MEHRLESEN. November 2019

Cherry

Besprechungen 


Die Übrigen

Ich hatte vor allem in der zweiten Hälfte des Novembers einen gut gefüllten Terminkalender, sodass ich vorwiegend zum Hören von Hörbüchern kam. Aber das war gar nicht so schlimm, weil ich nun endlich Titel hören konnte, die schon lange auf meiner "Soll ich, oder soll ich nicht"-Liste standen. Die meisten von ihnen konnten mich dabei sogar positiv überraschen.

Die Mitternachtsbande  ★★★★☆

Ich wollte schon seit Langem ein Buch von David Walliams (für mich besonders bekannt aus der Serie "Little Britain") lesen, da viele meiner Kolleginnen von seinen witzigen Romanen für Kinder schwärmten. Die Mitternachtsbande ist ein eher unbekanntes Buch aus der Sammlung; mir hat das Hören aber dennoch viel Spaß bereitet. Andrea Sawatzki erweckt die Figuren mit den unterschiedlichsten Stimmlagen zum Leben und setzt dem Ganzen noch eine Ladung Humor oben drauf. Eine perfekte Mischung, wie ich finde. Die Geschichte ist ein Spaß für die ganze Familie und nimmt insbesondere zu ernste Erwachsene ein wenig auf die Schippe. Erinnerte mich teilweise an einen Roald Dahl.

Ein ganzes Leben  ★★★★☆

Nachdem ich im letzten Jahr Robert Seethalers Das Feld so sehr mochte, wollte ich es diesmal mit der Vertonung eines seiner Romane versuchen. Der Titel ist dabei Programm, denn Ein ganzes Leben erzählt vom ganzen Leben des Andreas Egger in einem namenlosen Tal. Dieses muss sich im Laufe der Zeit der Moderne stellen und so beobachtet Egger, wie das einst so einsame und stille Tal langsam zur Skipiste und Touristenattraktion wird. Ihm geschehen währenddessen viele grausame, aber eben auch schöne Dinge, die dem/der Zuhörer*in von der sachlichen und so passenden Erzählerstimme des Schauspielers Ulrich Matthes geschildert werden. Es ist zwar eine stille, aber dennoch eindringliche Geschichte, der ich gerne gelauscht habe.

Agatha Merkwürdens Racheblumen  ★★★★☆
 
Dieses (Hör)Buch hat mich tatsächlich ein wenig überrascht, da wir es mal nicht mit einer Kinderbuchprotagonistin mit Durchblick und den besten Absichten zu tun haben, sondern mit Melissa, die Regeln liebt, es aber noch schöner findet, diese auch zu befolgen. Dass dabei ihre bereits jetzt sehr triste Stadt noch trister zu werden droht, scheint sie kaum zu interessieren, denn sie möchte unbedingt den Titel "Das folgsamste Kind der Schule" und damit eine Reise nach Portugal gewinnen, die hoffentlich auch ihre Mutter endlich wieder glücklich macht. Leider kommen ihr ein paar seltsame Zaubersamen und ihre rebellische beste Freundin in die Quere und das Unglück nimmt seinen Lauf. Besonders gelungen finde ich dabei sowohl Botschaft als auch Ende des Buches, die uns vermitteln, dass ein Leben im Einklang mit der Natur etwas Wundervolles und Anstrebsames ist. 
 
Pumpkin Heads  ★★★☆☆ (3,5)
 
Was soll ich groß sagen, Rainbow Rowell hat ein weiteres Mal bewiesen, dass sie zuckersüße (in diesem Fall kann man das sogar wörtlich nehmen) Liebesgeschichten schreiben kann, die immer auch ein wenig vom Erwachsenwerden erzählen. Faith Erin Hicks Zeichenstil passt perfekt dazu und macht Rowells Figuren noch sympathischer. Über zuckersüß geht die Geschichte aber am Ende nicht hinaus, sodass sie nicht annähernd an die anderen Romane der Autorin heranreicht. Trotzdem eine schöne Lektüre für zwischendurch.
 
 Sonne und Beton  ★★★☆☆
 
Sonne und Beton ist im Grunde kein schlechtes Buch. Ganz im Gegenteil sogar, denn gelesen vom Autor klingt es wie eine Anekdote, die in der Vergangenheit tatsächlich stattgefunden haben könnte. Es fühlt sich echt an, von der Sprache der Protagonisten bis hin zu den Beschreibungen einzelner Situationen. Das macht das Ganze teilweise recht ungemütlich, vor allem dann, wenn man sich selbst nie in "diesen Kreisen" bewegt hat und das Glück hatte, in einer recht behüteten Welt aufzuwachsen. Was genau der Autor mit seinem Buch erreichen will, blieb für mich unklar. Möchte er wirklich auf die Missstände in deutschen Großstädten aufmerksam machen, oder nur seine Geschichte erzählen? Ich habe keine Ahnung.



Worauf ich mich im Dezembr freue?

Mein SUB kann erleichtert aufatmen, denn im Dezember erscheinen keine neuen Titel für die Wunschliste.

3 Kommentare:

  1. Für mich ging Pumpkinheads auch nicht über "süß" hinaus, aber ich fand es toll wie diverse die Protagonistin in so vielen Hinsichten ist. Das gibt es einfach zu selten in solchen Geschichten und ich fand es umso schöner, dass das kaum thematisiert wurde, sondern dass sie einfach eine süße und leckere Romanze erleben konnte :D

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    1. Das ist natürlich wahr :) Das fand ich auch sehr schön. Genauso wie das Thema Schwärmerei. Dass man also oftmals in ein Bild von einem anderen Menschen verliebt ist, das man sich selbst erdenkt, das aber mit der Realität dann nicht viel gemein hat.

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  2. Stimmt! Das ist wieder typische Rowell-Thematik, so was mal ein bisschen auf den Zahn zu fühlen :)

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