¡Rezension!: Die geheime Sammlung

VanaVanille


Titel: Die geheime Sammlung
Autor/in: Polly Shulman
Verlag: Pan
Originaltitel: The Grimm Legacy
Seitenzahl: 352
Preis: 14,95 € (D)
ISBN:
978-3-426-28331-8




Märchenhaft, das ist dieses Buch allemal, denn was uns der Klappentext verschweigt, ist der riesige Bezug zu den Märchen der Gebrüder Grimm, welche in diesem Buch ein großes Hauptthema sind. Wieso man den Originaltitel The Grimm Legacy nicht beibehalten, oder jedenfalls so ähnlich wiedergegeben hat, kann ich leider nicht verstehen, denn gerade diese Verarbeitungen des alten Stoffs ist doch das so Interessante an der ganzen Geschichte.
Nicht nur die vielen Artefakte aus den Grimm-Erzählungen bringen eine Menge Magie in den Roman mit ein, sondern auch die Figuren selbst, die mehr Märchenhaftes an sich haben, als man zuerst glauben mag. So ist unsere liebe Protagonistin Elizabeth ein wahres Aschenputtel, was unter den bösen Launen ihrer Stiefmutter und deren zwei nervigen Töchtern zu leiden hat.  Eigentlich schade, dass die Autorin darauf nicht näher eingegangen ist, denn besonders dieser Fakt machte mir den Anfang sehr schmackhaft.

Doch es gab genug andere Vorteile des Buchs, die mir das Lesen versüßten. So hatte ich oft das Gefühl eher ein Kinderbuch zu lesen, denn Elizabeth war ein neugieriges und wissbegieriges Mädchen, welches ständig nach- und hinterfragen wollte. Durch sie erfuhr der Leser viel, und außerdem sehr schnell, von den vielen geheimen und atemberaubenden Sammlungen die sich zwischen den Seiten versteckten. Es war einfach schön mit ihr gemeinsam die ganzen Schätze zu entdecken und diese neuartige, wirklich skurrile Art der Magie kennen zu lernen. Diese originellen und bezaubernden Ideen der Autorin machten ihren Roman diesbezüglich zu einer kleinen Perle.
Es ist schwer heute noch Jugendbücher zu finden, die Realität und Magie verbinden, ohne dabei auf Vampire, Feen, Engel etc. einzugehen und diese mit einer kitschigen Liebesgeschichte zu umwickeln. Zwar gab es auch in diesem Buch ein bisschen Romantik und Schwärmerei, jedoch war die Figurenkonstellation und Entwicklung der Charaktere vorerst ganz anders, als man es sich vorgestellt hatte. Auch hier brachte Frau Shulman etwas mehr eigenen Charme und weniger Mainstream mit hinein, was bei mir sehr willkommen war.

Doch auch wenn mich die ersten Kapitel wirklich freudig stimmten und ich zwischendurch dachte, dass ich hier ein wahres Schmuckstück gefunden hatte, wurde meiner Euphorie irgendwann ein Dämpfer verpasst. Elizabeth ging mir mit ihrer ewigen Fragerei auf die Nerven. Nicht, weil ich sie für zu neugierig hielt, sondern einfach, weil sie immer wieder ähnliche Dinge fragte und somit Sachen wiederholt wurden, die man doch schon ein paar Seiten zuvor sehr gut verstanden hatte. Es kam mir vor, als würde die Autorin alles doppelt unterstreichen wollen, damit auch jeder alles verstand. Das ist vielleicht nützlich bei Kinderbüchern für kleinere Leser, um diese nicht zu verwirren, aber bei Jugendbüchern hat das eigentlich keinen Platz mehr.
So zogen sich viele Stellen in die Länge und brachten Langeweile mit sich, die diese Geschichte nicht verdient hatte. Das Magische trat in den Hintergrund und alles was ich anvisierte war das Voranschreiten der Handlung. Das war kein gutes Gefühl und so machte das Lesen auch irgendwann keinen richtigen Spaß mehr.

Mein Urteil:

Eine wunderbare Idee, die Märchen und Realität miteinander verbanden. Es war schön in die Welt des Repositoriums einzutauchen und die Magie dahinter zu entdecken, doch irgendwie schaffte die Autorin es nicht auch ihre Dialoge genauso interessant zu gestalten. Schade eigentlich, denn das Grundkonzept war sehr vielversprechend. 


5 Kommentare:

  1. Ich hatte von dem Buch noch nie etwas gehört und als ich dann die Inhaltsangabe las, hörte es sich wirklich verlockend an. Aber deine Meinung schreckt mich etwas ab. Wenn Autoren alles doppelt und dreifach betonen, regt mich das immer ziemlich auf. Dann wohl eher doch nichts für mich... schade, dabei klingt die Geschichte so gut.

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  2. Ich fand das Buch auch wunderschön gestaltet und würde es einem jüngeren Leser sofort schenken. Mir war es leider etwas zu einfach (im Sinne für jüngere Leser) geschrieben. Aber die Idee ist einfach gut!

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  3. Ich hoffe immer noch, dass mir das Buch besser gefallen wird als euch beiden. Es sieht einfach sooo süß aus... :(

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  4. Ich hatte das Buch im Jahr 2010 gelesen. Es war, glaube ich, eine meiner ersten Rezensionen.
    Deine Meinung kann ich nachvollziehen. Eine an sich süße Geschichte mit all den Märchen. Es gab so wundervolle Ansätze und die Bibliothek in der Elizabeth arbeitet, ein geheimnisvoller Ort wo auch ich gerne einige Stunden verbracht hätte. Doch die Geschichte an sich war mir zu dünn erzählt und ja...kindlich.
    Es war auch im Gespräch, dass die Autorin eine Fortsetzung schreibt.

    Aber ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das passiert.

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  5. das englische cover ist soviel schöner!
    ich fand das buch auch etwas lasch. bin auch nicht grad begeistert. hatte mehr erwartet.

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Cherry