 5. Januar 2012 12:52 hat gesagt…

Ich geb dir Recht: das deutsche Cover ist schöner als das Original :) Viel zu selten sieht man mal, dass ein Verlag das mit dem Cover so gut hinbekommt.

 

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!