¡Rezension!: Flames 'n' Roses

VanaVanille


Titel: Flames 'n' Roses: Lebe lieber übersinnlich
Autor/in: Kiersten White
Verlag: Loewe
Originaltitel: Paranormalcy
Seitenzahl: 384
Preis: 17,95 € (D)
ISBN:
978-3-7855-7238-2




Für andere Teenager in Evies Alter gehören die Highschool, Schulbälle und Spinde zum alltäglichen Leben dazu. Für das 16jährige Mädchen sind sie allerdings ein weit entfernter Traum von dem sie nur zu gerne schwärmt. Denn Evies Leben ist alles andere als normal, da sie, statt zur Schule zu gehen, für einen Geheimbund arbeitet, der paranormale Wesen aufspürt und gefangen nimmt. Sie ist die Einzige, die das wahre Gesicht hinter einem anderen Wesen erkennen kann und ist damit eine bedeutende Person bei der Suche von paranormalen Geschöpfen. Doch was passiert, wenn man sich in einen der Gefangen verliebt?
Auf einmal versteht Evie die Welt nicht mehr und muss bald heraus finden, dass ihre Verbündeten, selbst ihr, vieles verheimlicht haben.

Ohne große Umwege wird der Leser direkt in das Geschehen befördert und lernt dabei sofort die Protagonistin Evie kennen, die so ganz anders ist, als andere Fantasy-Jugendbuchheldinnen. Statt einer kühlen und mutigen Person, entdeckt man eine typische Teeniegöre, die total in die Farbe Pink vernarrt ist, platinblonde Haare hat und sich wünscht, ihr Leben wäre so wie ihre Lieblingssoap. Doch keine Angst, trotz dieser, manchmal doch etwas naiven und nervtötenden, Eigenschaften, hat das Mädchen es faustdick hinter den Ohren und scheut sich nicht gegen Vampire oder Moorhexen anzutreten, die in ihrer Welt sowieso zum Alltag gehören. Was mir ebenfalls sehr gut an ihr gefiel, war, dass sie zwar wie besessen dem Klatsch und Tratsch ihrer Serienhelden folgte, aber schon sehr früh verstand, dass die Realität keinesfalls so ist, wie sie im Fernsehen dargestellt wird.
Man hatte es also mit einer etwas tollpatschigen, naiven und modebewussten Jugendlichen zu tun, die aber hin und wieder auch etwas Cleverness ausstrahlte und besonders mit ihrem unverwechselbaren Humor glänzte, sodass sie, trotz einiger kitschigen Szenen, nur selten nervte.

Meine anfängliche Begeisterung für die Protagonistin, wich aber bald einer ziemlichen Enttäuschung. Schnell wurde einem als Leser bewusst, dass der Roman sehr zügig auf eine Liebesgeschichte hinsteuerte, wie man sie sich "schöner" kaum vorstellen kann. Gerade noch davon angetan, dass die Protagonistin keinen Traumprinzen erwartet, musste ich bald feststellen, dass die Autorin ihrer Heldin genau so einen Typen vor die Füße wirft. Lend war makellos, sympathisch, liebenswert, freundlich und klug ... sagen wir, perfekt; und genau das störte mich gewaltig. Dieser Beziehung fehlte jeglicher persönliche Charme, denn es gab weder Ecken noch Kanten, die zu einer guten Liebelei eigentlich immer dazu gehören sollten. Was das angeht, kann man einfach nur hoffen, dass sich Frau White für ihre nächsten Teile ein paar neue Dinge einfallen lässt, denn die Dialoge zwischen den beiden "Verliebten" glichen auswendig gelernten TV-Szenen bei denen ich mir wünschte, Evie wäre endlich wieder allein und würde mit ihren unterhaltsamen, gedanklichen Monologen weiter machen.

Da kann man nur froh sein, dass es sich jedenfalls um eine halbwegs gute Story handelte. Whites Idee den normalen Verlauf - ein Mädchen entdeckt eine für sie so fremde, fantastische Welt und entschwindet ihrem Highschoollalltag - einmal umzukehren und Evie auf den Weg von der paranormalen in die gewöhnliche Welt zu schicken, gefiel mir außerordentlich gut. Es war interessant ihren Blicken zu folgen und die für uns so normalen Dinge einmal aus einer anderen, fremden Perspektive zu sehen. Es war fast so, als würde eine Außerirdische plötzlich auf unserem Planeten landen und sich für die simpelsten Sachen begeistern. Speziell an diesen Stellen hätte ich mir genauere Erläuterungen gewünscht, die in anderen Kapiteln hätten kürzer gefasst werden können. Leider kam dieser Fall des Öfteren vor und ließ mich so eher enttäuscht zurück.
So kam es, wie es kommen musste: die Geschichte langweilte mich, denn viele "Überraschungen" waren sehr vorhersehbar und die Lösungen des ein oder anderen Problems nicht sonderlich gut durchdacht.


Mein Urteil

Ein Buch, welches zwar mit erfrischender Story und Protagonistin punkten kann, bei den anderen Figuren allerdings sehr nachlässt und mich irgendwann nicht mehr wirklich unterhalten konnte. Man kann nur hoffen, dass sich die Autorin bei den nächsten Teilen dieser Reihe mehr auf eine gute Story und nicht zu sehr auf kitschigen Liebeskram stützt, damit das Potential der Idee endlich vollkommen genutzt werden kann. 


5 Kommentare:

  1. "bekifft" xD' Also deine Rezension finde ich echt etwas abschreckend. Ich dachte auch das das Buch eher ernster ist und bin auch von dem Cover ausgegangen. Etwas düster, und wie geschrieben ernster. Aber es soll nicht so sein? Zuviel Liebeskram? Oberflächliche Figuren? Ich glaube ich nehme das Buch von meiner Wunschliste. Nun weiß ich wenigstens das es sich nicht wirklich lohnt das Buch zu lesen :)

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  2. Hey Cherry,

    eine schöne, ausführliche Rezension mal wieder, obwohl ich ja ganz anderer Meinung bin. Mich konnte das Buch restlos begeistern! Eben, weil ich hier das bekommen habe, was ich erwartet hatte - eine humorvolle Paranomal Romance mit einer etwas kitschigen/mädchenhaften Heldin. Wären wir mal wieder beim Thema GESCHMACKSSACHE!

    ... naja und (@ Mister Bookgazer), wenn ich mir die Inhaltsangabe und das (deutsche) Cover so anschaue, kann ich hier nichts ernstes/düsteres entdecken. Für mich wird der Charme des Buches durch beides sofort offensichtlich.

    LG Reni

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  3. @Mister Bookgazer: Nein, also ernst ist das Buch auf keinen Fall und das hatte ich auch nicht erwartet, aber wie gesagt, hat sich die Autorin leider nur auf die Protagonistin konzentriert und Nebencharaktere geschaffen, die da einfach nicht heran kamen. Ich hätte einfach mehr erwartet, nach diesem ganzen Hype.
    Ob es sich allerdings für dich lohnt, weiß ich nicht, denn wie Reni schon sagte, ist es eindeutig Geschmackssache ;)

    @Reni: Ja, das mit dem Geschmack ist halt so eine Sache. Und ehrlich gesagt, habe ich ja auch so etwas Ähnliches erwartet, deswegen war die Protagonistin und die Geschichte auch sehr unterhaltend für mich. Aber was den Rest angeht, also diese Liebesgeschichte, die war einfach zu "perfekt" als dass ich sie hätte ernst nehmen können. Bei einer so guten Story hätte ich einfach mehr Inhalt und weniger Turtelei erwartet. Lend entsprach halt einem Traumprinzen und das war so widersprüchlich zu Evies vernünftige Herangehensweise an die Realität.
    Kam ich einfach nicht ran ;)

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  4. @Cherry
    S.O.S
    Brauche dringen deine Hilfe. Hab nun seit 'nem Monat nichts mehr gelesen (zuuu viel Stress)und nun brauch ich ein Buch um wieder einzusteigen. Aber es sind soo viele. So viel Auswahl.
    Hilfe!

    Gruß,
    die verzweifelte Lexy.

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  5. @Lexy: Haha, das ist ja süß, dass du mich fragst. Worauf hast du denn Lust? Liebesgeschichte? Thriller? Eher etwas Trauriges?

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Cherry