¡Rezension!: Arkadien erwacht

VanaVanille
Beschreibender Text für Surfer ohne Bilder 

  Titel: Arkadien erwacht
  Autor/in: Kai Meyer
  Verlag: Carlsen
  Originaltitel: -
  Seitenzahl:
416
  Preis: 19,90 € (D)
  ISBN:
978-3-551-58201-0




Klappentext

Schon bei ihrer Ankunft auf Sizilien fühlt sich Rosa, als wäre sie in einen alten Film geraten - der Chauffeur, der ihre zufällige Reisebekanntschaft Alessandro am Flughafen erwartet; der heruntergekommene Palazzo ihrer Tante; und dann die Gerüchte um zwei Mafiaclans, die seit Generationen erbittert gegeneinander kämpfen: die Alcantaras und die Carnevares, Rosas und Alessandros Familien. Trotzdem trifft sich Rosa weiterhin mit Alessandro. Seine kühle Anmut, seine animalische Eleganz faszinieren und verunsichern sie gleichermaßen. Doch in Alessandro ruht ein unheimliches Erbe, das nicht menschlich ist ...


Erste Gedanken
 
Auch dieses Buch ist eine Empfehlung von der lieben Erdbeere. Zuerst hatte ich einige Bedenken, was den Inhalt betraf, da es sich schon etwas anhörte wie eine moderne Variante von "Romeo und Julia". Zwei verfeindete Familien, eine Liebe, die nicht möglich zu sein scheint... all das sprach für eine Wiederverwendung von altem Material. Doch trotzdem machte mich der Roman neugierig - er wurde mir ja nicht umsonst weiterempfohlen - und so begann meine Reise nach Italien.

Urteil

Was mir gleich auf Anhieb an dem Roman gefiel, war die Protagonistin Rosa. Auch wenn ihr Name eher eine liebreizende, zarte Seele vermuten lässt, so wird man doch schon auf den ersten Seiten in die Realität zurück gerissen. Denn die liebe Rosa ist zwar sehr dünn und klein für ihr Alter, aber dennoch schlagfertig und keck. Was mir auch sehr zusagte, war ihre Cleverness, denn es entstanden niemals Situationen in denen man als Leser der Auflösung schon näher war als die Heldin selbst. Ich habe sie also sofort in mein Herz geschlossen, weil ich die naiven, jugendlichen Protagonistinnen wirklich Leid war und sie endlich frischen Wind hinein brachte. Ebenso erging es mir mit Alessandro. Zwar spielte er leider eine kleinere Rolle als seine weibliche Partnerin, dennoch konnte man erkennen, dass auch er es faustdick hinter den Ohren hatte. Wer nun glaubt, dass die beiden vielleicht zu reif für ihr Alter dargestellt wurden, der irrt, denn beim Lesen des Romans erfährt man immer mehr über die Vergangenheit der beiden und muss sich bald eingestehen, dass sie es schon als Kinder und Jugendliche nicht einfach hatten. Das macht sie auch so authentisch und liebenswert.

Aber auch mit dem Verlauf der Geschichte und dem Umfeld allgemein ging es mir ähnlich. Die Helden der Story sind eigentlich keine "Guten" wie man sie sonst aus Romanen kennt, denn sie gehören zwei Mafiafamilien an für die Mord, Betrug und Verbrechen auf der Tagesordnung stehen. Kein Wunder also, dass die beiden Hauptfiguren Schlösser knacken, Schießen und Diebstähle begehen können und dabei sehr selten ein schlechtes Gewissen bekommen. Es war mal etwas Neues nicht auf der Seite derer zu stehen, die versuchen immer moralisch richtig zu handeln.

Was das Buch ebenfalls interessant machte, war seine Undurchsichtigkeit. Niemals wusste man genau, welche Figur denn nun als nächstes wieder auftaucht und sich den Zielen der beiden in den Weg stellt. Es liegt die ganze Zeit eine solche Spannung in der Luft, dass man sich meist kaum traut Mutmaßungen anzustellen. Ich habe jedenfalls an vielen Stellen gehofft, dass sie nun endlich ihren Lösungen ein bisschen näher kämen, aber immer wieder wurden Rosa und Alessandro Fallen gestellt, dass man sich kaum vorstellen konnte die beiden wieder auf freiem Fuß zu sehen.

Allerdings dauerte es schon eine Weile bis endlich der Fantasyteil - den ich nicht einmal erwartet hatte, weil ich mir den Klappentext vorher nicht durchlesen wollte - sich langsam in die Geschichte ein schlängelte. Dann war die Idee dahinter aber so gut und präsent, dass man getrost darüber hinwegsehen konnte, dass es seine Zeit gebraucht hatte.

Das Einzige, was mich leider an diesem Buch gestört hat, war, dass sich bei mir nie ein wirklicher Lesefluss bilden konnte. Ich war nie so fest mit der Geschichte verbunden, dass ich nicht hätte aufhören können die Seiten zu verschlingen. Irgendwas fehlte mir, auch wenn ich nicht genau sagen kann, was es denn nun schlussendlich war. Trotzdem fand ich das Buch wirklich sehr schön erzählt und gut beschrieben. Dieser Mix aus Fantasy und Realität gefällt mir sowieso immer gut, aber hier gab es für mich noch einen Extra-Kick, da ich zuvor noch nie eine Story dieser Art gelesen hatte. Ich freue mich also jetzt schon auf den zweiten Teil, der sicherlich bald seinen Weg in mein Bücherregal finden wird.

1 Kommentare:

  1. Puh...es hat dir doch gefallen xDD
    Da bin ich ja nochmal davon gekommen ;)
    Ich hatte schon Angst, dass du sagen wirst: Also Erdbeerchen, was liest du wieder für Blödsinn?

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Cherry