Montag, 5. Dezember 2011

¡Rezension!: Dark Love

Eingestellt von Cherry um 21:00
Cover 


Titel: Dark Love
Autor/in: Lia Habel
Verlag: Piper
Originaltitel: Dearly Departed
Seitenzahl: 512
Preis: 15,99 € (D)
ISBN:
978-3-49270219-5



Klappentext:

Flackernde Gaslampen, dampfbetriebene Kutschen und Digitagebücher – das ist die Welt von Nora Dearly im Jahr 2195. Die 17-Jährige lebt im Internat, bis sie eines Tages entführt wird: Denn ein Virus greift um sich, das Menschen in lebende Tote verwandelt – und Nora trägt als Einzige die Antikörper in ihrem Blut. Bald muss sie feststellen, dass es auch wandelnde Untote gibt, die sich ihre Menschlichkeit dank eines Antiserums erhalten können. Und Bram, ihr Entführer, ist einer von ihnen. Nora verliebt sich in den jungen Mann, doch die Endlichkeit seiner Existenz bedroht ihre Liebe. Nur Noras Vater, ein hochrangiger Wissenschaftler, könnte ein Gegenmittel entwickeln, doch er ist selbst infiziert und droht zu sterben. Ist Noras Welt endgültig dem Untergang geweiht?


Erste Gedanken:

Ich muss zugeben, dass ich beim ersten Lesen des Klappentextes noch nicht genau erahnen konnte, was da auf mich zukommen würde. Klar war nur, dass es sich mal wieder um eine Dystopie handeln würde. Der Rest sollte mich überraschen.


Meine Meinung: 

Wir schreiben das Jahr 2195: Noras Vater ist tot, ihre Tante pleite und alles, was ihr noch geblieben ist, ist ihre beste Freundin Pamela. Als die Schulferien beginnen und die beiden wieder in ihrer Gemeinschaft unter der Erdoberfläche eintreffen, scheint vorerst alles seine normale Ordnung zu haben, bis jemand versucht Nora zu entführen und eine grausige Krankheit die Massen in Hysterie versetzt. Aber nicht alle Infizierten scheinen böse zu sein.

Sie verlieben sich in Vampire, gefallene Engel, Dämonen, Werwölfe und Co., wieso sollte sich also nicht auch mal eine Protagonistin für einen Zombie entscheiden? Das dachte sich wahrscheinlich auch Frau Habel, denn in ihrem Roman geht es neben der interessanten Steampunk-Dystopie-Mischung hauptsächlich um genau dieses Thema.
Aber bevor ihr jetzt glaubt, dass Nora ganz wild mit einem halb zerfetzten Untoten knutscht, solltet ihr euch zwei Dinge vor Augen halten: denn erstens, gibt es gewaltige Unterschiede zwischen Habels Zombies und zweitens ziemt es sich für eine Dame von Anstand nicht, wild drauf los zu knutschen. Wer also Bücher mag bei denen es sofort zur Sache geht, der sollte sich bei Dark Love entweder in Geduld üben, oder lieber die Finger davon lassen, denn als rasant kann man dieses Buch nun wirklich nicht bezeichnen.

Was ich zuerst noch als Segen betrachtete, erwies sich bald als ein kleiner Fluch. Die Autorin entschied sich in ihrem Roman gleich für fünf verschiedene Perspektiven, von denen zwei hauptsächlich am gleichen Ort agierten. So wollte die Geschichte manchmal einfach nicht voranschreiten, sondern blieb genau an einer Stelle hängen, die dann aus drei/ vier/ fünf verschiedenen Blickwinkeln erklärt wurde. Zwar war dies anfangs noch sehr informativ, auch weil man die Personen besser kennenlernen konnte und immer wusste, was gerade wo passierte, aber es nahm auch sehr oft die Überraschungen vorweg, sodass man am Ende nicht wirklich staunen, sondern eher gähnen musste (man hatte es ja nun schon einige hundert Seiten vor der Protagonistin gewusst).

Trotz allem kann ich nicht leugnen, dass ich die Charaktere im Großen und Ganzen sehr mochte. Zwar war es manchmal schwierig zu erkennen, ob es sich bei Nora nun um eine rebellische, freche Protagonistin, oder doch um eine zierliche, elegante Dame handelte, da sie oft zwischen diesen beiden Extremen hin und her sprang, aber unsympathisch wurde sie dadurch eigentlich nicht.
Auch Bram war ein typischer, charmanter Held, der trotz seines Zombiedaseins viele Mädchenherzen erobern würde. Dies fand ich ein wenig schade, denn auch hier konnte es die Autorin wieder nicht lassen, den männlichen Gegenpart zur Heldin zu einem Traumprinzen zu machen, der zwar tot, aber dennoch unglaublich gut aussehend und höflich war.
Dies wird wahrscheinlich auch bei einigen Lesern für einen gewissen Zwiespalt sorgen, denn viele der Zombies waren nicht die gehirnfressenden Monster, wie wir sie aus etlichen Endzeitfilmen kennen, sondern wahrhaftige Vegetarier, denen mal hier und dort ein Bein fehlte, die sonst aber bei vollem Bewusstsein waren. Es ist also sicherlich eine Frage des Geschmacks, ob man darüber hinweg sehen kann, oder es einen sogar erfreut.


Mein Urteil:

Eine etwas andere Dystopie verbunden mit dem viktorianischen England, einer Menge Zombies und der beliebten Steampunkstimmung. Wer sich auf jede Menge Blut freut, sei gewarnt, denn zuallererst ist und bleibt dieses Buch eine Liebesgeschichte (siehe Titel), die zwar lange braucht, dann aber sehr romantisch wird.


Cover:

Das deutsche Cover ist so lala. Es deutet mit seinen Zahnrädern und dem Herzen zwar auf Steampunk und Liebe hin, aber so wirklich das Wahre ist es leider nicht.
Die beiden englischen Cover gefallen mir da schon etwas mehr, auch wenn sie nicht unbedingt ideal sind:
Links erkennt man zwar das viktorianische Zeitalter wieder, aber allgemein sieht mir das Bild etwas zu "Gothic" aus (besonders der Schirm) und auch sonst gibt es nicht wirklich Parallelen zum Buch.
Rechts finde ich das Pärchen schon gut getroffen, denn man erkennt die Mode und auch den Zombie wieder. Sogar im Hintergrund kann man einen Untoten erkennen, aber sonst sieht mir das Buch zu sehr nach Schnulze aus. Es ist irgendwie zu viel.


Bewertung:



Danke an den Piper-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Infos zur Autorin:

Lia Habel wurde in einer kleinen Stadt im Westen des Bundesstaates New York geboren. Sie trinkt viel zu viel Kaffee und besitzt drei Katzen, denen sie in ihrem Debüt ein Denkmal setzt. Die Idee zu »Dark Love« hatte Lia während einer Busfahrt nach New York, als ihr der Lesestoff ausging und sie sich fragte, warum die Monster in Büchern immer gut aussehen und warum sie noch nie eine Liebesgeschichte mit Untoten gelesen hatte.

5 Kommentare:

Damaris on 6. Dezember 2011 09:36 hat gesagt…

Huhu Kirsche, hast du Bram echt als gutaussehend empfunden? Also ich weiß nicht, so mit toter, gespannter Haut, weiss verschleierten Augen u. geklebten Stellen :-) Du hast recht, andere Zombies waren da schlimmer dran, hihi. Das äußerliche war für mich jetzt gar nicht so entscheidend, er hatte einen tollen Charakter.
LG,
Damaris

Sarah on 6. Dezember 2011 17:45 hat gesagt…

Ich stimme dir in deiner Rezension voll zu :) Empfand es sehr ähnlich beim Lesen.

Cherry on 6. Dezember 2011 18:54 hat gesagt…

@Damarsi: Ich glaube nicht, dass ich ihn sehr anziehend empfunden hätte, aber er wurde im Buch so beschrieben (besonders an der Stelle als er seine Uniform an hatte). Und es wurde auch des öfteren erwähnt, dass viele überhaupt nicht gesehen haben, dass er einer der Zombies war. Ihn muss es also doch etwas besser getroffen haben als die anderen ;)

Sarah: Das freut mich :D

Lexy on 6. Dezember 2011 19:57 hat gesagt…

@Cherry: Vielen dank und wieder mal eine tolle Rezi!

Damaris on 6. Dezember 2011 20:05 hat gesagt…

Kirsche, du hast schon recht. Hübsch war er nicht direkt, aber auf jeden Fall der "Schönste" von seiner Truppe :-) Wär auch etwas schwierig gewesen, ihn mit verwester Haut und halbem Metallgesicht zu verkaufen, hihi. Stimmt, bei der Stelle mit der Uniform sagt sogar Nora, dass sie ihn uneingeschränkt schön findet. Die weißen Augen finde ich trotzdem gruselig :-)
Lieb grüß,
Damaris

 

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!