¡Rezension!: Die Bestimmung

VanaVanille


Titel: Die Bestimmung
Autor/in: Veronica Roth
Verlagcbt
Originaltitel: Divergent
Seitenzahl: 480
Preis: 17,99 € (D)
ISBN:
978-3-570-16131-9



Eine Unbestimmte zu sein ist gefährlich, also verrate es niemandem.
Ganz allein, muss Beatrice nun entscheiden, in welcher Fraktion sie den Rest ihres Lebens verbringen will und was sie zu ihrem Hauptziel in der Gesellschaft macht - Selbstlosigkeit, Frieden, Mut, Wissen oder Wahrheit.  Sie entscheidet sich gegen ihre bisherigen Ansichten und verbündet sich mit den Ferox, die nicht nur wagemutig, sondern auf den ersten Blick auch vollkommen lebensmüde erscheinen. In brutalen Kämpfen, Angstsimulationen und ständigen Konkurrenzstreitigkeiten muss sie nun beweisen, dass sie furchtlos genug ist, um eine der Besten zu werden. Aber nicht nur das wird zu ihrem alltäglichen Leid. Auch die ersten Anzeichen einer Revolution machen ihr zu schaffen, die drohen ihre alte Fraktion zu zerstören.

Wenn eine derzeitige Dystopie der Panem-Trilogie annähernd gleich kommt, dann ist es wohl Die Bestimmung. Auch wenn ich nicht gerne Vergleiche zwischen zwei verschiedenen Büchern ziehe, so muss man dies wohl tun, wenn man sich die ständigen Versprechungen auf den vielen Jugendromanen ansieht. Auch wenn die Handlung und das System der beiden Werke doch sehr verschieden sind, ähneln sie sich in Brutalität und Charakterstärke der Protagonisten. Was mir damals bei Katniss und ihrem Leben so positiv aufgefallen ist, konnte ich demnach auch in Beatrice wiederfinden. Sie war stark, ehrlich, klug, nicht unbedingt schön und glich mit ihren abtrünnigen Gedanken niemals einem naiven, hübschen Mädchen, welches in den meisten anderen Jugendbüchern sonst die Hauptrolle spielt.
In anderen Worten - ich fand sie fantastisch und oft unglaublich authentisch.

Aber auch das System ihrer Gesellschaft weckte in mir sehr schnell ein großes Interesse. Die einzelnen Fraktionen erinnerten mich zwar anfangs noch an die einzelnen Häuser aus Hogwarts - da kommt der Harry Potter Fan durch - verwandelten sich mit ihren ach so ehrenwerten Zielen aber schnell zu erschreckend skrupellosen Sekten. Es herrschte kein Einklang, es herrschte Krieg, was eindeutig für die nötige Spannung sorgte.
Zusammen mit der Protagonistin durfte der Leser erfahren, dass man Menschen nicht in Gruppen einteilen kann, sondern erst die Zusammenarbeit aus allen fünf Teilen eine gute Gemeinschaft ausmacht. Man wurde wie sie zu einer Unbestimmten, einer Rebellin, einer Denkerin, die nur ihren wahren Platz in dieser Gesellschaft finden würde, wenn sie alles bisherige verneint und zu einer neuen Ordnung aufruft.

Und hier beginnt schon der Unterschied zu den bisherigen Dystopien. Während die meisten ersten Teile mehr eine Einleitung sind und den Leser auf eine kommende Rebellion vorbereiten, besticht die Autorin schon hier mit einer hemmungslosen Brutalität und Bösewichten, die einen das Fürchten lehren. Nicht nur die Gesellschaft an sich wird das Problem, sondern auch ihre ärgsten Feinde, die mit grausamen Mitteln versuchen an Macht zu gelangen. So gibt es diesmal nicht nur zwei, sondern gleich drei verschiedene Seiten, die alle einen anderen Standpunkt vertreten und diesen versuchen durchzusetzen.

Neben all diesen Pluspunkten, Neuheiten und klugen Ideen muss ich allerdings auch auf die einzelnen Schwächen des Buches zu sprechen kommen - auch wenn es nicht sonderlich viele sind:
Leider hat Frau Roth es nicht wirklich geschafft mich zu überraschen, wenn man von der riesigen Gewaltbereitschaft und den krassen Gesellschaftsformen einmal absieht. Trotzdem hat sie oft versucht den Leser stutzig zu machen, ihn mit neuen Erkenntnissen zu verblüffen. Ich weiß nicht, ob das vielleicht bei anderen klappen wird, aber ich vermute, wenn man genug Jugendbücher dieser Art gelesen hat, wird man ihr Spielchen schneller durchschauen, als es zum Beispiel die Protagonistin schafft. Mir waren jedenfalls viele Dinge schon viel zu früh klar und brachten mich somit nicht mehr zum Staunen.
Auch was die Liebesgeschichte im Buch betraf, so war sie mir etwas zu typisch. Der verschlossene, kühle Typ, dem ein kleines, unscheinbares Mädchen den Kopf verdreht. Irgendwie konnte ich dieses Paar dennoch ganz gut leiden, was sicherlich auch daran lag, dass sie nicht nach fünf Minuten ihre Liebe gestanden. Der Verlauf ihrer Beziehung war mir jedoch etwas zu offensichtlich.


Mein Urteil

So spannend und brutal wie die Panem-Trilogie und dennoch etwas ganz Besonderes. Diese Dystopie ist mal wieder nichts für schwache Nerven und verspricht sehr gut zu werden. Ich hoffe, dass auch der zweite Teil so lesenswert wird.


5 Kommentare:

  1. Ich lese es gerade im Original und verstehe nicht so ganz, wieso sie die ursprünglichen Fraktionsnamen nicht beibehalten haben. Okay, Altruan ist eine gute Variante, die heißt im Original Abnegation und das wäre sehr unverständlich (es sei denn man weiß, dass das übersetzt selbstlos heißt). Aber Ken ist doch eher eine Wortneuschöpfung ohne Bedeutung, oder? Da hätte man genauso gut Erudite beibehalten können.
    Aber egal :-)
    Ich war am Anfang noch nicht richtig gebannt, was vielleicht an meinen hohen Erwartungen lag, schließlich wurde das Buch ja überaus hoch gelobt. Aber mittlerweile fliegen die Seiten nur so an mir vorbei :-)

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  2. @Fridelchen: Das mit den Namen finde ich allerdings auch seltsam, denn die hätten sie getrost so lassen könne. Wer weiß, was sich Übersetzer und Verlag dabei gedacht haben.
    Beim Lesen war es bei mir etwas anders. Zuerst war ich total interessiert, in der Mitte hing es dann eine Weile (auch weil die überraschenden Momente nicht wirklich überraschend waren), aber zum Schluss wurde es dann nochmals spannend. Du hast aber recht, wenn man mit zu hohen Erwartungen ran geht, könnte es etwas enttäuschend sein. Gott sei Dank bin ich mit ziemlich vielen Zweifeln rangegangen, sodass es mich doch eher positiv überraschen konnte.

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  3. Nun, ich habe das Buch in Englisch gelesen. Und hatte die gleichen Gedanken vorweg bzgl. Dystopie und der Vergleich zu Panem, wie du. Ganz ehrlich? Mir gefällt es selten, solche Vergleiche zu stellen. Deshalb schreibe ich in meinen Besprechungen nicht "wenn er xy gemocht habt, werden z lieben". Klar, "Divergent" bzw. "Die Bestimmung" kommt aus dem Dystopie Genre etc., und einen Vergleich zu den Panem-Büchern zu stellen kann auch eine Ehre für die Autorin sein. Keine Frage. Aber ich finde, Veronica Roth hat da doch etwas ganz eigenes geschaffen. Und ich ziehe meinen Hut vor ihrem Talent. Ich empfand es als ein spannendes Buch mit wundervollen Textpassagen (mir sind die Post-its ausgegangen) und einen sehr syphatischen Protagonistin. Und ich freu mich wie bolle auf "Insurgent".

    Deine Meinung zur Tb Ausgabe kann ich auch nur teilen. Es ist Geschmackssache, aber "meins" ist es nicht.

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  4. @Sandy: Genau deswegen habe ich es ja verglichen. Dieser Vergleich zu Panem begegnet mir derzeit bei fast jeder Dystopie, dabei haben die meisten nicht einmal eine kleine Ähnlichkeit zu dieser Trilogie.
    Mit diesem Vergleich wollte ich nur ausdrücken, dass ich fast die gleiche Begeisterung verspürt habe, wie beim Lesen von Panem, und das schafft kaum eine Dystopie-Autorin. Trotzdem habe ich ja extra erwähnt, dass es etwas ganz Eigenes und auf seine Art Besonderes ist, denn im Großen und Ganzen kann man es natürlich nicht vergleichen ;)

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  5. Hey :)
    ja, sehe ich genau so. Das 2.Buch wird unbedingt gelesen. Leider muss man so lange darauf warten :I

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