"Raumpatrouille", eine Kindheit im Astronautenanzug

VanaVanille

Es war pure Langeweile und die Tatsache, dass sich gerade kein Buch meines SUBs in der Nähe befand, die mich dazu trieben, nach Matthias Brandts erster Geschichtensammlung voller Kindheitserinnerungen (ob wahr oder nicht, man weiß es nicht genau) zu greifen. Ich erwartete wirklich nicht viel, kannte ich den Herrn doch bisher nur als Schauspieler (besser als ich es von deutschen gewohnt bin zwar, aber eben immer nur als Schauspieler) und hatte damit die Befürchtung, da wolle sich ein Künstler nur mal eben in einer anderen Kunst probieren, um dann schnell wieder damit aufzuhören. Also schlug ich das kleine Bändchen auf, begann zu lesen und...

...war hin und weg. Was bis dato völlig an mir vorbeigegangen war: Matthias Brandt ist der jüngste Sohn Willy Brandts und so zeichnen sich neben seinen ganz normalen Erinnerungen auch immer wieder solche ab, die vollkommen anders waren, als die seiner Mitschüler. Wachmänner im Garten des viel zu großen Hauses, vorgeplante, zwanghafte Familienausflüge, ein berühmter Vater, der von den einen verehrt, von den anderen verachtet wird und dazwischen immer wieder ein heranwachsender Junge, verträumt, verspielt, aber irgendwie auch einsam. Ich habe diesen Jungen sehr schnell in mein Herz geschlossen, was nicht daran lag, dass er mir leidtat, sondern weil ich mich immer wieder in ihm wiedererkannte.

Es sind nämlich vielmehr die ersten wunderlichen Gedanken und Fragen eines Kindes, die einem beim Lesen nicht mehr loslassen und zum Schmunzeln, wie zum Nachdenken bringen werden. Egal, ob es dabei um seinen Hund, die ersten Berufswünsche oder die Mutter geht, mir persönlich fielen dabei selbst immer wieder Szenen aus meiner Kindheit ein, die sich mit denen Brandts in irgendeiner Weise glichen. Die Geschichten sind dabei nicht chronologisch geordnet, folgen aber einer gewissen Logik und waren für mich in dieser Reihenfolge auch perfekt sortiert. Einziges Manko: Es hätten noch ein paar hundert Seiten mehr sein können.

Lange Rezi, kurzer Sinn...

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Glaubhafte Kindheitserinnerungen, die den Leser höchstwahrscheinlich selbst zurückversetzen werden und eine fesselnde Sprache, der ich mich nicht entziehen konnte.

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Ich hätte noch viele Geschichten mehr lesen können und wollen.


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